Was ist eine Ballonerweiterung (PTCA)?

Die Ballonerweiterung ist eine Behandlung der koronaren Herzkrankheit, d.i. einer Krankheit, die zu Verengungen der sog. Herzkranzarterien führt. Es handelt sich dabei um ein Eingriff mit einem dünnen und flexiblen Kunststoffschlauch, der in die Verengung der Herzkranzarterie eingeführt wird. Mit Hilfe eines kleines Ballons wird die Gefäßverengung aufgedehnt und erweitert. In der Regel pflanzt man im Rahmen einer solchen Ballonerweiterung auch einen Stent ein. Eine Ballonerweiterung wird im medizinischen Sprachgebrauch auch als „PTCA“ (= perkutan transluminar coronary angioplasty) bezeichnet.

Wie funktioniert eine eine Ballonerweiterung?

Ein großer Teil einer Ballonerweiterung geht ähnlich wie eine Herzkatheteruntersuchung vonstatten. 

Ballonerweiterungen werden mit speziellen dünnen Kathetern durchgeführt. Es handelt sich hierbei um sehr dünne Plastikschläuche, die an ihrer Spitze einen kleinen Ballon tragen. Dieser Ballonkatheter wird durch einen „normalen“ Herzkatheter zum Herzen hin und dann mit Hilfe eines feines Drahtes durch die Kranzgefäße bis zur der verengten Gefäßstelle vorgeführt. Ist der Ballon an der verengten Stelle angekommen, wird er mit Kontrastmittel gefüllt und hierdurch aufgeblasen. Dieses Aufblasen erfolgt mit einem Druck von manchmal bis zu 15 atü und mehr und dauert meistens 10 – 30 Sekunden lang. 

Durch das kraftvolle Aufblasen des Ballons werden die Ablagerungen, die das Gefäß einengen in die Gefäßwand eingedrückt, wodurch sich der Innenraum des Gefäßes erweitert.

Was sind Stents?

Stents sind kleine, aus Metall gefertigte Gitter, die in der Gefäßenge plaziert werden, die die Wand abstützen und das Gefäß offen halten. Die Stents sind auf dem Ballon der PTCA-Katheter montiert; durch Entfaltung des Ballons werden sie in die Wand des Gefäßes eingepreßt. Man unterscheidet 2 Stenttypen:

  • Stents, die ausschließlich aus Metall bestehen (= „bare metal stent“ = BMS) und solche
  • die aus Metall bestehen, deren Oberfläche aber mit bestimmten Medikamenten beschichtet sind (= drug eluting stent = DES). Sie sind erfunden worden, um zu verhindern, daß sich an der Stelle des implantierten Stent eine erneute Verengung des Gefäßes bildet. Weil solche Wiederverengungen nach der Verwendung „einfacher“ Stents (reine Metall-Stents) in etwa 10% aller Fälle auftraten hat man die Stents mit Medikamente beschichtet, die die Neubildung von Gewebe verhindern können. Hierdurch kann die Häufigkeit von Wiederverengungen deutlich vermindert werden. Allerdings müssen Menschen, die diese Stents tragen für eine sehr lange Zeit Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung stark hemmen (Aspirin®, Iscover®, Plavix®, Efient®). Während dieser Zeit sind andere Operationen, wie z.B. Hüft-, Knie- oder Augenoperationen nicht möglich. Es ist daher wichtig, daß Sie uns schon vor der Ballonerweiterung sagen, ob bei Ihnen solche Operationen geplant sind.
  • In einigen Fällen verwendet man auch Ballonkatheter, die keinen Stent tragen, deren Oberfläche aber mit ähnlichen Medikamenten wie die DES beschichtet sind. Das Medikament wird dann durch die druckvolle Entfaltung des Ballons in die Wand der Arterie eingepreßt und soll hier die Entstehung einer erneuten Gefäßverengung verhindern. Solche Ballons nennt man „DEB“ (= drug eluting balloon“).

Wie läuft die Behandlung ab?

Voraussetzung für eine Ballonerweiterung mit ohne ohne Stent-Implantation ist eine Linksherzkatheteruntersuchung mit Darstellung der Herzkranzgefäße. Stellt man bei dieser Untersuchung fest, daß Gefäßverengungen vorliegen wird man darüber zu entscheiden haben, wie man diese Verengung bzw. mehrere Verengungen behandelt. Dabei werden neben einem medikamentösen Vorgehen und einer Bypass-Operation natürlich auch Ballonerweiterungen erwogen. Diese Erwägungen sind oft kompliziert und erfordern weitere Untersuchungen (z.B. Myokardszintigraphie, MRT oder Streß-Echokardiographie). Lesen Sie etwas später etwas Genaueres hierzu (Kapitel „Vorsicht“).

Wenn es möglich ist sollte man eine Ballonerweiterung in einer 2. Sitzung einige Tage nach der Herzkatheteruntersuchung durchführen. Den Termin für die Ballonerweiterung wird der Arzt, der die Katheteruntersuchung durchgeführt hat oder die Praxis Ihres Kardiologen vereinbaren und Ihnen mitteilen.

Für den Eingriff müssen Sie etwa 2 Tage im Krankenhaus aufgenommen werden.

Schon vor der Aufnahme müssen Sie bestimmte Medikamente einnehmen, die verhindern sollen, daß das Blut durch den Kontakt mit dem Metall des frisch implantierten Stents (der ja nahezu routinemäßig bei jeder PTCA implantiert wird) gerinnt. Dies würde nämlich dazu führen, daß sich der Stent durch ein Blutgerinnsel verschließt und daß ein Herzinfarkt auftritt. Aus diesem Grund ist es von größter Wichtigkeit, daß Sie Tabletten, die Sie bekommen werden (z.B. Plavix®, Efient® o.ä.) genau so einnehmen, wie Ihnen dies zuvor vom Arzt erklärt worden ist. Dies bezieht sich natürlich auch auf die anderen Medikamente (z.B. Aspirin oder ASS), die Sie einnehmen. Vergessen sie dies keinesfalls, denn ohne diese Medikamente wird die Ballonerweiterung, die ansonsten ohne größere Probleme ablaufen wird lebensgefährlich.

Die PTCA verläuft ansonsten ähnlich wie eine Herzkatheteruntersuchung:

Von der Leiste bzw. dem Handgelenk aus wird ein „Führungskatheter“ bis zur verschlossenen Herzkranzarterie vorgeführt, durch diesen Führungskatheter wird ein dünner Draht in die Arterie und durch die Verengung eingeführt und über diesen Draht schiebt der Arzt dann den Ballonkatheter (mit ohne ohne aufmontierten Stent).

Ist der Ballon in der Verengung angekommen wird er mit Kontrastmittel gefüllt, sodaß er sich entfalten kann. Hierdurch wird die Verengung „weggedrückt“. Schließlich werden alle Drähte und Katheter wieder aus dem Körper entfernt und das Blutgefäß in der Leiste bzw. am Handgelenk verschlossen.

Wenn Sie mehr über eine solche Behandlung wissen möchten (z.B. darüber, was man spürt oder welche Komplikationen die Behandlung hat) können Sie sich im Internet informieren, wenn Sie hier klicken.

Vorsicht !

Ballonerweiterung sind nicht ganz unproblematisch, denn einerseits stellt der Eingriff selber ähnlich wie eine Herzkatheteruntersuchung ein gewisses (kleines) Risiko dar. Zum anderen kann der hohe Druck, mit dem der Ballon entfaltet wird und der Draht, der durch das Innere des Gefäßes vorgeschoben wird zu Verletzungen der Kranzarterie führen und schließlich können in den Monaten nach einem erfolgreichen Eingriff erneute Verengungen auftreten. Daher ist es notwendig, daß sich der Arzt bei jeder festgestellten Koronarkrankheit genau überlegt, ob eine Ballonerweiterung tatsächlich die für den Betroffenen „beste“ Behandlungsmöglichkeit darstellt.

So ist es beispielsweise immer dann, wenn mehrere Herzkranzgefäße bzw. deren Äste verengt sind sinnvoll sein, eine Bypass-Operation zu erwägen. Denn:

Natürlich ist es möglich, auch mehrere Gefäßverengungen mittels PTCA oder Stent zu behandeln. Aber dies erfordert in der Regel mehrere Eingriffe in Abständen von 1-3 Wochen. Bei jedem dieser Eingriffe können Komplikationen und nach dem Stent können Wieder-Verengungen auftreten. Eine Bypass-Operation ist zwar das „härtere“ Vorgehen, aber in der Regel ist die Behandlung in „1 Rutsch“ erledigt.

Oder: Wenn eine (oder mehrere) Arterien langstreckig erkrankt sind und sich über einen langen Gefäßabschnitt zahlreiche Ablagerungen gebildet haben dann wird man zwar eine im Vordergrund stehende hochgradige Ablagerung und Verengung mit einem Stent behandeln können; aus den vielen anderen Ablagerungen oder leichten Verengungen können sich aber im Laufe der Zeit hochgradige Verengungen oder sogar akute Herzinfarkte entwickeln. Mit einem Stent kann man Gefäße nur punktuell behandeln; mit einer Bypass-Operation entschärft man erkrankte Gefäßabschnitte über eine längere Strecke.

Oder: Ballonerweiterungen und Stents sind (mit Ausnahme der Behandlung akuter Situationen) hautsächlich zur Linderung von Beschwerden gedacht. Bei einer 50%igen Gefäßverengung (so hochgradig das für den Laien auch klingen mag) entstehen aber in der Regel keine Durchblutungsstörungen und daher auch keine Beschwerden. Man hat in solchen Fällen also durchaus die Möglichkeit, die Gefäßerkrankung auch mit Medikamenten zu behandeln.

In den allermeisten Fällen (akute Situationen ausgenommen!) ist eine PTCA mit oder ohne Stent kein Eingriff, den man sofort vornehmen müßte. Vielmehr ist es für den Betroffenen ratsam, sich die Alternativen genau zu überlegen und das weitere Vorgehen auch mit dem Hausarzt oder Haus-Kardiologen zu besprechen. In der Situation einer Herzkatheteruntersuchung ist es für den betroffenen Patienten zuviel verlangt, sofort eine Entscheidung zu fällen. Eine sofortige PTCA im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung (sog. ad-hoc-Vorgehen) mag zwar auf den 1. Blick bequem sein, weil keine erneute Gefäßpunktion in einer 2. Sitzung erforderlich ist; empfehlenswert halte ich das ad-hoc-Vorgehen allerdings nicht (und die Europäische Gesellschaft für Kardiologie ebenfalls nicht). Wie gesagt: Akute Situationen („instabile Angina pectoris“, Herzinfarkt) ausgenommen!

Mehr zu dieser Problematik können Sie lesen, wenn Sie hier oder hier klicken.

Die Nachkontrollen 

Etwa 4 – 8 Wochen nach der Entlassung findet die 1. Kontrolluntersuchung statt.

Bei dieser Untersuchung werden sich Ihr Hausarzt oder niedergelassene Kardiologe mit Ihnen unterhalten und sich nach Ihren Beschwerden erkundigen, es wird vielleicht ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG und manchmal auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt.

Den Termin für diese 1. Kontrolluntersuchung sollten Sie kurz nach der Ballonerweiterung bei der Entlassung aus dem Krankenhaus erhalten. Bei der Entlassung wird man Ihnen auch sagen, welche Medikamente Sie bis zu dieser 1. Kontrolle einnehmen sollten.

3 bis 6 Monate nach dem Eingriff wird dann eine Abschlußkontrolle erfolgen. Sie besteht in der Regel wiederum aus einem ausführlichen Gespräch, aus EKG, Belastungs-EKG und Echokardiographie. Eine erneute Herzkatheteruntersuchung wird in aller Regel nur dann erfolgen, wenn es Anzeichen dafür gibt, daß es an der ballonierten Ader zu einer erneuten Verengung gekommen sein könnte.

Und sonst noch?

Zu einer guten Behandlung gehören immer 2: Der Arzt und der Betroffene.

Bei der Ballonerweiterung hat der Arzt sein Bestes gegeben und nun sind Sie dran. Wenn Sie das gutes Ergebnis der aufwendigen Behandlung bewahren möchten: 

Achten Sie auf Ihre Risikofaktoren und behandeln Sie sie, denn sonst war alles umsonst und die Gefäße werden wieder eng oder verschließen sich sogar. Wir Ärzte können zwar Verengungen beseitigen, vor einem Herzinfarkt schützen können wir Sie aber nicht, denn das können nur Sie  selber. Also:

  • Bewegen Sie sich!
  • Normalisieren Sie ihr Gewicht!
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung!
  • Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig (alle 3 Monate!) untersuchen und falls notwendig auch medikamentös behandeln.
  • Wenn Sie Zigarettenraucher sind: Versuchen Sie es aufzugeben!
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente gewissenhaft ein. Und wenn Sie etwas gegen Medikamente haben: Für eine gewisse Weile können Sie vielleicht darauf verzichten, es wird Ihnen nicht schlechter gehen und Sie werden vielleicht sogar gar keinen Unterschied bemerken. Auf Dauer aber wird die Krankheit fortschreiten und möglicherweise schlimme Folgen haben. Wenn Sie erst einmal mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus liegen oder operiert werden müssen werden Sie Ihre Abneigung gegen Medikamente im Nachherein sicherlich nicht mehr so gut finden, aber dann ist es meistens zu spät.

Wenn Sie sich noch genauer über eine PTCA und Stents informieren möchten lesen Sie die ausführlichere PTCA-Broschüre, die Sie im Internet bekommen können. In dieser Broschüren finden Sie auch weitere Informationen über den genauen Ablauf einer Ballonerweiterung, über die verschiedene Stents, wann Sie sich welchen Stent einpflanzen lassen sollten, über Komplikationen und Gefahren der Behandlung, darüber, wie es nach einer Ballonerweiterung weitergeht, über die notwendigen Nachkontrollen und was man als Träger eines Stent beachten muß.

Sie finden uns im Internet unter der Adresse:

www.meinerzdeinherz.info.

Hier erhalten Sie auch weitere Broschüren über andere Krankheiten, Untersuchungen und Behandlungen.

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Nach einer PTCA und Stent

Eine Ballonerweiterung wird durchgeführt und ein Stent wird eingepflanzt, wenn man an einer Krankheit mit dem Namen „Koronare Herzkrankheit“ oder abgekürzt „KHK“ leiden. Es ist auch möglich, daß diese Behandlung im Rahmen eines Herzinfarktes durchgeführt wurde.

Was ist bei der Ballonerweiterung geschehen?

Der Ballon bzw. der Stent ist gesetzt worden, um einer Verengung in einer Herzkranzarterie aufzuweiten. Dabei ist das Material (es handelt sich um Fettgewebe) zerdrückt und verteilt worden. Das Ganze funktioniert so ähnlich wie das mit der Fliege und der Fliegenklatsche: Wenn man eine Fliege mit der Klatsche erschlägt, dann wird die Fliege natürlich nicht beseitigt, sondern sie wird nur platt gedrückt. Genau dasselbe ist bei einer Ballonerweiterung geschehen: Das Fettgewebe, daß sich an einer umschriebenen Stelle befand ist platt gedrückt und verteilt worden. Dies hatte zur Folge, daß die Verengung beseitigt und das Gefäß erweitert wurde.

Bei einer solchen Ballonerweiterung muß der Arzt große Gewalt auf die Verengung ausüben, um den Fett-“Knubbel“ zu zerdrücken: 10 – 15 atü (zum Vergleich: Ein Autoreifen wird mit 1.0 – 1.5 atü aufgeblasen!). Bei einem solchen Druck wird das Gefäß verletzt und es kommt zu kleinen Einrissen in der Gefäßwand. Das ist an sich nicht weiter schlimm. Aber durch solche kleinen Mini-Verletzungen wird die Gefäßwand gereizt und es gibt nun Menschen, deren Körpergewebe auf solche Reizungen und Verletzungen mit überschießenden Narbenbildungen reagiert. Denken Sie beispielsweise an Operations- oder Verletzungsnarben, an denen sich im Laufe der Zeit „wildes Fleisch“ bildet und die Narbe häßlich aussehen läßt. Solches wildes Fleisch kann auch als Folge der Ballonverletzung in den Gefäßen entstehen, was zur Folge hat, daß sich das Gefäß erneut verengt. Eine solche erneut auftretende Verengung (= „Re-Stenose“) tritt nach einer einfachen Ballonerweiterung bei 30-40% aller Menschen im Laufe von 2-3 Monaten auf. Um solche Wiederverengungen zu verhindern sind Stents erfunden worden.

Stents

Stents sind kleine Röhrchen aus Stahl, die mit Hilfe des Ballons in die Gefäßwand eingepreßt werden und die hier zeitlebens verbleiben. Kurz nach der Einpflanzung eines solchen Stents liegen die Maschen des Drahtgeflechts noch frei im Blut; nach etwa 4 Wochen ist der Stent aber eingeheilt und innen von einem feinen Häutchen bedeckt, sodaß das Blut nun nicht mehr in Kontakt mit dem Metall kommen kann.

Um zu verhindern, daß das Blut durch den direkten Kontakt mit dem Metall des Stents gerinnt und ein so entstehendes Blutgerinnsel den Stent akut verschließt (was einen schweren Herzinfarkt zur Folge hätte) muß man in den ersten 4 Wochen nach der Stent-Einpflanzung 2 Medikamente einnehmen, die diese Blutgerinnung verhindern: Aspirin (oder ASS) und Medikamente mit dem Namen Clopidogrel, Plavix®, Iscover® oder Efient® behindern die Verklumpung von Blutplättchen und damit die Blutgerinnung. Diese „doppelte“ Medikamenteneinnahme zur Blockierung der Plättchenfunktion nennt man „duale Aggregationshemmung“. 4 Wochen nach der Implantation eines Stents kann man die Einnahme des 2. Medikamentes beenden, weil der Stent nun eingeheilt ist. Aspirin muß man aber lebenslang weiter einnehmen müssen.

Auch mit der Verwendung solcher Metall-Stents (= BMS = bare metal stent) besteht die Möglichkeit, daß es zur Bildung wilden Fleisches und damit zur erneuten Gefäßverengung kommt. Das geschieht nun aber sehr viel seltener als bei einfachen Ballonerweiterungen, dennoch können noch etwa 10-20% aller Stent-Patienten solche Re-Stenosen bekommen.

Um auch dies zu verhindern sind andere Stents erfunden worden, die über einen gewissen Zeitraum bestimmte Medikamente freisetzen, die vom Stent aus in die Gefäßwand eindringen und hier die Neubildung des wilden Fleisches verhindern. Solche Stents nennt man „medikamenten-freisetzende Stents“ oder „DES“ (= drug eluting stent). Sie verhindern die Wiederverengung des Stents sehr zuverlässig. Weil sie aber die Einheilung des Stents verzögern liegen bei diesen DES die Metallmaschen des Stents über einen sehr langen Zeitraum frei im Blut. Man schätzt, daß es ein halbes Jahr, vielleicht sogar noch länger dauer, bis solche Stents eingeheilt sind. Daher ist es bei diesen Stents von großer Bedeutung, daß Sie die beiden Medikamente (Aspirin oder ASS einerseits und Clopidogrel, Plavix®, Iscover® oder Efient® andererseits ununterbrochen für etwa 1/2 Jahr einnehmen.

Nachuntersuchungen

Nachuntersuchungen sind sehr wichtig. Sie haben 2 Aufgaben:

  1. Sie sollen klären, ob es innerhalb des mit der Ballonerweiterung oder dem Stent behandelten Gefäßabschnitts zu einer Wieder-Verengung gekommen ist. Hierzu werden innerhalb von 6 – 12 Monaten nach der Ballonerweiterung bzw. der Stenteinpflanzung EKG, Belastungs-EKG und vielleicht auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt werden. Am Ende dieser 6 – 12 Monate wird man mit dem Patienten darüber sprechen, in welcher Form die abschließende Untersuchung erfolgen soll. Dies muß nicht immer mit dem Herzkatheter geschehen, denn in vielen Fällen reichen auch ein Belastungs-EKG oder eine Szintigraphie aus; welche Untersuchung die für den Betreffenden Beste ist wird der Arzt besprechen.
  2. Die ebenso wichtige 2. Aufgabe der Nachuntersuchungen besteht darin, den Zustand Ihrer Risikofaktoren zu überprüfen.

Wann muß man wieder zum Arzt?

Am Ende der Untersuchungen wird man dem Patienten sagen, wann er zur nächsten Kontrolle kommen sollten. Man sollte zu diesen Terminen immer Ihre letzten Blutwerte und Medikamente mitbringen!

Man sollte umgehend und sofort zum Hausarzt oder zum Kardiologen gehen,  wenn

  • man Brustschmerzen bekommt, die man bis dahin nicht kannte,
  • wenn man Brustschmerzen hat, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • wenn man Luftnot bei Anstrengungen hat, die einem bisher nichts ausgemacht haben,
  • wenn man starkes und angenehmes Herzklopfen verspürt.

In diesen Fällen sollte man ohne Voranmeldung in die Praxis des Hausarztes oder Kardiologen gehen, damit die Ärzte sofort sehen können, was die Ursache dieser Probleme ist.

Man sollte sich allerdings umgehend ins Krankenhaus bringen lassen, wenn man

  • Brustschmerzen bekommen, die nicht nach 2maligem Gebrauch von Nitro-Spray innerhalb von 20 Minuten wieder verschwunden sind oder
  • wenn Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle auftreten.

Man darf in diesen Fällen nicht selber ins Krankenhaus gehen oder fahren, sondern sollte den Notarzt der Feuerwehr unter der Telephonnummer 112 anrufen.

Wenn Sie sich genauer über eine Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.