Kollaps

Was ist ein Kollaps?

Die Bezeichnung „Kollaps“ wird man im allgemeinen Sprachgebrauch für viele Dinge wie „Nervenzusammenbruch“, Ohnmacht, „Kreislaufzusammenbruch“ oder ähnliche Zustände benutzt. Als Arzt verwendet man aber nur die Bezeichnungen „Kollaps“ und „Synkope“:

Mit „Kollaps“ meint man Zustände, in denen der Kreislauf sehr schwach arbeitet, wodurch es zu einer Blutarmut im Kopf kommt; als Betroffener verspürt man dies als heftigen Schwindel, der einen oft glauben läßt, man stünde kurz vor einer Ohnmacht.

Unter „Synkope“ verstehen wir Ärzte eine plötzlich auftretende Ohnmacht, bei der der Betroffene „wie von der Axt gefällt“ ohnmächtig zusammenbricht und nach kurzer Zeit wieder erwacht.

Wodurch können Kollaps und Synkope verursacht werden?

Wie Sie sich vorstellen können gibt es viele Ursachen für Kollapse oder Synkopen: Ein zu langsam schlagendes Herz kann ebenso verantwortlich sein wie ein rasend schnell schlagendes Herz, das zwischen den einzelnen Schlägen keine Zeit mehr hat sich mit Blut zu füllen und das daher „leer schlägt“. Es kann zu Abfällen des Blutdruckes kommen, die eine Blutleere im Gehirn mit Schwindel oder sogar Ohnmacht verursachen, epileptische Anfälle oder Schlaganfälle können sich ebenso wie Unterzuckerungen des Blutes mit Schwindel oder sogar Ohnmacht bemerkbar machen. Die Klärung der Ursache solcher Beschwerden kann sehr langwierig sein und verschiedene Fachdisziplinen wie Kardiologen, Stoffwechselspezialist oder Neurologen erfordern. Unsere Aufgabe als Kardiologen besteht darin, Ursachen von Seiten des Herzens und des Kreislaufes zu suchen.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Die wichtigste „Untersuchung“ ist die Unterhaltung mit dem Betroffenen über die Art und Weise, wie die Ohnmacht aufgetreten ist, ob vorher Schmerzen aufgetreten waren, ob das Herz unregelmäßig geschlagen hat, ob man vor der bevorstehenden Ohnmacht durch andere Symptome (z.B. Schwindel) gewarnt wurde, ob man im Zusammenhang mit der Ohnmacht gestürzt ist und sich evtl. verletzt hat usw.. Weil der Betroffene oft nichts mehr von diesen Dingen weiß (schließlich war er ja ohnmächtig) ist es auch wichtig, sich mit Personen zu unterhalten, die diesen Anfall beobachtet haben.

Neben einer körperlichen Untersuchung mit dem Abhorchen des Herzens und der Halsschlagadern, dem Tasten der Schlagaderpulse an verschiedenen Körperstellen können zusätzlich werden verschiedene Untersuchungen notwendig werden wie Ruhe-, Belastungs- oder Langzeit-EKG, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (= Echokardiographie) oder ein EKG, das unter dem Druck des Arztes auf die eine bestimmte Stelle der Halsschlagader geschrieben wird. Wenn die Ursache des Kollaps bzw. der Synkope danach auch noch nicht geklärt ist kann es auch sinnvoll sein, eine Herzkatheteruntersuchung, eine elektrische Herzkatheteruntersuchung (= elektrophysiologische Untersuchung = EPU) durchzuführen oder einen sogenannten Ereignis-Rekorder einzupflanzen; diese letzten Untersuchungen sind aber keinesfalls bei jedem Menschen nach einem Kollaps oder einer Synkope erforderlich. Der Arzt wird mit Ihnen über diese verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten ausführlich sprechen, wenn sie tatsächlich erforderlich sind.

Wie wird danach weiter behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Kollaps bzw. der Ohnmacht, eine „Behandlung auf Verdacht“ ist nicht möglich und nicht sinnvoll. Wenn die Ursache beispielsweise in einem zu langsamen Herzschlag liegt kann ein Herzschrittmacher helfen, schlägt das Herz zu schnell muß man Medikamente einsetzen, die den Herzschlag verlangsamen, bei Ohnmachtsanfällen infolge bestimmter bösartiger Herzrhythmusstörungen wird man einen speziellen „Herzschrittmacher“ (Defibrillator) einsetzen oder bestimmte Herzrhythmusmedikamente verordnen, bei Durchblutungsstörungen, die gefährliche Herzrhythmusstörungen verursachen muß man diese Durchblutungsstörungen mit einer Ballonerweiterung oder Bypass-Operation beseitigen.

Sie sehen an diesen wenigen Beispielen, daß die Behandlung von Kollapszuständen oder Synkopen sehr speziell auf die individuellen Gegebenheiten bei jedem betroffenen Menschen zugeschnitten sind und daß es keine 0-8-15-Behandlung gibt.

Gott sei Dank ist nicht jeder Kollaps und nicht jede Synkope lebensbedrohlich und erfordert eine solche einschneidende Behandlung wie die oben geschilderten. Die meisten Fälle von Schwindel oder Ohnmachten sind sogar recht harmlos. Junge Menschen (vor allem Mädchen und junge Frauen) beispielsweise fallen öfters in Ohnmacht, weil der Blutdruck bei Aufregungen, Hunger oder Streß abfällt. Dies sind „lästige“ und beunruhigende Ereignisse, an denen sich zudem nichts ändern kann und die sich im Laufe der Zeit „auswachsen“.

Andere Kollapserscheinungen oder Synkopen müssen auf andere Weise und von anderen Ärzten (z.B. Neurologen) behandelt werden.

Auch wenn das für die Betroffenen deprimierend klingt: Die meisten Kollapse kann man auch durch eingehende Untersuchungen nicht klären. Hier hilft vielleicht die wissenschaftlich (!) gesicherte Erkenntnis, daß diese Menschen nicht in ihrem Leben bedroht sind und ebenso alt werden wie Menschen ohne solche Erscheinungen. In diesen Fällen hilft es oft nur, wenn man versucht, die Situationen herauszufinden, in denen solche Erscheinungen öfters auftreten (z.B. Stehen in stickiger Luft, Aufzug fahren, Aufenthalt in Räumen mit vielen Menschen, beim plötzlichen Aufstehen o.ä.). In diesen Fällen sollte man diese Situationen natürlich nach Möglichkeiten vermeiden und vor allem auf evtl. Warnzeichen des Körpers (z.B. innere Unruhe, Heißhunger, Schwindel, Rauschen in den Ohren, Schweißausbruch usw.) achten. Wenn diese Warnzeichen auftreten sollte man sich dann schnell setzen oder hinlegen, damit man sich bei einem evtl. Sturz nicht verletzten kann.

Solche Verhaltensregeln gelten aber nur dann, wenn man zuvor gefährliche Ursachen des Kollaps und der Synkopen hat ausschließen können und sich vom Hausarzt, Kardiologen oder anderen Spezialärzten genau hat untersuchen lassen. Also:

Was ist wichtig?

Wen Sie öfters schwindelig sind oder sogar ohnmächtig geworden sind: Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt, berichten Sie ihm darüber und lassen Sie sich dann nachfolgend vom Kardiologen genau untersuchen.

Wenn Sie mehr über die Ohnmachtszustände und Synkopen, über Herzrhythmusstörungen, Schrittmacher oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info.

Advertisements

Herzmuskelkrankheiten

Es gibt mehrere Herzmuskelerkrankungen, die alle ganz verschiedener Natur sind und die vollkommen unterschiedlich behandelt werden müssen:

DILATATIVE KARDIOMYOPATHIE (DCM)

Bei dilatativen Kardiomyopathien ist es zu einer Vergrößerung oder Pumpschwäche des Herzmuskels gekommen. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig:

Es kann sich z.B. um den

  • Folgezustand einer Herzmuskelentzündung handeln,
  • der Herzmuskel kann infolge von Durchblutungsstörungen geschädigt sein
  • es kann im Gefolge großer Narben nach Herzinfarkten zu Schädigungen des Herzmuskels gekommen sein,
  • der Herzmuskel kann durch Arbeitsüberlastung infolge von Herzklappenfehlern ermüden,
  • er kann durch ein permanent zu schnell schlagendes Herz bei bestimmten Herzrhythmusstörungen
  • oder durch langjährigen Alkoholkonsum geschädigt sein.
  • Eine Herzmuskelschädigung kann aber auch z.B. durch eine Chemotherapie bei bösartigen Krankheiten auftreten,
  • durch allgemeine Muskelerkrankungen (Muskeldystrophie),
  • durch Funktionsstörungen der Schilddrüse und Nebenniere entstehen oder
  • bei bestimmten anderen Erkrankungen (z.B. Lupus erythematodis, Panarteriitis nodosa) auftreten.
  • Und schließlich gibt es noch eine genetisch bedingte Form.

Die Folge einer solchen Krankheit ist in der Regel eine Pumpschwäche der linken Herzkammer, die den Körper nicht mehr mit ausreichenden Mengen frischen Blutes versorgen kann.

Die betroffenen Menschen verspüren hiervon die Symptome der Herzschwäche (Herzinsuffizienz), d.h. sie bemerken Wasseransammlungen in den Beinen und Luftnot zunächst nur bei stärkeren Anstrengungen und dann immer weiter zunehmend schließlich auch in körperlicher Ruhe.

Festgestellt wird eine DCM im Echokardiogramm (= Ultraschalluntersuchung des Herzens), das eine mehr oder weniger stark erweiterte linke Herzkammer zeigt, die sich nur müde bewegt. Im EKG sieht man oft einen sog. Linksschenkelblock, der aber für die DCM nicht beweisend ist.

Nach Feststellung einer Vergrößerung und Pumpschwäche der Herzkammer muß nach der Ursache gesucht werden. Dazu wird es meistens notwendig sein, eine Herzkatheteruntersuchung durchführen. Sie hat die Aufgabe, nach Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und schwerwiegenden Herzklappenfehlern zu suchen. In einigen wenigen Fällen kann man mit Hilfe des Herzkatheters auch kleine Stücke des erkrankten Herzmuskels entnehmen (Biopsie) und diese dann speziell untersuchen oder man kann eine Kernspintomographie durchführen, um nach bestimmten Vernarbungsmustern des Herzmuskels zu suchen.

Wenn man eine spezielle Ursache für die DCM gefunden hat wird man natürlich das Grundproblem behandeln (z.B. durch eine Herzklappen- oder Bypass-Operation, Schilddrüsen- oder Nebennierenbehandlung), in allen anderen Fällen wird man eine medikamentöse Behandlung durchführen, wie sie auch für Menschen mit Herzschwäche erforderlich ist. Dazu kann es auch gehören, daß bestimmte Herzschrittmacher eingepflanzt werden oder daß man die Möglichkeit einer Herztransplantation prüft.

HYPERTROPHE KARDIOMYOPATHIE (HCM)

Bei der hypertrophen Kardiomyopathie kommt es zu einer unnatürlichen Verdickung des Herzmuskels. Von einer solchen Kardiomyopathie darf man daher nur dann sprechen, wenn „natürliche“ Ursachen für die Herzverdickung (z.B. Bluthochdruckkrankheit oder bestimmte Herzklappenfehler) ausgeschlossen sind.

Gesunder Herzmuskel ist weich, sodaß sich die Herzkammern leicht mit Blut, das durch die Herzklappen hinströmt füllen können. Verdickter Herzmuskel hingegen wird steif und unelastisch, sodaß er sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann.

Menschen mit HCM haben also das Problem, daß das Herz nicht genügend Blut pumpen kann. Anders als bei der DCM liegt dies aber nicht an einer Muskelschwäche, sondern daran, daß die Kammer sich nicht mit genügendem Blut füllen konnte.

Die Ursache für die Herzmuskelverdickung bei der HCM ist unbekannt, es scheint sich um einen angeborenen Defekt der Herzmuskelzellen zu handeln.

Es gibt 2 Unterformen der HCM:

  • Bei der obstruktiven Form (HOCM) bildet die Muskelverdickung einen Wulst, der sich in die linke Herzkammer vorwölbt und hier das Blut bei Verlassen der Kammer behindert;
  • bei der nicht obstruktiven Form (HNCM) entsteht keine solche Vorwölbung, hier findet die Verdickung hauptsächlich in der Spitze der linken Herzkammer statt.

Die Auswirkungen für den betroffenen Menschen sind für alle Formen der HCM dieselben wie für die DCM und für die Herzschwäche beschrieben:

Es kommt zum Auftreten von Luftnot und evtl. Wasseransammlungen in Lungen und Beinen.

Festgestellt werden die hypertrophen Kardiomyopathien mit EKG, Echokardiographie und Herzkatheteruntersuchung. Manchmal wird man auch Blutuntersuchungen durch- führen, um nach bestimmten Stoffwechselkrankheiten zu suchen, die zu einer „Aufblähung“ der Herzmuskelzellen führen (FABRY-Krankheit).

Behandelt werden die hypertrophen Kardiomyopathien entweder durch die Gabe von Medikamenten, mit denen ein gewisser Herzmuskelschwund und eine Verbesserung der Elastizität des Muskelgewebes bewirkt werden soll. Bei den obstruktiven Formen kann man den störenden Muskelwulst auch durch eine Operation, eine gezielte Zerstörung und Vernarbung des Wulstes entfernen oder durch spezielle Herzschrittmachertherapie behandeln, mit der die Pumpbewegungen des Herzens so verändert werden, daß sich der störende Herzmuskelwulst erst dann zusammenzieht, wenn das Blut schon vorbei geflossen ist.

RESTRIKTIVE KARDIOMYOPATHIE

Bei der sog. restriktiven Kardiomyopathie handelt es sich um eine Erkrankung, bei das Herz auch ohne eine Verdickung des Herzmuskels dick, steif und unelastisch wird. Die Ursache sind in der Regel Ablagerungen von körpereigenen Substanzen (Eiweiße, bestimmte Zuckerformen oder Fett) zwischen den einzelnen Herzmuskelzellen. Solche Kardiomyopathien sind relativ selten und sollen in dieser kurzen Info nicht genauer behandelt werden.

WAS IST WICHTIG FÜR SIE?

Für alle Kardiomyopathien gilt, daß sie relativ selten auftreten. Die notwendigen Untersuchungen und später auch die Behandlung sind sehr individuell auf die einzelnen Patienten zugeschnitten, eine „Standarduntersuchung und -behandlung“

gibt es nicht. Ihr Kardiologe wird also im Verlauf der Behandlung sehr ausführlich mit Ihnen über alle Untersuchungs- und Behandlungsschritte sprechen.

Wichtig ist für Sie, daß Sie Ihre Krankheit verstehen und lernen, mit ihr umzugehen. Auch wenn es heute in vielen Fällen nicht möglich ist, die Krankheit grundlegend zu behandeln und zu beseitigen können die verschiedenen Behandlungsformen Ihnen ein weitgehend normales Leben mit wenigen oder sogar gar keinen Beschwerden ermöglichen. Auch wenn es Ihnen gut geht und sie keine Beschwerden haben: Lassen Sie sich regelmäßig in den Intervallen, die Ihr Kardiologe Ihnen empfehlen kontrollieren, denn jede Kardiomyopathie kann fortschreiten und dann evtl. eine Veränderung der Behand- lung erforderlich machen.

Diese Broschüre kann Sie über die verschiedenen Formen der Kardiomyopathien nur sehr grob informieren. Wenn Sie mehr wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info. Wählen Sie hier die Rubrik „Wissen“, wo viele Informationsmaterialien für Sie bereit stehen. Hier finden Sie auch eine sehr viel detailliertere Broschüre, in der die verschiedenen Formen der Kardiomyopathien, ihre Auswirkungen und ihre Behandlung beschrieben werden.

Herzklappenfehler

WAS SIND HERZKLAPPENFEHLER?

Herzklappen sind Ventile, die dafür sorgen, daß das Blut immer in der richtigen Richtung in das Herz hineinfließt und es wieder verläßt. Am Ein- und am Ausgang jeder Hauptkammer gibt es eine Herzklappe, die dafür zu sorgen haben, daß das Blut nur aus 1 Richtung in die Kammer einfließen und auch nur in 1 Richtung ausgepumpt werden kann. Weil das Herz aus einem rechten und einem linken Teil besteht und jede Herzseite 1 Hauptkammer hat gibt es insgesamt 4 Herzklappen. Man nennt sie Aorten-, Mitral-, Tri- cuspidal- und Pulmonalklappe.

WIE KÖNNEN HERZKLAPPEN ERKRANKEN?

Herzklappen können auf 2 Arten erkranken:

  • Sie können verengt und
  • undicht sein.

In einigen Fällen liegt auch eine Kombination beider Störungen vor, sodaß man hier von einem „kombinierten Herzklappenfehler“ spricht. Verengungen der Klappe nennt man „Stenose“, Undichtigkeiten heißen „Insuffizienz“. Es gibt also beispielsweise eine Aortenklappenstenose (= Verengung der Aortenklappe) und eine Mitralinsuffizienz (= Undichtigkeit der Mitralklappe).

WAS BEMERKT MAN VON HERZKLAPPENFEHLERN?

Klappenfehler bedeuten für den Herzmuskel viel Arbeit: Bei einer Verengung muß er Blut „mit Gewalt“ durch die verengte Herzklappe pressen. Bei starken Undichtigkeiten der Klappen, wenn nämlich Blut durch die undichte Klappe dorthin zurückfließt, woher es gerade gekommen ist, muß der Herzmuskel also einen großen Teil seiner Arbeit dazu aufwenden, das Blut unnötigerweise ein 2. Mal pumpen zu müssen.

Durch diese Arbeitsbelastung kann der Muskel und damit das gesamte Herz ermüden. Der betroffene Mensch verspürt diese Herzmuskelmüdigkeit als Luftnot, denn das Herz kann nun die Organe des Körpers nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgen. Wenn sich Blut vor einer verengten Herzklappe oder einer ermüdeten Herzkammer anstaut kann es zur Wasseransammlung (Ödem) in Lungen oder den Beinen kommen. Und schließlich können gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten und man kann an bestimm- ten Herzklappenfehlern sogar plötzlich sterben.

Die häufigsten Beschwerden bei Herzklappenfehlern sind Luftnot unter Belastung, Leistungsschwäche, Wasseransammlungen in den Bei- nen, Brustenge oder Schwindelerscheinungen. Nicht jeder Mensch hat alle diese Beschwerden; welche Beschwerden auftreten hängt vielmehr davon ab, welche der 4 Herzklappen undicht oder verengt ist und wie stark dieser Herzklappenfehler ist.

WIE WERDEN HERZKLAPPENFEHLER UNTERSUCHT ?

Herzklappenfehler verursachen in der Regel bestimmte Geräusche. Ein geübter Arzt kann aus deinem solchen Herzgeräusch erkennen, welche Herzklappe erkrankt ist, ob sie verengt oder undicht ist und wie schwerwiegend der Fehler ist. Er wird dann möglicherweise zusätzliche Untersuchungen durchführen, um sich ein genaueres Bild machen zu können und um entscheiden zu können, wie die weitere Behandlung sein sollte.

Zu diesen Untersuchungen gehören neben einem normalen EKG auch ein Röntgenbild. Die wichtigste Untersuchung ist eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie).

Hierbei kann man nicht nur die Herzklappen sehen, sondern auch feststellen, ob der Herzmuskels kräftig oder schon geschädigt arbeitet. Mit bestimmten Ultraschalltechniken (Farb-DOPPLER und Fluß-DOPPLER) kann man auch die Flußrichtung des Blutes sehen und dadurch Undichtigkeiten der Klappe erkennen und man kann auch die Schwere eines Herzklappenfehlers genau feststellen. Aus der bildlichen Darstellung dieses Blutflusses durch die Herzklappe am Bildschirm kann der Arzt auch recht genaue Aussagen dazu machen, wie schwer der Klappenfehler ist.

Wenn der Klappenfehler nach diesen völlig harmlosen Untersuchungen als geringfügig erkannt wurde sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig, sondern es wird eine medikamentöse Behandlung eingeleitet oder fortgeführt und der Klappenfehler wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

Ist der Klappenfehler aber hochgradig wird man eine Herzkatheteruntersuchung durchführen müssen.

Bei dieser Untersuchung geht es weniger darum, den Schweregrad des Klappenfehlers festzustellen, sondern vielmehr darum, um nun die Entscheidung treffen zu können, welche die beste der möglichen Behandlungsformen ist:

WIE WERDEN HERZKLAPPENFEHLER BEHANDELT?

Es gibt 2 Behandlungsformen: Die medikamentöse und die chirurgische. Welche dieser beiden Behandlungsformen die beste ist hängt davon ab, wie schwerwiegend der Klappenfehler ist, welche Beschwerden er verursacht, ob er zu Herzrhythmusstörungen oder einer Blutstauung geführt hat, ob der Herzmuskel schon Schaden genommen hat oder ob ein solcher Schaden in absehbarer Zeit eintreten wird.

Die leichten Formen der Herzklappenfehler kann man mit Medikamenten behandeln, die den Herzmuskel entlasten und damit indirekt stärken sollen, die Herzrhythmusstörungen beseitigen oder dämpfen und die evtl. Wasseransammlungen im Körper ausschwemmen sollen.

In den schwerwiegenden Fällen wird man die erkrankte Herzklappe allerdings mit einer Herzklappenoperation austauschen müssen. Bei einer solchen Operation wird die erkrankte Herzklappe entfernt und gegen eine neue Herzklappe ersetzt.

Bei diesen Herzklappen-“Prothesen“ handelt es sich entweder um Klappen „aus der Fabrik“, die aus Kunststoff und Stahl gefertigt werden („Kunstklappe“) oder um sogenannte biologische Herzklappen, die aus einer Herzklappe des Schweins hergestellt werden.

In letzter Zeit werden zunehmend Techniken entwickelt, mit denen man erkrankte Herzklappen auch ohne die Im- plantation künstlicher oder biologischer Klappenprothesen behandeln kann. Dabei kann man Klappen manchmal „reparieren“, wobei dies im Rahmen einer „großen“ Herzoperation, manchmal aber auch mit Kathetertechniken möglich ist.

Und seit neuestem versucht man sogar, eine verengte Aortenklappe durch eine spezielle Herzkathetertechnik ohne eine „große“ Herzoperation auszutauschen. Solche Behandlungsmethoden befinden sich aber zum Teil noch in der Entwicklung und sind noch nicht für jeden Patienten einsetzbar.

Manchmal wird es notwendig sein, daß man wegen des Herzklappenfehlers, ist er nun operiert oder nicht ein Medi- kament mit Namen Marcumar zur Blutverdünnung ein- nehmen muß (Siehe hierzu auch die ausführlichen Informationen und die Broschüre unter www.meinherzdeinherz.info.

WAS MÜSSEN SIE BEACHTEN?

Alle Menschen mit erkrankten Herzklappen sollten sich in regelmäßigen Abständen vom Kardiologen untersuchen und kontrollieren lassen, denn Herzklappenfehler können sich im Laufe der Zeit verschlechtern.

Bei solchen Kontrollen wird der Arzt danach suchen, ob Anzeichen für die gefährlichste Auswirkung der Klappenerkrankung, die Herzmuskelschwäche zu erkennen sind. Es ist daher wichtig, daß Sie sich in bestimmten Abständen, die Ihr Kardiologe Ihnen rät zu solchen Kontrolluntersuchungen melden.

Unabhängig davon, welches Ausmaß der Klappenfehler bislang hatte :

  • Wenn Sie plötzlich ohne erkennbaren Grund schwindelig werden oder wenn sich Luftnot oder Wasseransammlungen in den Beinen einstellen oder sich ver- schlechtern: Suchen Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen bei der allernächsten Gelegenheit auf.
  • Wenn Sie sogar ohnmächtig werden: Rufen Sie den Notarzt der Feuerwehr (Tel.: 112), denn in diesen Fällen kann sich ein bedrohlicher und gefährlicher Klappenfehler entwickelt haben, der unbedingt weiter abgeklärt und untersucht werden muß!

Wenn Sie sich genauer über Herzklappenfehler, eine Marcumarbehandlung, eine Herzklappenoperation oder die ver-schiedenen Untersuchungsmethoden informieren möchten besuchen Sie uns auch im Internet unter www.meinherzdeinherz.info.

Vor einer Bypass-OP

Eine koronare Bypass-Operation dient der Behandlung der koronaren Herzkrankheit.

Warum wird operiert?

Bei der koronaren Herzkrankheit (= KHK) kommt es infolge von fett- und kalkhaltigen Ablagerungen zu einer zunehmenden Verengung der Herzkranzarterien. Solche Verengungen können zu Beschwerden (Herzschmerzen = Angina pectoris) bis hin zum Herzinfarkt führen. Die Operation soll Ihre Beschwerden lindern oder sogar beseitigen, die Gefahr eines Herzinfarktes vermindern und nach Möglichkeiten Ihr Leben verlängern.

Prinzip der Operation

Bei einer Bypass-Operation benutzt der Chirurg Blutgefäße, die er entweder den Unterschenkeln entnimmt oder die er innerhalb der Brust vom Brustbein auf das direkt dahin gelegene Herz umleitet. Dabei funktionieren diese Bypass-Gefäß wie Umleitungen: Sie leiten das Blut an der Verengung oder dem Verschluß der Herzkranzarterie vorbei in den Herzmuskel.

Wann werden Sie operiert?

Nachdem Ihr Kardiologe Sie angemeldet hat werden Sie aus der Operationsklinik rechtzeitig einen Brief bekommen, in dem Sie über den Aufnahmezeitpunkt in der Klinik informiert werden. Bringen Sie neben einigen persönlichen Dingen (Schlaf-, Trainingsanzug, Waschzeug, Zahnbürste, Unterwäsche, Pantoffeln) eine Krankenhauseinweisung Ihres Hausarztes oder Kardiologen mit. Diese Krankenhauseinweisung sollten Sie zuvor von Ihrer Krankenkasse „abgestempelt“ haben. Notieren Sie sich auch zur Aufnahme im Krankenhaus, welche Ihre Rentenversicherungsanstalt (BfA, LVA, private Kasse) ist und wie Ihre Versicherungsnummer lautet; Sie benötigen diese Informationen für die Organisation der Anschlußheilbehandlung (siehe unten).

Vor der Operation

Vor der Operation werden einige einfache Untersuchungen (Blutuntersuchungen, Röntgen des Herzens und der Lungen), EKG und vielleicht auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt; eine Herzkatheteruntersuchung wird auf keinen Fall noch einmal durchgeführt.

Nach der Operation

Sie werden in der Nacht nach der Operation auf der Intensivstation liegen. In dieser Nacht werden Sie keine Schmerzen haben. In der Regel kommen Sie schon am folgenden Tag auf eine normale Station, wo Sie sich etwa 8 Tage lang erholen können, bevor Sie wieder entlassen, auf Wunsch in Ihr Heimatkrankenhaus oder in die Reha-Klinik verlegt werden.

Nach der Entlassung

Aus dem Krankenhaus werden Sie entweder nach Hause oder in eine Reha-Klinik entlassen. In solchen Reha-Kliniken wird die sogenannte Anschlußheilbehandlung durchgeführt.

Die Kliniken, in denen Anschlußheilbehandlungen (AHB) durchgeführt werden sind darauf eingestellt, Sie möglichst schnell wieder „fit zu bekommen“. Kurz vor der Operation werden Sie im Krankenhaus Besuch von einem Sozialarbeiter bekommen, der sich um diese Nachbehandlung kümmern wird.

Die AHB ist keinesfalls Pflicht; ich rate Ihnen aber, sich noch vor der Operation zu einer solchen Behandlung anmelden zu lassen. Sollten Sie 1 Woche nach der Operation schon selber genügend Kräfte gesammelt haben oder einen weiteren Aufenthalt in einer Klinik nicht wünschen melden Sie sich einfach wieder ab! In den ausführlichen Informationen über die Operation (hier klicken) wird auf das Thema „ambulante oder stationäre Anschlußheilbehandlung“ und auf die Frage, ob Sie sich einer Herzsportgruppe anschließen sollten und wie das funktioniert genauer eingegangen.

Nach der Krankenhausbehandlung

Wenn Sie die Operation und evtl. auch die Anschlußheilbehandlung glücklich überstanden haben werden etwa 8 Wochen vergangen sein. Sie werden sich nach dieser Zeit eigentlich schon wieder sehr gut und körperlich gut leistungsfähig fühlen. In aller Regel können Sie nach diesen 8 Wochen und nach Ihrer Rückkehr nach Hause auch wieder normal leben und arbeiten. Sie werden in aller Regel keine Herzschmerzen, keine Luftnot und auch keine Schmerzen an den Operationswunden haben, wobei es  trotzdem 1 Jahr dauern kann, bis Sie die Operation wieder vollkommen „aus den Knochen haben“. Auch auf Ihre Gefühle und Empfindungen nach der Operation gehen die ausführliche Informationen sehr viel detaillierter ein.

Wenn ich geschrieben habe, daß Sie nach der Operation wieder normal leben können so gibt es doch einige Dinge, die Sie beachten sollten:

  • Ihre Herzkranzgefäße sind nicht aus Langeweile krank geworden, sondern weil Sie den sogenannten Risikofaktoren ausgesetzt waren. Bei den Untersuchungen vor der Operation und nachfolgend in Krankenhaus und AHB sind diese Risikofaktoren identifiziert worden. Betrachten Sie die Operation als Schuß vor den Bug und versuchen Sie nachher alles, um die Bypass-Gefäße lange gesund zu halten und die Risikofaktoren von ihnen fern zu halten. Das bedeutet ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich mehr als vor der Operation, hören Sie mit dem Rauchen auf und vermindern Sie, falls nötig Ihr Gewicht.
  • Lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Hausarzt und Kardiologen untersuchen und betreuen. Beide kontrollieren in regelmäßigen Abständen den Zustand Ihres Herzens mit EKG, Belastungs-EKG und Ultraschalluntersuchungen. Sie kontrollieren auch Ihre Risikofaktoren und versuchen, diese soweit es notwendig ist zu beseitigen.
  • Nehmen Sie die Medikamente, die Ihr Hausarzt und Kardiologe Ihnen verschreiben gewissenhaft ein, auch wenn es Ihnen gut geht. Die meisten Medikamente, die Sie einnehmen sollten dienen nicht dazu, damit es Ihnen noch besser geht, sondern dazu, daß es Ihnen möglichst lange so gut geht wie direkt nach der Operation.

Wenn Sie sich noch genauer über eine Bypass-Operation informieren möchten:

Lesen Sie die ausführlichen Informationen, die Sie sich aus dem Internet herunter laden können. Hier wird auf die oben nur angedeuteten Themen sehr viel ausführlicher eingegangen und es werden zahlreiche Fragen beantwortet.

Wenn sie sich nicht nur für die Bypass-Operation interessieren, sondern auch noch für andere Dinge, die mit Kardiologie zu tun haben gehen Sie auf die website www.meinherzdeinherz.info.

 

Nach einer PTCA und Stent

Eine Ballonerweiterung wird durchgeführt und ein Stent wird eingepflanzt, wenn man an einer Krankheit mit dem Namen „Koronare Herzkrankheit“ oder abgekürzt „KHK“ leiden. Es ist auch möglich, daß diese Behandlung im Rahmen eines Herzinfarktes durchgeführt wurde.

Was ist bei der Ballonerweiterung geschehen?

Der Ballon bzw. der Stent ist gesetzt worden, um einer Verengung in einer Herzkranzarterie aufzuweiten. Dabei ist das Material (es handelt sich um Fettgewebe) zerdrückt und verteilt worden. Das Ganze funktioniert so ähnlich wie das mit der Fliege und der Fliegenklatsche: Wenn man eine Fliege mit der Klatsche erschlägt, dann wird die Fliege natürlich nicht beseitigt, sondern sie wird nur platt gedrückt. Genau dasselbe ist bei einer Ballonerweiterung geschehen: Das Fettgewebe, daß sich an einer umschriebenen Stelle befand ist platt gedrückt und verteilt worden. Dies hatte zur Folge, daß die Verengung beseitigt und das Gefäß erweitert wurde.

Bei einer solchen Ballonerweiterung muß der Arzt große Gewalt auf die Verengung ausüben, um den Fett-“Knubbel“ zu zerdrücken: 10 – 15 atü (zum Vergleich: Ein Autoreifen wird mit 1.0 – 1.5 atü aufgeblasen!). Bei einem solchen Druck wird das Gefäß verletzt und es kommt zu kleinen Einrissen in der Gefäßwand. Das ist an sich nicht weiter schlimm. Aber durch solche kleinen Mini-Verletzungen wird die Gefäßwand gereizt und es gibt nun Menschen, deren Körpergewebe auf solche Reizungen und Verletzungen mit überschießenden Narbenbildungen reagiert. Denken Sie beispielsweise an Operations- oder Verletzungsnarben, an denen sich im Laufe der Zeit „wildes Fleisch“ bildet und die Narbe häßlich aussehen läßt. Solches wildes Fleisch kann auch als Folge der Ballonverletzung in den Gefäßen entstehen, was zur Folge hat, daß sich das Gefäß erneut verengt. Eine solche erneut auftretende Verengung (= „Re-Stenose“) tritt nach einer einfachen Ballonerweiterung bei 30-40% aller Menschen im Laufe von 2-3 Monaten auf. Um solche Wiederverengungen zu verhindern sind Stents erfunden worden.

Stents

Stents sind kleine Röhrchen aus Stahl, die mit Hilfe des Ballons in die Gefäßwand eingepreßt werden und die hier zeitlebens verbleiben. Kurz nach der Einpflanzung eines solchen Stents liegen die Maschen des Drahtgeflechts noch frei im Blut; nach etwa 4 Wochen ist der Stent aber eingeheilt und innen von einem feinen Häutchen bedeckt, sodaß das Blut nun nicht mehr in Kontakt mit dem Metall kommen kann.

Um zu verhindern, daß das Blut durch den direkten Kontakt mit dem Metall des Stents gerinnt und ein so entstehendes Blutgerinnsel den Stent akut verschließt (was einen schweren Herzinfarkt zur Folge hätte) muß man in den ersten 4 Wochen nach der Stent-Einpflanzung 2 Medikamente einnehmen, die diese Blutgerinnung verhindern: Aspirin (oder ASS) und Medikamente mit dem Namen Clopidogrel, Plavix®, Iscover® oder Efient® behindern die Verklumpung von Blutplättchen und damit die Blutgerinnung. Diese „doppelte“ Medikamenteneinnahme zur Blockierung der Plättchenfunktion nennt man „duale Aggregationshemmung“. 4 Wochen nach der Implantation eines Stents kann man die Einnahme des 2. Medikamentes beenden, weil der Stent nun eingeheilt ist. Aspirin muß man aber lebenslang weiter einnehmen müssen.

Auch mit der Verwendung solcher Metall-Stents (= BMS = bare metal stent) besteht die Möglichkeit, daß es zur Bildung wilden Fleisches und damit zur erneuten Gefäßverengung kommt. Das geschieht nun aber sehr viel seltener als bei einfachen Ballonerweiterungen, dennoch können noch etwa 10-20% aller Stent-Patienten solche Re-Stenosen bekommen.

Um auch dies zu verhindern sind andere Stents erfunden worden, die über einen gewissen Zeitraum bestimmte Medikamente freisetzen, die vom Stent aus in die Gefäßwand eindringen und hier die Neubildung des wilden Fleisches verhindern. Solche Stents nennt man „medikamenten-freisetzende Stents“ oder „DES“ (= drug eluting stent). Sie verhindern die Wiederverengung des Stents sehr zuverlässig. Weil sie aber die Einheilung des Stents verzögern liegen bei diesen DES die Metallmaschen des Stents über einen sehr langen Zeitraum frei im Blut. Man schätzt, daß es ein halbes Jahr, vielleicht sogar noch länger dauer, bis solche Stents eingeheilt sind. Daher ist es bei diesen Stents von großer Bedeutung, daß Sie die beiden Medikamente (Aspirin oder ASS einerseits und Clopidogrel, Plavix®, Iscover® oder Efient® andererseits ununterbrochen für etwa 1/2 Jahr einnehmen.

Nachuntersuchungen

Nachuntersuchungen sind sehr wichtig. Sie haben 2 Aufgaben:

  1. Sie sollen klären, ob es innerhalb des mit der Ballonerweiterung oder dem Stent behandelten Gefäßabschnitts zu einer Wieder-Verengung gekommen ist. Hierzu werden innerhalb von 6 – 12 Monaten nach der Ballonerweiterung bzw. der Stenteinpflanzung EKG, Belastungs-EKG und vielleicht auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt werden. Am Ende dieser 6 – 12 Monate wird man mit dem Patienten darüber sprechen, in welcher Form die abschließende Untersuchung erfolgen soll. Dies muß nicht immer mit dem Herzkatheter geschehen, denn in vielen Fällen reichen auch ein Belastungs-EKG oder eine Szintigraphie aus; welche Untersuchung die für den Betreffenden Beste ist wird der Arzt besprechen.
  2. Die ebenso wichtige 2. Aufgabe der Nachuntersuchungen besteht darin, den Zustand Ihrer Risikofaktoren zu überprüfen.

Wann muß man wieder zum Arzt?

Am Ende der Untersuchungen wird man dem Patienten sagen, wann er zur nächsten Kontrolle kommen sollten. Man sollte zu diesen Terminen immer Ihre letzten Blutwerte und Medikamente mitbringen!

Man sollte umgehend und sofort zum Hausarzt oder zum Kardiologen gehen,  wenn

  • man Brustschmerzen bekommt, die man bis dahin nicht kannte,
  • wenn man Brustschmerzen hat, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • wenn man Luftnot bei Anstrengungen hat, die einem bisher nichts ausgemacht haben,
  • wenn man starkes und angenehmes Herzklopfen verspürt.

In diesen Fällen sollte man ohne Voranmeldung in die Praxis des Hausarztes oder Kardiologen gehen, damit die Ärzte sofort sehen können, was die Ursache dieser Probleme ist.

Man sollte sich allerdings umgehend ins Krankenhaus bringen lassen, wenn man

  • Brustschmerzen bekommen, die nicht nach 2maligem Gebrauch von Nitro-Spray innerhalb von 20 Minuten wieder verschwunden sind oder
  • wenn Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle auftreten.

Man darf in diesen Fällen nicht selber ins Krankenhaus gehen oder fahren, sondern sollte den Notarzt der Feuerwehr unter der Telephonnummer 112 anrufen.

Wenn Sie sich genauer über eine Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.

 

Luftnot

Was bedeutet Luftnot?

Luftnot (medizinisches Wort: Dyspnoe (sprich: Düsspnö)) ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, eine Beschwerde. Die betroffenen Menschen beschreiben dieses Symptom teilweise sehr unterschiedlich: So als habe man „Luftmangel“ oder nicht genügend Sauerstoff, als sei man außer Atem, als würde das Atmen schwer fallen, als würde man ersticken oder als müsse man dringend frische Luft haben und das Fenster öffnen müsse. Und manche Menschen wiederum bezeichnen mit Luftnot das Gefühl, sich körperlich nicht ausreichend belasten zu können. Dabei wird unterschieden zwischen der Luftnot unter körperlicher Belastung (= Belastungs-Dyspnoe), Luftnot in Ruhe (= Ruhe-Dyspnoe oder Dyspnoe beim Sprechen.

Wodurch wird Luftnot verursacht?

Dyspnoe kann durch eine krankhafte Schwächung des Kreislaufes und des Herzens, durch eine Lungen- oder Bronchialerkrankung oder beispielsweise durch Blutarmut verursacht werden. Sie ist aber oft „nur“ Ausdruck geringen körperlichen Trainings und wird den Betroffenen irgendwann einmal bewußt, sodaß sie von nun an darauf achten. Der Autor dieser Zeilen beispielsweise ist körperlich untrainiert; wenn er mit schnellem Tempo Treppe steigen muß dann bleibt er nach der 3. oder 4. Etage stehen und empfindet Luftnot und auch vorbei gehende Personen werden feststellen, daß er kräftig atmet und schnauft. Dies ist aber kein Ausdruck einer bestimmten Krankheit oder Funktionsstörung des Herzens oder der Lungen, sondern einfach auf seinen geringen körperlichen Trainingszustand (und sein Übergewicht) zu beziehen.

Am Anfang der Untersuchungen, die der Arzt zur Abklärung von Dyspnoe durchführt steht also die Frage, ob es sich tatsächlich um krankhafte Luftnot handelt.

Was muß man untersuchen?

Die Betroffenen können 2 Wege einschlagen, indem sie sich zunächst beim Kardiologen oder beim Pneumologen (= Lungenfacharzt) vorstellen.

Der Kardiologe wird bestimmte Untersuchungen durchführen und (wenn er keine erklärende Ursache finden sollte) weitere Untersuchungen durch den Lungenarzt vorschlagen. Und der Pneumologe würde (wenn seine Untersuchungen nichts ergeben) den Kardiologen einschalten.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Kardiologen sind eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) und ein Belastungs-EKG. Mit dem Echo kann er die Pumpfähigkeit des Herzens beurteilen (schlagen die Herzkammern kräftig oder müde?), er kann die Funktionsfähigkeit der Herzklappen (sind die Klappen verengt oder undicht?) überprüfen, er kann nachsehen, ob die Füllung der Herzkammern ungestört verläuft und ob sich Wasser im Herzbeutel befindet. Das Belastungs-EKG  dient einerseits der Suche nach Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, wird in dieser Situation aber vielmehr dazu benutzt, um die körperliche Belastbarkeit eines Menschen zu untersuchen. Verspürt ein 82 Jahre alter Mann beispielsweise nach 100 Watt Luftnot so ist dies ein normaler Zustand; 100 Watt bei einem 30 Jahre alten Mann sind allerdings eindeutig zu wenig, was bedeutet, daß dieser Mensch ein körperliches Problem hat, das das Empfinden von Luftnot tatsächlich erklären kann.

Der Lungenfacharzt wiederum wird neben einem Röntgenbild der Lungen auch eine Lungenfunktionsprüfung durchführen. Hierbei handelt es sich um eine harmlose Untersuchung, bei der man in einer engen Kabine sitzt und durch ein Schlauchsystem atmet. Durch bewußtes tiefes Ein- und Ausatmen kann der Arzt aus dem Luftfluß in den Schläuchen, aus dem Druck, mit dem ein Mensch die Atemluft ein- und ausatmet und aus der Menge der bewegten Luft Rückschlüsse auf die Funktion der Bronchien und Lungen ziehen. Schließlich kann er auch messen, wieviel Sauerstoff und Kohlendioxid sich im Blut befinden, was wiederum Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit der Lungen zuläßt.

Und schließlich kann man bestimmte Blutuntersuchungen durchführen, um nach körpereigenen Stoffen zu suchen, die für das Vorliegen einer Herzschwäche sprechen oder man kann eine Lungenfunktionsprüfung auch unter körperlicher Belastung durchführen.

Am Ende dieser Untersuchungen steht die Antwort auf die Frage fest, ob es sich bei der empfundenen Dyspnoe um den Ausdruck einer Erkrankung z.B. des Herzens, der Lungen oder der Bronchien handelt oder ob diese Organe ordentlich und ungestört arbeiten.

Und wenn das Herz in Ordnung ist?

Wenn wie bei Ihnen eine körperliche Ursache der Luftnot ausgeschlossen werden konnte bedeutet dies nicht, daß0 Sie ein Simulant wären. Es heißt dann nur, daß andere Ursachen vorliegen. Die beiden wichtigsten „anderen“ Ursachen für Luftnot sind der oben schon angesprochene körperliche Trainingszustand und die Psyche, wobei „Psyche“ in diesem Zusammenhang nicht abwertend gemeint ist: Ärger oder Streß können Luftnot verursachen (der Volksmund spricht von „dicker Luft“) und seelische Anspannung kann ebenfalls Luftnot verursachen (man spricht ja auch von „atemloser Spannung“). Menschen, die Luftnot beim Sprechen verspüren, deren körperliche Belastbarkeit aber im Fahrrad-Belastungstest normal ist können keine „organische“ Ursache für Luftnot haben, sondern sollten vielmehr daran denken, daß sie vielleicht eine falsche Atemtechnik beim Sprechen haben. Ansonsten gibt es aber die Erklärung: „Vielleicht atme ich ja falsch“ nicht, denn die Atmung ist eine derjenigen Körperfunktionen, über die man nicht bewußt nachdenken muß: Der Körper regelt das schon von alleine und wenn man beginnt, darüber nachzudenken, wie man atmet hat man schon ein Problem:

Im 1. Semester des Medizinstudiums wurden (nur um ein Beispiel zu nennen) alle Studenten des Jahrgangs des Verfassers dieser Broschüre gebeten, beim Einschlafen abends auf die Atmung zu achten und über die Beobachtung am nächsten Tag zu berichten. Fast alle (jungen und kerngesunden) Studenten berichteten über Schwierigkeiten oder Unregelmäßigkeiten beim Atmen, was man als Beweis dafür ansehen kann, daß auch die gesündesten und normalsten Körperfunktionen bei entsprechender Beachtung als Problem empfunden werden können.

Welche Ursache bei Ihnen verantwortlich ist sollten Sie mir dem Kardiologen, dem Lungenfacharzt oder Ihrem Hausarzt besprechen, vielleicht kennen Sie die Antwort ja auch schon selber. Und ebenfalls sollten Sie mit Ihren Ärzten darüber sprechen, wie Sie Ihr Empfinden von Luftnot beseitigen können, vielleicht durch körperliches Training und Ausübung von „Ausgleichssport“ oder durch ein beruhigendes Gespräch.

Wichtig für Sie ist an dieser Stelle, daß letztlich keine bedeutsame Erkrankung Ihres Herzens festgestellt wurde und daß daher auch keine spezielle Behandlung notwendig ist. Lassen sie sich, wenn Sie dort noch nicht waren, vom Lungenarzt untersuchen, wobei wir Ihnen bei der Besorgung eines Termins gerne helfen oder sprechen Sie, wenn auch der Lungenarzt nichts hatte finden können einmal mit Ihrem Hausarzt über Ausgleichssport, körperliche Fitness oder eine Gesprächstherapie.

Wenn Sie mehr über die Herzschwäche oder andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info und klicken Sie auf „Wissen“.

Herzkatheter oder Szintigraphie?

Ich möchte Sie hier kurz über 2 Untersuchungsmethoden informieren, die in der Kardiologie sehr wichtig sind:

Herzkatheteruntersuchung

Eine Herzkatheteruntersuchung wird meistens durchgeführt, um Herzkranzgefäße genau untersuchen zu können.

Die Herzkranzarterien sind dafür zuständig, daß der Herzmuskel mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Es gibt eine Arterie, die die Vorderwand des Herzens, eine weitere Arterie, die die Hinterwand und eine weitere Arterie, die die Seitenwand des Herzens versorgt. Diese 3 Gefäße sind sehr dünn (am Ursprung ca. 4 mm dick) und liegen auf der Außenseite des Herzens. Man kann sie weder auf einem normalen Röntgenbild des Herzens noch im Ultraschall erkennen.

Um diese Gefäße sehen zu können muß man sie mit Kontrastmittel anfüllen und sie dann röntgen. Genau hierzu ist die Herzkatheteruntersuchung da:

Der Arzt führt einen dünnen Plastikschlauch (= „Herzkatheter“) von einer kräftigen Schlagader in der rechten Leiste aus bis zum Herzen vor. Um den Katheter in die Leistenarterie einführen zu können wird die Haut über der Arterie betäubt, damit der Einstich in das Gefäß mit einer Nadel nicht weh tut. Den Weg des Katheters von der Leiste zum Herzen spürt man nicht, denn die Adern, durch die der Katheter „läuft“ sind an den Innenseiten taub und gefühllos. Der Arzt beobachtet den Lauf des Katheters im Röntgenbild und kann den Katheter dadurch stets in die richtige Richtung lenken. Am Herzen angekommen wird die Spitze des Katheters in die Herzkranzgefäße eingeführt. Danach spritzt der Arzt das Kontrastmittel in das Gefäß und filmt, wie sich die Adern anfärben. Indem er diese Kontrastmittelanfüllung aus verschiedenen Richtungen filmt kann er Verengungen oder Verschlüsse der Gefäße genau erkennen. Ebenfalls wird er die linke Herzkammer mit Kontrastmittel anfüllen, damit er genau sehen kann, ob der Herzmuskel überall kräftig arbeitet, ob er durch verengte Gefäße bereits geschädigt ist und wie die Herzklappen arbeiten.

Man spürt von einer Herzkatheteruntersuchung nur 3 Dinge: Den Einstich zur lokalen Betäubung in der Leiste, die Kontrastmittelfüllung der Herzkammer in Gestalt eines „sonderbaren“ (keinesfalls unangenehmen) Wärmegefühls im ganzen Körper einschließlich in Blase und Darm sowie in manchen Fällen Herzstolpern oder Herzklopfen, das auftritt, wenn der Arzt die Herzkammer von innen mit dem Katheter berührt. Alle anderen Dinge, d.h. den Weg des Katheters von der Leiste zum Herzen oder die Einspritzung nur kleiner Kontrastmittelmengen in die Herzkranzgefäße werden Sie nicht bemerken!

Während der gesamten Untersuchung werden laufend Ihr Blutdruck und Ihr EKG überwacht. Dennoch sind Komplikationen wie Entzündungen des Herzens, Blutergüsse in der Leistengegend, Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerwiegende Herzrhythmusstörungen möglich. Bedrohliche Untersuchungskomplikationen treten aber nur sehr selten (weniger als 1mal bei 1.000 Untersuchungen) auf.

Herzkatheteruntersuchungen sind heute Routineuntersuchungen, die sehr sicher sind und jeden Tag viele Tausend Mal durchgeführt werden. Ob eine solche Untersuchung ambulant durchgeführt werden kann (Sie kommen 4 Stunden nach der Untersuchung wieder nach Hause) oder ob sie im rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden sollte wird der Arzt vor der Untersuchung mit Ihnen besprechen.

Szintigraphie

Im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung ist eine Szintigraphie vollkommen harmlos. Man kann bei dieser Untersuchung allerdings keine Herzkranzgefäße sehen, sondern man untersucht „nur“ die Durchblutung des Herzmuskels und sucht nach vielleicht bislang unentdeckten Narben.

Hierzu wird zunächst ein Belastungs-EKG durchgeführt. Am Ende der Belastung wird eine geringe radioaktiven Kontrastmittels in eine Vene des Armes eingespritzt.

Dieses Kontrastmittel ist so beschaffen, daß es mit dem Blutstrom zum Herzen und durch die Herzkranzarterien in den Herzmuskel fließt. Hier sammelt es sich nach ca. 1 Stunde an und hält sich für etwa 1-2 Stunden im Herzmuskel fest. Nach der „Verteilungsphase“ von etwa 1 Stunde werden Sie unter eine Spezialkamera gelegt, die im Verlauf von etwa 20 Minuten um Ihren Brustkorb fährt und dabei photographiert, wie sich das Kontrastmittel im Herzmuskel verteilt hat. Hierdurch stellt man die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung dar.

Am folgenden Tag wird man die Untersuchung wiederholen, dieses Mal jedoch ohne Belastungstest, d.h. es wird Kontrastmittel in die Vene eingespritzt und nach etwas 2 Stunden wiederum photographiert, wie es sich im Herzmuskel verteilt hat.

Die Grundüberlegung dieser Untersuchung besteht darin, daß sich das Kontrastmittel im Normalfall gleichmäßig in allen Teilen des Herzmuskels verteilen sollte. Wenn eine der Herzkranzgefäße verengt ist fließt durch diese verengte Ader weniger Kontrastmittel zum Herzmuskel als in den anderen gesunden Gefäßgebieten. Man kann dann auf den Photographien sehen, daß an bestimmten Stellen weniger Kontrastmittel ankommt als an deren Stellen. Dies ist keinesfalls ein Beweis dafür, daß die in dieses vermindert angefärbte Gebiet führende Herzkranzarterien verengt ist, aber ist ein dringender Verdachtsmoment, der dann in der Regel unbedingt durch eine Herzkatheteruntersuchung geklärt werden muß.

Eine Szintigraphie liefert anders als eine Herzkatheteruntersuchung keine 100%ige Gewissheit über den Zustand Ihrer Kranzgefäße. Es gibt Menschen, bei denen die Untersuchung Durchblutungsstörungen „vortäuscht“, obwohl die Herzkranzgefäße vollkommen gesund sind und es gibt Menschen, bei denen die Untersuchung eine vielleicht tatsächlich vorliegende Gefäßverengung und Durchblutungsstörung fälschlicherweise nicht erkennt. Die Treffsicherheit einer Szintigraphie liegt daher im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung (100%) nur bei 80 – 85%.

Gibt´s da nicht noch etwas anderes?

Gibt es und zwar in Form einer „Streß-Echokardiographie“, einer MRT- oder CT-Untersuchung:

Beim Streß-Echo wird der Patient belastet. Die ideale Belastungsform ist die auf dem Fahrradergometer (ebenso wie beim Belastungs-EKG), ist dies aber nicht möglich verwendet man Medikamente, die man während der Untersuchung als Infusion gibt und die das Herz „chemisch“ antreiben. Man sieht sich die linke Herzkammer dann im Ultraschall an und beobachtet, ob sich bestimmte Herzwände unter der Belastung schlechter bewegen als in Ruhe. In einem solchen Fall geht man davon aus, daß diese Wand schlechter mit Blut versorgt wird und daß die Ader, die diese wand mit Blut versorgt verengt oder sogar verschlossen ist. Die Ader selber kann man nicht sehen.

Ein MRT (Magnet-resonance-Tomographie) ist die bildliche Darstellung des Herzens mit einem speziellen CT-Gerät. Dieses Gerät arbeitet ohne Röntgenstrahlen und stellt das Herz (und viele andere Organe und Körperteile) mit Hilfe eines sehr starken Magneten dar. wird der Magnet eingeschaltet so richten sich alle Atome des Körpers in einer bestimmten Richtung aus; schaltet man den Magneten ab so trudeln die Atome wieder in ihre ursprüngliche Bewegungsrichtung. Bei dieser Rückbewegung werden winzige Energiemengen frei, die von anderen großen Magneten aufgefangen und dann nachfolgend elektronisch verarbeitet werden. Aus dieser elektronischen Verarbeitung entstehen die MRT-Bilder.

Mit einer MRT-Untersuchung kann man die Adern sehen, die Qualität der Bilder ist allerdings nicht sehr gut. Der Hauptgrund zur Durchführung der Untersuchung ist ebenso wie beim Streß-Echo die Beobachtung der Bewegungen der einzelnen Herzwände unter Belastung. Aus einer evtl. Bewegungsstörung kann man (ebenso wie beim Streß-Echo) folgern, daß die Durchblutung dieser Wand durch eine verengte oder verschlossene Ader gestört ist. Weil ein Fahrradergometer in der Nähe der starken Magneten eines MRT-Gerätes nicht funktionieren würde benutzt man für die Belastung des Herzens bei dieser Untersuchung ausschließlich Medikamente.

Man kann zudem auch für eine MRT-Untersuchung Kontrastmittel einspritzen. Mit Hilfe dieses Kontrastmittels kann man Narben des Herzmuskels (z.B. nach Entzündungen oder Herzinfarkten) sehen und auch Durchblutungsstörungen feststellen, wenn man nämlich sieht, daß das Kontrastmittel verlangsamt von der Außen- zur Innenschicht des Herzens wandert.

Und dann gibt es schließlich noch das Röntgen-CT. Ich möchte nicht genauer darauf eingehen, denn es erfordert den Einsatz eines „normalen“ Röntgenkontrastmittels ud ist mit einer relativ hohen Röntgen-Strahlenblastung verbunden. Die Technik des Röntgen-CTs wird aber immer besser, denn die großen Hersteller dieser Geräte arbeiten mit Hochdruck daran.

Ja was denn nun? Herzkatheter, Streß-Echo oder MRT?

Man kann diese Frage nicht pauschal beantworten, denn sie hat etwas mit „Wahrscheinlichkeit“ zu tun:

Jeder Arzt setzt bei seiner Suche nach der Ursache von Beschwerden solche „Wahrscheinlichkeiten“ ein. Kommt man beispielsweise zum Arzt und klagt über Schmerzen im linken Daumen dann fragt der Arzt danach, wobei diese Schmerzen angefangen haben und er wird sich ansehen, die der Daumen aussieht. Berichtet der Patient darüber, daß die Schmerzen angefangen hätten als er versucht hat ein Bild an der Wand aufzuhängen und dabei mit dem Hammer gearbeitet habe und sieht der Arzt einen roten Daumennagel dann ist die Sache klar: Hammerschlag auf den Daumen = Diagnose klar.

Berichtet aber jemand z.B. über Schmerzen in der linken Brustseite dann kann dies verschiedene Ursachen haben: Natürlich das Herz, aber es könnte ebenso eine Wirbelsäulenkrankheit, eine Säure-Reizung der Speiseröhre infolge eines undichten Ventils zwischen Magen und Speiseröhre, eine Reizung der Knorpelstückchen zwischen Rippen und Brustbein oder eine Reizung der weiblichen Brust sein. Aus verschiedenen Informationen wird der Arzt nun versuchen, die Wahrscheinlichkeit dafür zu bestimmen, daß eine der in Frage kommenden Ursachen verantwortlich ist.

Ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es das Herz ist sehr groß wird er keine andere Untersuchung anordnen müssen als eine Herzkatheteruntersuchung, denn nur hier sieht man mit 100%iger Gewissheit die Herzkranzgefäßverengung und kann sofort auch die notwendige Behandlung (Medikamente, Ballonerweiterung mit Stent-Einpflanzung oder Bypass-Operation) festlegen.

Ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkrankheit sehr gering wird wahrscheinlich keine der genannten Untersuchung erforderlich sein.

Ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkranzgefäßerkrankung aber mittelmäßig groß dann kommt eine der genannten Untersuchung (Streß-Echo, MRT oder CT) in Betracht. In dieser Situation dienen diese Untersuchungen zu nichts anderem als zur Klärung der Frage, ob die Herzkranzgefäße ein Problem haben oder nicht. Welche dieser Untersuchungen der Kardiologe empfiehlt oder sogar selber durchführt hängt sehr stark davon ab, welche Erfahrung er mit den einzelnen Untersuchungen hat und welches Risiko (auch Strahlenrisiko) die einzelnen Untersuchungen haben. Ist die Untersuchung auffällig und deutet auf ein Problem mit den Herzkranzadern hin dann muß die Herzkatheteruntersuchung stets der nächste Schritt sein. Es hat also keinen Sinn, z.B. ein Streß-echo durchführen zu lassen, wenn man (aus welchen Gründen auch immer) nachfolgend nicht ggfs. auch eine Herzkatheteruntersuchung durchführen ließe.

Und à propos Streß-Echo:

In vielen Fällen kann das Streß-Echo keine vernünftigen Ergebnisse liefern, denn Herzpatienten sind oft schwer zu beschallen. Dies liegt daran, daß die Lungen oft durch langjähriges Rauchen geschädigt sind und viel lufthaltige Lunge über dem Herzen liegt, was für eine Ultraschalluntersuchung sehr ungünstig ist. Oder daß die Patienten stark übergewichtig sind, sodaß die Ultraschallstrahlen auf dem Weg zum und vom Herzen weg durch die Fettschicht stark abgeschwächt werden und dadurch schlechte Bilder erzeugt werden. Auch solche Faktoren müssen berücksichtigt werden, wenn man sich entscheiden muß, welche Untersuchung man anwenden muß, um zu Klären, ob das Herz krank ist oder nicht. Man sollte solche Untersuchungen daher immer mit einem Kardiologen besprechen und sich dabei die Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen erklären lassen.

Wenn Sie mehr über die erwähnten Untersuchung wissen möchten und vielleicht auch kurze Filme über das Aussehen der Herzkranzgefäße oder die typischen bunten Szintigraphiebilder gesunder und kranker Herzen sehen möchten gehen Sie doch mal auf die website „www.meinherzdeinherz.info“ und klicken Sie auf „wissen“.