Wenn Sie etwas lernen möchten

Sie sind Medizinstudent oder junger Arzt und möchten etwas über das EKG lernen?

Dann kann ich Ihnen meinen EKG-Kurs empfehlen. Sie lernen in diesem Kurs etwas darüber, was es mit der elektrischen Aktivität des Herzens auf sich hat, wie ein EKG entsteht, was man dort sehen kann und wie man es interpretiert. Wenn Sie interessiert sind: Ärzte klicken hier, Assistenten klicken hier.

Sie sind angehender Kardiologe und möchten sich über die Durchführung von Herzkatheteruntersuchungen informieren?

Ich habe mein „Corobuch“ fast vollständig fertig. Sie lesen hier in 23 Kapiteln etwas darüber, wie man die verschiedenen Untersuchungstechniken (Rechts-, Linksherzkatheter, transseptale Technik, JUDKINS-, SONES-, Radialis-Technik) durchführt, Sie lesen über Tricks und Schwierigkeiten der einzelnen Methoden, über Komplikationen, über die Bewertung Ihrer Befunde und die Auswertung von Katheteruntersuchungen und Sie erfahren etwas über erworbene und angeborene Herzfehler, deren Hämodynamik und deren invasive Untersuchung. Interessiert? Dann klicken sie hier.

Und schließlich das Wichtigste:

Wenn Sie an mehr oder weniger sinnlosen quälend langen Veranstaltungen teilnehmen müssen (z.B. Schnittstellenbesprechungen, QM-Sitzungen o.ä.) dann sollten Sie auf Ihrem Smartphone oder Tablet immer das Bullshit-Bingo gespeichert haben. Sie werden solche Besprechungen lieben!

Kleine Bitte: Wenn Ihnen neue Begriffe vom Typ Implementi-Sprache oder Wichtigtuer oder warme Luft begegnen, die die Aufnahme ins Bullshit-Bingo verdienen: Schicken Sie mir eine eMail unter andreaslauber@mac.com. Danke auch im Namen aller Besprechungsopfer.

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Koronare Herzkrankheit (KHK)

 

Bei der koronaren Herzkrankheit (oder Koronarkrankheit oder KHK)  handelt es sich um eine Krankheit, die zu Verengungen oder sogar Verschlüssen von Herzkranzgefäßen geführt hat. Die Betroffenen werden mit dieser Krankheit leben müssen. Und Sie werden gut damit leben können! Aber man muß verschiedene Dinge wissen:

WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

Herzkranzgefäße werden, wie alle anderen Schlagader des Körpers übrigens auch, nicht vor lauter Langeweile krank. Vielmehr ist es so, daß sich unter dem Einfluß sogenannter Risikofaktoren (Zigarettenrauchen, erhöhte Blutfettwerte, Blutzucker-, Bluthochdruckkrankheit oder Erbfaktoren) Ablagerungen aus Fett in den Gefäßwänden gebildet haben. Diese Ablagerungen sind über viele Monate und Jahre gewachsen, ohne daß Sie etwas davon bemerkt haben und haben zu Verengungen oder sogar Verschlüssen geführt.

WIE WIRD DIE KRANKHEIT BEHANDELT?

Egal ob man eine Ballonerweiterung (PTCA) haben über sich ergehen lassen müssen, ob Stents implantiert wurden oder sogar eine Bypass-Operation durchgeführt wurde oder nicht:

Das Grundprinzip der Behandlung ist immer gleich, denn sie verfolgt 3 Ziele:

  1. Sie soll Ihre Beschwerden lindern,
  2. Sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit keinen für Sie schlimmen Verlauf (wie z.B. einen Herzinfarkt) nimmt und
  3. Sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit nicht weiter fortschreitet und dabei vielleicht Gefäßstellen befällt, die heute noch gesund sind.

Diese Ziele werden durch Medikamente und durch das Verhalten der Betroffenen erreicht.

Mit der Feststellung der Krankheit werden Sie mit Medikamenten behandelt werden. Es wird nicht nur 1 Medikament sein, das Sie einnehmen müssen, sondern vielleicht viele. Alle diese Medikamente sind bei Menschen, die auch Ihre Krankheit haben seit vielen Jahren im Einsatz und wir Ärzte wissen, daß sie sicher und gut sind.

Einige Menschen fragen sich morgens, wenn sie vor ihrer Medikamentensammlung sitzen, die sie über den Tag einnehmen müssen, ob das wirklich alles sein muß. Und viele lehnen diese Medikamente auch ab, weil sie sagen: „Ich habe etwas gegen Chemie!“ Sie werden vielleicht auch einmal die eine oder andere Tablette weglassen, ohne daß irgendetwas passiert wäre. Aber wenn Sie das öfters machen müssen Sie wissen, daß Sie gefährlich leben! Denn die meisten der Medikamente, die Sie nehmen müssen dienen nicht dazu, Ihr Wohlbefinden zu steigern oder Beschwerden zu lindern, sondern Sie dienen dem Zweck, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Sie länger leben zu lassen. Und diesen Schutz verlieren Sie, wenn Sie die Medikamente weg lassen! Wenn Sie Zweifel an Ihren Medikamenten oder an der Menge, die Sie einnehmen müssen haben: Lassen Sie sie nicht einfach weg oder werfen Sie sie nicht in den Mülleimer, sondern fragen Sie Ihren Hausarzt oder Ihren Kardiologen. Es ist wichtig, wirklich!

Und dann sind da Ihre Risikofaktoren. Sie werden es ja sicherlich schon wissen, aber wir schreiben es hier trotzdem noch einmal auf:

Die strenge Einstellung Ihres Blutdruckes (mit Medikamenten!), die Normalisierung Ihrer Blutzuckerkrankheit und Ihrer Cholesterinwerte (mit Medikamenten!) wird Ihr Leben verlängern, daran gibt es auch nach vielen wissenschaftlichen Untersuchungen keinen Zweifel. Versuchen Sie, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, es gibt Beratungs- stellen und Hilfsangebote Ihrer Krankenkasse, es gibt Nikotinpflaster oder Rauchentwöhnungs-Tabletten und es gibt (auch für Frauen!) die Möglichkeit, die Entzugsphase durch Pfeiferauchen zu überbrücken (wenn schon etwas qualmen sein muß).

Ernähren Sie sich bewußt und gesund, auch hierzu gibt es Kurse bei den Krankenkassen oder bei der Volkshochschule. Vermindern Sie, wenn Sie übergewichtig sind langsam aber sicher Ihr Gewicht. Es ist mühsam und (mit Sicherheit) unerfreulich und es wird Rückschläge geben. Aber geben Sie nicht auf und starten Sie einen neuen Versuch. Und schließlich: Bewegen Sie sich. Kaufen Sie sich keinen Heimtrainer und fangen Sie nicht mit dem Joggen an! Aber gewöhnen Sie es sich an, mindestens 1mal am Tag über 20 – 30 Minuten zu laufen, gehen Sie an die frische Luft und lassen Sie für kurze Wege Ihr Auto einfach mal stehen. Und wenn Sie es besonders gut machen möchten: Gehen Sie 2mal wöchentlich ins Schwimmbad oder in Fitness-Studio und trainieren Sie hier Ihre Ausdauer.

Sie werden sehen: Automatisch werden Blutzuckerkrankheit, Bluthochdruck, Blutfettwerte und Gewicht besser. Und besser fühlen werden Sie sich auch noch. Sagen Sie nicht: „Das kann ich nicht, ich hab ́s nämlich am Knie, an der Hüfte, im Kreuz usw.“. Ich bitte Sie: Wir Ärzte kennen diese Ausreden, denn es sind wirklich Ausreden. Sie müssen kein Training für die Bundesliga oder die nächste Olympiade absolvieren und selbst wenn Sie sich nur ein wenig belasten können: Wenig ist mehr als nichts!

WAS MUß ICH BEACHTEN?

Trotz aller Medikamente und auch wenn Sie sich genau nach den Empfehlungen Ihrer Ärzte richten: Es kann immer sein, daß sich die Krankheit weiter entwickelt. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn Sie nicht gerade weiter sündigen, aber geschehen kann es trotzdem. Beachten Sie daher, daß es bestimmte Symptome gibt, die Sie alarmieren müssen:

  • Brustschmerzen, die Sie bis dahin nicht kannten,
  • Brustschmerzen, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • Luftnot bei Anstrengungen, die Ihnen bisher nicht ausgemacht haben,
  • starkes und angenehmes Herzklopfen,
  • Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Wenn Sie solche Veränderungen bemerken: Gehen Sie möglichst sofort zu Ihrem Hausarzt, zu Ihrem Kardiologen oder lassen Sie sich (wenn es nachts oder an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen passiert) ins das nächste Krankenhaus bringen. Es könnte ein Herzinfarkt sein! Niemand von Ihren Ärzten oder im Krankenhaus wird lachen oder mit Ihnen schimpfen, wenn es „falscher Alarm“ war. Aber wenn es kein falscher Alarm war retten Sie sich damit das Leben, denn Herzinfarkte, die ja die schlimmste Komplikation Ihrer Krankheit sind können heute gut und sicher behandelt werden, wenn Sie schnell genug (d.h. innerhalb von 4 Stunden nach Schmerzbeginn!) in die richtige Behandlung kommen.

MUß ICH NOCH EINMAL KONTROLLIERT WERDEN?

Ja, und zwar regelmäßig. Nicht mit dem Herzkatheter, denn der wird nur dann durchgeführt, wenn sich an Ihrem Zustand oder an Ihren Befunden etwas Grundlegendes verändert.

Die Kontrollen, denen Sie sich unterziehen sollten bestehen vielmehr aus einem Gespräch mit Ihnen darüber, wie es Ihnen geht und ob Sie Beschwerden haben, aus einer körperlichen Untersuchung, aus EKG, Belastungs-EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens und Laborwertkontrollen von Zucker und Cholesterin. Lassen Sie alle 3 Monate Blutdruck und Blutwerte durch Ihren Hausarzt kontrollieren und gehen Sie regelmäßig (z.B. alle 6-12 Monate (Hausarzt fragen!) zu Ihrem Kardiologen. Bringen Sie zum Kardiologen bitte die letzten Blutwerte mit, die der Hausarzt bestimmt hat.

Solche Kontrolluntersuchungen sind wichtig, denn Ihr Kardiologe will damit erkennen, ob die Krankheit bei Ihnen stabil verläuft oder ob sie sich verschlechtert, ob Sie ihre Medikamente gut vertragen oder ob Nebenwirkungen auftreten und ob Ihre Risikofaktoren gut eingestellt sind.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.

Nach einem Herzinfarkt mit Stent-Implantation

Sie haben einen Herzinfarkt gehabt, der mit Hilfe eines Herzkatheters behandelt wurde. Was sollten Sie dazu wissen?

Was war passiert?

Ihr Herzinfarkt ist dadurch entstanden, daß sich 1 der 3 dünnen Schlagadern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen verschlossen hat. Dadurch hatte der Herzmuskel nicht mehr genügend Blut bekommen und war vom Absterben bedroht. Die verschlossene Schlagader (Herzkranzarterie) ist mit einem Ballon erweitert und mit einem Stent geschient worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach der akuten Behandlung des Infarktes sind sie noch einige Tage im Krankenhaus geblieben und haben nachfolgend wahrscheinlich eine Anschlußheilbehandlung durchgemacht. Am Ende der ganzen Behandlungen hat man Ihnen sicherlich sagen können, warum Sie den Herzinfarkt bekommen hatten, d.h. welche Risikofaktoren Sie haben.

Wahrscheinlich werden Sie nun wissen, ob Sie erhöhten Blutdruck oder Blutfettwerte haben, ob Sie zuckerkrank sind (Diabetes mellitus) und auch über die Schäden fortgesetzten Zigarettenrauchens sind Sie sicherlich informiert worden.

Die Aufgaben Ihres Hausarztes und Ihres Kardiologen bestehen nun darin, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Welche Folgen hat der Herzinfarkt hinterlassen?
  • Wie geht es mit Ihrem Leben weiter?
  • Sind Ihre Risikofaktoren gut eingestellt?

Wie werden diese Fragen beantwortet?

Sie sollten sich in bestimmten Abständen von einem Kardiologen und von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Ihr Hausarzt sollte etwa alle 3 Monate nach Blutdruck, Blutfettwerten und (wenn Sie zuckerkrank sind) auch nach der Einstellung des Blutdrucks sehen. Lassen Sie sich die Laboruntersuchungen Ihrer Bluttests kopieren, nehmen Sie sie mit nach Hause, heften Sie sie in Ihrer Krankenakte ab und tragen Sie sie in den Infarktpaß ein, den Sie möglicherweise im Krankenhaus oder bei Ihrem Kardiologen erhalten haben; tragen Sie diesen Infarktausweis immer bei sich.

Kontrollieren Sie selber zusammen mit Ihrem Hausarzt, ob Sie die Zielwerte für die einzelnen Werte erreicht haben. Welche Werte dies sind hat man Ihnen bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Anschlußheilbehandlung gesagt. Lesen Sie anderenfalls unser Infoblatt über die „Vorbeugung bei Herzkrankheiten“.

In bestimmten Abständen sollten Sie sich auch vom Kardiologen untersuchen lassen. Er prüft z.B. mit EKG, Belastungs-EKG und vor allem Ultraschall, ob Ihr Herz nach dem Infarkt eine Narbe zurück behalten hat, wie groß diese Narbe ist, welche Auswirkungen die Infarktfolgen für ihr weiteres Leben haben werden und wie sie sich weiter verhalten sollten. Die Zeitabstände, in denen Sie vom Kardiologen untersucht werden sind unterschiedlich: Während der ersten 6 Monate nach dem Infarkt werden Sie meistens  3mal untersucht werden, danach 1- bis 2mal im Jahr.

Damit Sie gut beraten werden können ist es wichtig, daß Sie Ihrem Kardiologen die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Ihr Hausarzt durchgeführt hat mitbringen. Daher ist es so einfach und praktisch, eine eigene Krankenakte anzulegen und den Infarktausweis mit sich zu führen.

Was ist mit Medikamenten?

Nach einem solch schweren Ereignis wie einem Herzinfarkt ist es wichtig, daß Sie auf die richtigen Medikamente eingestellt werden. Einen großen Teil dieser Medikamente werden Sie nicht deshalb bekommen, damit es Ihnen besser geht oder damit Sie weniger Beschwerden haben (Sie werden nämlich keine oder nur wenige Beschwerden haben!).

Die Medikamente sind vielmehr notwendig, um die oben erwähnten Risikofaktoren zu beseitigen und um damit einem neuen Herzinfarkt vorzubeugen. Andere Medikamente sind dazu da, um das durch die Infarktnarbe vielleicht etwas geschwächte Herz zu kräftigen bzw. um seine Pumpkraft gut zu erhalten. Wiederum andere Medikamente sollen die Entstehung neuer Blutgerinnsel in den Schlagadern des Herzens oder anderen Organen zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise Aspirin oder ASS. Diese Medikamente sollten Sie lebenslang einnehmen. Andere äußerst wichtige Medikamente haben den Namen Iscover®, Plavix®, Clopidogrel, Prasugrel oder Efient®. Diese Medikamente werden zusammen mit dem ASS oder Aspirin eingenommen und sollen verhindern, daß der implantierte Stent von Ihrem Körper abgestoßen wird, daß im Stent ein neues Blutgerinnsel entsteht, daß sich der Stent dadurch verschließt und daß es dadurch zu einem neuen schlimmeren Herzinfarkt kommt. Nehmen Sie dieses Medikament über 1 Jahr regelmäßig jeden Tag ein und vergessen Sie es niemals und an keinem einzigen Tag!

Wer gibt Ihnen die Rezepte für die Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt oder (wenn dieser verhindert sein sollte) der Vertreter des Hausarztes oder Ihr Kardiologe, sprechen Sie das mit Ihren Ärzten ab.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit, Ballonerweiterungen und Stents informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie hier nach weiteren Informationen.

Was sollten Sie zum Besuch beim Kardiologen mitbringen?

  • Medikamentenplan
  • Ergebnisse der letzten Laboruntersuchungen beim Hausarzt (oder Infarktausweis)
  • Versichertenkarte

Koronare Herzkrankheit

Bei der „koronaren Herzkrankheit“ (oder abgekürzt: KHK) handelt es sich um eine Krankheit, die zu Verengungen oder sogar Verschlüssen von Herzkranzgefäßen geführt hat. Man wird mit dieser Krankheit leben müssen und man wird gut damit leben können! Aber man muß verschiedene Dinge wissen:

WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

Herzkranzgefäße werden, wie alle anderen Schlagader des Körpers übrigens auch, nicht vor lauter Langeweile krank. Vielmehr ist es so, daß sich unter dem Einfluß sogenannter Risikofaktoren (Zigarettenrauchen, erhöhte Blutfettwerte, Blutzucker-, Bluthochdruckkrankheit oder Erbfaktoren) Ablagerungen aus Fett in den Gefäßwänden gebildet haben. Diese Ablagerungen sind über viele Monate und Jahre gewachsen, ohne daß Sie etwas davon bemerkt haben und haben zu Verengungen oder sogar Verschlüssen geführt.

WIE WIRD WEITER BEHANDELT?

Egal ob Sie eine Ballonerweiterung (PTCA) haben über sich ergehen lassen müssen, ob Stents implantiert wurden oder sogar eine Bypass-Operation durchgeführt wurde oder nicht:

Das Grundprinzip der Behandlung ist immer gleich, denn sie verfolgt 3 Ziele:

  1. Sie soll Ihre Beschwerden lindern,
  2. sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit keinen für Sie schlimmen Verlauf (wie z.B. einen Herzinfarkt) nimmt und
  3. sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit nicht weiter fortschreitet und dabei vielleicht Gefäßstellen befällt, die heute noch gesund sind.

Diese Ziele werden durch Medikamente und durch Ihr Verhalten erreicht.

Sie werden mit Medikamenten behandelt werden müssen. Es wird nicht nur 1 Medikament sein, das Sie einnehmen müssen, sondern vielleicht viele. Alle diese Medikamente sind bei Menschen, die auch Ihre Krankheit haben seit vielen Jahren im Einsatz und Ihre Ärzte wissen, daß sie sicher und gut sind.

Einige Menschen fragen sich morgens, wenn sie vor ihrer Medikamentensammlung sitzen, die sie über den Tag einnehmen müssen, ob das wirklich alles sein muß. Und viele lehnen diese Medikamente auch ab, weil sie sagen: „Ich habe etwas gegen Chemie!“ Sie werden vielleicht auch einmal die eine oder andere Tablette weglassen, ohne daß irgendetwas passiert wäre. Aber wenn Sie das öfters machen müssen Sie wissen, daß Sie gefährlich leben! Denn die meisten der Medikamente, die Sie nehmen müssen dienen nicht dazu, Ihr Wohlbefinden zu steigern oder Beschwerden zu lindern, sondern Sie dienen dem Zweck, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Sie länger leben zu lassen. Und diesen Schutz verlieren Sie, wenn Sie die Medikamente weg lassen! Wenn Sie Zweifel an Ihren Medikamenten oder an der Menge, die Sie einnehmen müssen haben: Lassen Sie sie nicht einfach weg oder werfen Sie sie nicht in den Mülleimer, sondern fragen Sie Ihren Hausarzt oder Ihren Kardiologen. Es ist wichtig, wirklich!

Und dann sind da Ihre Risikofaktoren. Sie werden es ja sicherlich schon wissen, aber wir schreiben es hier trotzdem noch einmal auf:

Die strenge Einstellung Ihres Blutdruckes (mit Medikamenten!), die Normalisierung Ihrer Blutzuckerkrankheit und Ihrer Cholesterinwerte (mit Medikamenten!) wird Ihr Leben verlängern, daran gibt es auch nach vielen wissenschaftlichen Untersuchungen keinen Zweifel.

Versuchen Sie, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, es gibt Beratungs- stellen und Hilfsangebote Ihrer Krankenkasse, es gibt Nikotinpflaster, eZigaretten oder Rauchentwöhnungs-Tabletten und es gibt (auch für Frauen!) die Möglichkeit, die Entzugsphase durch Pfeiferauchen zu überbrücken (wenn schon etwas qualmen sein muß).

Ernähren Sie sich bewußt und gesund, auch hierzu gibt es Kurse bei den Krankenkassen oder bei der Volkshochschule. Vermindern Sie, wenn Sie übergewichtig sind langsam aber sicher Ihr Gewicht. Es ist mühsam und vielleicht unerfreulich und es wird Rückschläge geben. Aber geben Sie nicht auf und starten Sie einen neuen Versuch. Und schließlich:

Bewegen Sie sich. Kaufen Sie sich keinen Heimtrainer und fangen Sie nicht mit dem Joggen an! Aber gewöhnen Sie es sich an, mindestens 1mal am Tag über 20 – 30 Minuten zu laufen, gehen Sie an die frische Luft und lassen Sie für kurze Wege Ihr Auto einfach mal stehen. Und wenn Sie es besonders gut machen möchten: Gehen Sie 2mal wöchentlich ins Schwimmbad oder in Fitness-Studio und trainieren Sie hier Ihre Ausdauer. Sie werden sehen: Automatisch werden Blutzuckerkrankheit, Bluthochdruck, Blutfettwerte und Gewicht besser. Und besser fühlen werden Sie sich auch noch. Sagen Sie nicht: „Das kann ich nicht, ich hab ́s nämlich am Knie, an der Hüfte, im Kreuz usw.“. Ich bitte Sie: Wir Ärzte kennen diese Ausreden, denn es sind wirklich Ausreden. Sie müssen kein Training für die Bundesliga oder die nächste Olympiade absolvieren und selbst wenn Sie sich nur ein wenig belasten können: Wenig ist mehr als nichts!

WAS MUß ICH BEACHTEN?

Trotz aller Medikamente und auch wenn Sie sich genau nach den Empfehlungen Ihrer Ärzte richten: Es kann immer sein, daß sich die Krankheit weiter entwickelt. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn Sie nicht gerade weiter sündigen, aber geschehen kann es trotzdem. Beachten Sie daher, daß es bestimmte Symptome gibt, die Sie alarmieren müssen:

  • Brustschmerzen, die Sie bis dahin nicht kannten,
  • Brustschmerzen, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • Luftnot bei Anstrengungen, die Ihnen bisher nicht ausgemacht haben,
  • starkes und angenehmes Herzklopfen,
  • Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Wenn Sie solche Veränderungen bemerken: Gehen Sie möglichst sofort zu Ihrem Hausarzt, zu Ihrem Kardiologen oder lassen Sie sich (wenn es nachts oder an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen passiert) ins das nächste Krankenhaus bringen. Es könnte ein Herzinfarkt sein!

Niemand von Ihren Ärzten oder im Krankenhaus wird lachen oder mit Ihnen schimpfen, wenn es „falscher Alarm“ war. Aber wenn es kein falscher Alarm war retten Sie sich damit das Leben, denn Herzinfarkte, die ja die schlimmste Komplikation Ihrer Krankheit sind können heute gut und sicher behandelt werden, wenn Sie schnell genug (d.h. innerhalb von 4 Stunden nach Schmerzbeginn!) in die richtige Behandlung kommen.

MUß ICH KONTROLLIERT WERDEN?

Ja, und zwar regelmäßig. Nicht mit dem Herzkatheter, denn der wird nur dann durchgeführt, wenn sich an Ihrem Zustand oder an Ihren Befunden etwas Grundlegendes verändert.

Die Kontrollen, denen Sie sich unterziehen sollten bestehen vielmehr aus einem Gespräch mit Ihnen darüber, wie es Ihnen geht und ob Sie Beschwerden haben, aus einer körperlichen Untersuchung, aus EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall- untersuchung des Herzens und Laborwertkontrollen von Zucker und Cholesterin. Lassen Sie alle 3 Monate Blutdruck und Blutwerte durch Ihren Hausarzt kontrollieren und gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Kardiologen (die Intervalle, in denen Sie kommen sollten wird er Ihnen sagen). Bringen Sie dazu bitte die letzten Blutwerte mit, die der Hausarzt bestimmt hat.

Solche Kontrolluntersuchungen sind wichtig, denn wir wollen damit erkennen, ob die Krankheit bei Ihnen stabil verläuft oder ob sie sich verschlechtert, ob Sie ihre Medikamente gut vertragen oder ob Nebenwirkungen auftreten und ob Ihre Risikofaktoren gut eingestellt sind.

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Kardioversion (Elektroschock des Herzens)

Was ist eine Kardioversion?

Es handelt sich um eine Elektroschockbehandlung beim Vorhofflimmern.

Bei dieser Herzrhythmusstörung arbeitet der Original-Schrittmacher des Herzens (der „Sinusknoten“) nicht mehr und wird dabei von vielen anderen „Konkurrenzschrittmachern“ abgelöst, die sich in den Wänden der Vorkammern befinden. Diese „Konkurrenzschrittmacher“ arbeiten unkoordiniert und unregelmäßig.

Bei einer Kardioversion gibt man außerhalb der Brust einen starken elektrischen Impuls ab, der durch die Brustwand das Herz erreicht. Hier führt dieser elektrische Impuls zu einer kurzen Lähmung der gesamten elektrischen Aktivität der Herzkammern. Die elektrischen Strukturen des Herzens erholen sich von diesem Lähmungszustand aber innerhalb weniger Sekunden, wobei der Sinusknoten, sollte er gesund sein, diesen elektrischen Schockzustand am schnellsten überwindet und dadurch am ehesten wieder mit seiner Arbeit beginnt. In diesem Fall übernimmt er wieder Kommando über das gesamte Herz und sorgt dafür, daß nun die „Konkurrenzschrittmacher“ ruhig sind.

Es wäre es gefährlich, wenn man einen einfachen ungezielten Elektroschock abgeben würde, denn ein solcher elektrischer Impuls könnte zufällig in eine sehr empfindliche Phase des elektrischen Ablaufes der Herzkammern fallen und hierdurch Kammerflimmern auslösen. Anders als beim Vorhofflimmern  stehen die Herzhauptkammern beim Kammerflimmern elektrisch und mechanisch vollkommen still, d.h. der Kreislauf bricht zusammen und der Mensch würde sterben. Daher wendet man bei der Kardioversion einen Elektroschock an, der mit der elektrischen Aktivität des Herzens synchronisiert wird. Dabei benutzt das Elektroschockgerät das EKG des betroffenen Menschen und richtet sich mit der Abgabe des Schocks nach einer speziellen Zacke des QRS-Komplexes. Hierdurch wird vermieden, daß der Elektroschock in die oben erwähnte „empfindliche“ (= vulnerable) Phase“ der elektrischen Aktivität des Herzens fällt.

Wann wird eine Elektroschock-Behandlung durchgeführt?

Bei Menschen mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern wird eine Kardioversion durchgeführt, um diese Rhythmusstörung zu beseitigen und dadurch das Wohlbefinden und die körperliche Leistungsfähigkeit des Betroffenen zu steigern. Lesen Sie mehr hierzu in der Broschüre „Vorhofflimmern“.

Wie wird die Elektroschockbehandlung durchgeführt?

Der Elektroschock wird über 2 Elektroden abgegeben, die an ein spezielles Gerät (Defibrillator) angeschlossen sind.

Die Elektroden werden vorne auf die Brust und auf die linke Seite des Brustkorbes oder auf den Rücken aufgesetzt. Sie werden mit einer speziellen Creme bestrichen, die einen optimalen elektrischen Kontakt zwischen der Elektrode und der Haut bewirken.

Man führt eine Kardioversion in einer kurzen Narkose über ca. 3 – 5 min durch, weil die Abgabe des Elektroschocks ansonsten sehr schmerzhaft wäre.

Unmittelbar nach der Schockabgabe kann der Arzt auf dem EKG-Monitor erkennen, ob die Behandlung erfolgreich war:

War sie nicht erfolgreich wird der Elektroschock u. U. sofort wiederholen oder vielleicht zur Unterstützung des 2. Schocks Medikamente durch die Infusionsnadel einspritzen. Auf keinen Fall wird der Patient zwischenzeitlich aufwachen. Die Narkose wird solange verlängert, bis der letzte Elektroschock abgegeben wurde.

Wenn Sie wieder aus der kurzen Narkose aufgewacht sind wird es Ihnen sofort wieder gut gehen. Man bringt Sie für die nächsten Stunden meistens auf eine Intensiv- oder Überwachungsstation, um am EKG-Monitor zu kontrollieren, ob die Behandlung anhaltend erfolgreich war.

Erfolge

Der Erfolg der Behandlung bei Vorhofflimmern hängt von dessen Ursache ab. Der Arzt wird sich vor einer Elektroschock-Behandlung immer überlegen, welche Erfolgsaussichten für die dauerhafte Beseitigung der Herzrhythmusstörung bestehen:

Sind die Erfolgsaussichten gering (z.B. bei bestimmten Herzklappenfehlern oder Herzmuskelerkrankungen) macht die Behandlung wenig Sinn, denn man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß die Rhythmusstörung wiederkehren wird. Daher wird in solchen Fällen eine Kardioversion nicht sinnvoll sein.

Auch bei einer erfolgreichen Kardioversion wird nachfolgend immer die Möglichkeit bestehen, daß das Vorhofflimmern zurück kehrt. Daher werden wir Ihnen raten, sich in bestimmten Abständen zu EKG-Kontrollen zu melden.

Komplikationen

Die größeren Risiken und Komplikationen können durch die kurze Narkose entstehen (Sauerstoffmangel infolge der durch die Narkose geschwächten Atmung) oder durch die Abgabe des Elektroschocks selber. Bei schlechtem Kontakt zwischen der Haut des Betroffenen und der Elektrode können Verbrennungen entstehen. Sie sind in aller Regel nur oberflächlich und machen sich mit Hautrötung an den Stellen der aufgesetzten Elektroden und einem leichten brennenden Schmerz (wie bei einem Sonnenbrand) bemerkbar.

Andere Komplikationen bestehen in dem Auftreten anderer, manchmal sogar lebensgefährlicher Herzrhythmusstörungen. So kann das Herz nach einer Elektroschockbehandlung sehr langsam schlagen oder sogar kurze Zeit vollkommen still stehen.

Wenn die Elektroschockbehandlung abgeschlossen ist können keine weiteren Komplikationen mehr auftreten. Es kann allenfalls zum Rückfall der Herzrhythmusstörung (z.B. des Vorhofflimmerns) kommen.

Um die Risiken einer Kardioversion so gering wie möglich zu halten wird es zuvor über einen Zeitraum von 4 Wochen erforderlich sein, das Blut mit Marcumar zu verdünnen. Diese Vorbehandlung ist zwingend notwendig, weil anderenfalls die Gefahr besteht, daß Blutgerinnsel, die sich vielleicht vorher schon in der Herzvorkammer gebildet haben durch den Elektroschock losgerissen werden, in den Kreislauf gelangen und hier zu Embolien führen. Diese Marcumartherapie muß auch noch 3-4 Wochen nach der Kardioversion fortgesetzt werden, bis sich die Muskulatur der Vorkammer wieder an die regelmäßige Arbeit gewöhnt hat und wieder kräftig schlagen kann.

Was müssen Sie zur Kardioversion ins Krankenhaus mitnehmen?

  • Persönliche Dinge für einen Aufenthalt von 1-2 Tagen
  • Unseren Arztbrief
  • Krankenhauseinweisungsformular
  • Zettel mit der Aufstellung Ihrer normalen Medikamente
  • Marcumarausweis
  • unterschriebene Einverständniserklärung (bekommen Sie von uns)

Alles andere, d.h. den Termin zur Aufnahme und wo Sie sich im Krankenhaus melden sollten werden wir für Sie organisieren.

Wenn Sie mehr über die Kardioversion, über Vorhofflimmern, eine Marcumarbehandlung oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info.

Arterieller Hochdruck

WAS IST HOHER BLUTDRUCK?

Der Blutdruck wird normalerweise beim Arzt oder in der Apotheke mit einer Blutdruckmanschette gemessen. Mit einer solchen Messung erhält man 2 Werte: Den oberen und den unteren Blutdruck. Wird z.B. ein Wert von 120/80 gemessen ist „120“ der sog. systolische und „80“ der diastolische Blutdruck. Die Maßeinheit für den Blutdruck ist „Millimeter Quecksilber“, abgekürzt „mm Hg“ und ausgesprochen wird die Messung „120 zu 80 mm Hg“.

Nach einer international geltenden Definition ist ein Blutdruck von höher als 140/90 mm Hg krankhaft, man spricht dann von einer „arteriellen Hypertonie“ (spricht: „Hüpertonie“). Der optimale Blutdruckwert ist niedriger als 130/80 mm Hg.

WAS IST GEFÄHRLICH DARAN?

Hoher Blutdruck tut nicht weh und warnt den erkrankten Menschen nicht. Kopfschmerzen oder Herzklopfen sind gewöhnliche Beschwerden im Alltag, die man auch ohne Hypertonie haben kann. Trotzdem verursacht ein erhöhter Blutdruck auf Dauer Schäden an den Schlagadern und den Organen des ganzen Körpers, sodaß Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Nierenschwäche auftreten können. Viele Patienten erfahren erst bei ihrem Herzinfarkt oder Schlaganfall davon, daß sie einen krankhaft erhöhten Blutdruck haben, der diese schreckliche Auswirkung (Herzinfarkt oder Schlaganfall) hatte.

WIE KANN ICH MICH SCHÜTZEN?

Der 1. Schritt nach der Messung krankhaft erhöhten Blutdrucks besteht darin, nach evtl. Ursachen zu suchen. Bei 85 – 90% aller Menschen mit erhöhtem Blutdruck wird man auch mit genauen Untersuchungen keine Ursachen finden. Man spricht in diesen Fällen von der sog. primären (d.i. grundlos aufgetretenen) Hypertonie. Bei 10-15% aller Betroffenen kann man allerdings Krankheiten der Nierengefäße, der Hormone oder z.B. des Schlafrhythmus finden. In diesen Fällen spricht man von sekundärer Hypertonie, weil der hohe Blutdruck hier „nur“ die Auswirkung einer anderen Krankheit ist. An seiner Gefährlichkeit ändert dies aber nichts! Sprechen Sie Ihren Hausarzt einmal darauf an, ob es sinnvoll ist, Sie bei einem Nieren-, Hormon- oder Lungenspezialisten vorzustellen, um nach solchen Ursachen zu suchen.

Der 2. Schritt nach der Messung erhöhten Blutdrucks besteht darin, nach Schädigungen zu suchen, die der Hochdruck am Herzen, den Blutgefäßen, den Nieren oder den Augen vielleicht schon verursacht hat. Ein Kardiologe sucht beispielsweise danach, ob es zu einer Verdickung der Herzwände gekommen ist oder ob wegen Schäden an den sog. Herzkranzgefäßen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels vorliegen, was die Gefahr eines Herzinfarktes oder einer Herzschwäche bedeutet.

Der 3. Schritt besteht schließlich darin, den erhöhten Blutdruck zu behandeln und den Erfolg dieser Behandlung zu überwachen.

WIE WIRD DIE HOCHDRUCKKRANKHEIT BEHANDELT?

So deprimierend dies auch klingt: Eine Heilung der Bluthochdruckkrankheit ist nur in seltenen Fällen möglich. Auch wenn man evtl. Ursachen der Blutdruckerhöhung durch eine Aufdehnung verengter Nierengefäße, durch Eingriffe am Nervensystem der Nieren oder durch Operationen hormon-produzierender Krankheiten beseitigen kann:

Patienten mit erhöhtem Blutdruck benötigen in aller Regel lebenslang Medikamente.

Es gibt verschiedene Medikamenten-Sorten, z.B. solche, die den Körper entwässern (harntreibende Medikamente = Diuretika), Medikamente, die die Blutgefäße erweitern, in den Salz- und Hormonhaushalt des Körpers eingreifen oder das Herz „in den Schongang versetzen. Welches dieser Medikamente „das Beste“ ist kann man nicht sagen, denn jeder Mensch und jede Bluthochdruckkrankheit reagiert auf diese Medikamente unterschiedlich.

In den meisten Fällen wird man nicht nur 1 Medikament einnehmen müssen, sondern eine Kombination verschiedener Substanzen. Der Grund für solche Kombinationen besteht darin, daß man die Dosis der jeweiligen einzelnen Medikamente hierdurch niedrig halten kann, sodaß möglichst wenig Nebenwirkungen auftreten.

Welches einzelne oder welche Medikamentenkombinationen eingesetzt werden entscheidet in aller Regel ihr Hausarzt. Er benutzt dazu diejenigen Substanzen, mit denen er die meis- te und die beste Erfahrung hat. Kardiologen, das ist erwiesen, machen es nicht automatisch besser als der Hausarzt.

Es ist von größter Bedeutung, daß man die vom Arzt verschriebenen Medikamente auch tatsächlich einnimmt und daß man sich an die Mengen hält, die er empfohlen hat. Denn wenn der Blutdruck aus dem Ruder läuft werden Sie dies nicht sofort verspüren, nichts wird weh tun oder Sie in anderer Weise warnen; das Erste, was man spürt, wenn der Blutdruck schlecht eingestellt ist kann dann oft der Schlaganfall oder der Herzinfarkt sein. Und angesichts der Risiken und Folgen sol- cher schwerer Krankheiten sollte man es darauf nicht ankommen lassen, oder?

WAS MUß ICH ALSO TUN?

  • Lassen Sie sich in regelmäßigen Abständen vom Hausarzt untersuchen. Ein Belastungs-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens alle 2 Jahre (wenn es Ihnen gut geht und Sie keine Beschwerden haben) reicht aus, eine Untersuchung beim Augenarzt sollte etwa 1mal jährlich erfolgen und die Nierenwerte aus dem Blut auch etwa alle 6-12 Monate kontrollieren lassen.
  • Nehmen Sie die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat regelmäßig und zuverlässig ein. Sie sind gut verträglich und schützen Sie vor den schlimmen Komplikationen der Hochdruckkrankheit.
  • Kaufen Sie sich ein Blutdruck-Meßgerät. Die Geräte sind nicht teuer und helfen Ihnen selber zu überprüfen, ob der Blutdruck gut eingestellt ist. Messen Sie dazu alle 3 -4 Monate über 1 Woche lang jeden Tag 3mal Ihren Blutdruck (morgens, mittags, abends) und zeigen Sie diese Werte dann Ihrem Hausarzt. Schreiben Sie die gemessenen Werte dann in ein einfaches Protokoll.
  • Wenn Sie ein Blutdruckgerät kaufen: Kaufen Sie nur eines, das von der Deutschen Hochdruckliga als gut befunden worden ist und ein entsprechendes Siegel trägt. (Übrigens: Gute und zuverlässige Geräte gibt es nicht nur in der Apotheke oder im Sanitätshaus, sondern auch bei Aldi, Lidl usw..
  • Wenn Sie übergewichtig sind: Nehmen Sie ab! Je schlanker Sie werden, desto weniger Medikamente müssen Sie einnehmen, um den Blutdruck gut einzustellen.
  • Treiben Sie ein wenig Sport oder bewegen Sie sich mehr, denn auch hier gilt: Je aktiver ein Mensch körperlich ist desto weniger Blutdruckmedikamente muß er einnehmen.
  • Wenn Sie Zigaretten rauchen: Hören Sie auf, denn Raucher, die einen erhöhten Blutdruck haben bekommen besonders häufig einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Wenn Sie mehr über Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info und klicken Sie auf „Wissen“.

Das unten abgebildete Meßprotokoll können Sie im Internet laden unter: Klicken Sie hier.

Herzrhythmusstörungen

WAS SIND HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN UND WAS MERKT MAN DAVON?

Herzrhythmusstörungen sind Unregelmäßigkeiten des Herzschlages:

Normalerweise schlägt ein Herz regelmäßig und im Takt. Jedes Herz macht hier aber manchmal einen kleinen Fehler, indem es ein wenig unregelmäßig schlägt, so ähnlich wie der Motor eines Autos, das ja auch schon einmal eine Fehlzündung macht.

Solche Unregelmäßigkeiten des Herzschlages nennt man „Herzrhythmusstörungen“. Jeder Mensch, ob er nun gesund oder krank ist hat solche Herzrhythmusstörungen und wenn man beispielsweise mit einem Langzeit-EKG die Herzen gesunder Menschen untersucht dann wird man bei jedermann (!) solche Stolperschläge finden, Perfektion gibt es eben in der Natur nicht.

Einige Menschen bemerken diese Stolperschläge in Form von „Herzklopfen“, die meisten Menschen bemerken aber garnichts. Erst wenn man die Aufmerksamkeit dieser Menschen weckt oder wenn sie darauf achten wird man die Herzrhythmusstörungen spüren. Die meisten Menschen spüren ihre Stolperschläge abends, wenn sie im Bett liegen. Dann ist es nämlich ruhig und man kann das Herz klopfen hören; dabei fallen dann Unregelmäßigkeiten schnell auf und machen den Betroffenen nervös und ängstlich.

Wenn man bei solchen Menschen ein Langzeit-EKG schreiben würde wird man auch tagsüber Stolperschläge finden, die man aber in der Hektik des Tages nicht verspürt! Denn: Stolpern tut jedes Herz!

SIND HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN GEFÄHRLICH?

Ja und nein.

Leider hat der Betroffene keine Möglichkeit, um festzustellen, ob das Herzstolpern harmlos oder gefährlich ist. Diese Frage hängt nämlich von einigen Dingen ab:

  • Ist das Herz organisch gesund oder nicht? Faustregel: Herzrhythmusstörungen, die ein gesundes Herz betref- fen (also ein Herz, dessen Muskel, dessen Herzklappen und dessen Durchblutung gesund ist) sind in der Regel harmlos, ist das Herz aber organisch krank können dieselben Herz- rhythmusstörungen gefährlich sein.
  • Welche Herzrhythmusstörung liegt vor? Stammen die Stolperschläge aus den Vor- oder den Hauptkammern? Faustregel: Stolperschläge aus den Vorkammern sind meistens harmlos, Schläge aus den Kammer möglicherweise gefährlich.
  • Handelt es sich um einzelne Stolperschläge oder um viele, die unter anderem auch direkt aufeinander folgen? Faustregel: Einzelne Stolperschläge sind harmlos, unmittelbar aufeinander Folgende möglicherweise gefährlich.

Einfache Faustregel: Die harmlosen Rhythmusstörungen sind oft völlig harmlos und von den Gefährlichen bemerkt man vorher nichts.

WIE WERDEN HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN UNTERSUCHT ?

Die Unterscheidung in „harmlos“ und „gefährlich“ muß der Arzt vornehmen. Er sucht dazu danach, ob das Herz an sich krank oder gesund ist. Hierzu werden meistens Untersuchungen wie ein einfaches EKG, ein Belastungs-EKG, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und machmal Blutuntersuchungen notwendig sein. Manchmal wird es auch notwendig sein, ausführlichere Untersuchungen wie Langzeit-EKG, Myokardszintigraphie, Streß-Echokardiographie oder eine Herzkatheteruntersuchung durchzuführen.

Welche Untersuchung nötig ist kann man im Voraus nicht sagen, denn dies hängt stark von den individuellen Gegebenheiten jedes einzelnen Menschen ab.

Am Ende solcher Untersuchungen steht dann die Feststellung, ob die Herzrhythmusstörungen gefährlich sind oder nicht. Als nächstes geht es dann um die Frage, ob man behan- deln soll oder muß:

WIE WERDEN HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN BEHANDELT?

Wenn nach Abschluß der Untersuchungen gefährliche Herzrhythmusstörungen festgestellt wurden dann muß man diese behandeln und zwar unabhängig davon, ob der Betroffene sie verspürt oder nicht. Eine solche Behandlung kann mit bestimmten Medikamenten (sog. Antiarrhythmika oder Rhythmusmedikamenten) erfolgen, sie kann aber auch die Implantation spezieller Herzschrittmacher, implantierbarer Elektroschockgeräte oder bestimmten Behandlungen mittels Herzkatheter erforderlich machen. Welche Behandlung am besten geeignet wird wird von der Art Ihrer speziellen Herzrhythmusstörung abhängig; der Arzt wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen.

Sind die Herzrhythmusstörungen jedoch als harmlos eingestuft worden so wird die Frage, ob man behandelt oder nicht von Ihnen selber abhängen:

Die Behandlung solcher Herzrhythmusstörungen erfordert nämlich die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente, der sog. ß-Blocker. Diese Medikamente beseitigen die Stolperschläge nicht, sondern unterdrücken sie nur. Das bedeutet mit anderen Worten: Solange Sie diese Medikamente einnehmen werden die Rhythmusstörungen unterdrückt, unterbrechen Sie die Medikamenteneinnahme werden sie wieder auftreten.

Die betroffenen Menschen stehen somit vor einer oft schwierigen Wahl: Sollen sie lebenslang Medikamente einnehmen, nur um harmlose Rhythmusstörungen zu unterdrücken oder sollen sie die Medikamente nicht einnehmen, dafür aber Herzstolpern verspüren, von dem sie allerdings wissen, daß es harmlos ist.

Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen, auch Ihr Arzt nicht, denn sie hängt davon ab, wie stark sie unter dem Herzklopfen leiden. Nach meiner Erfahrung sagen die meisten Menschen mit solchen harmlosen Herzrhythmusstörungen, daß sie die Medikamente nicht jahrelang einnehmen möchten, nur um harmloses Herzstolpern zu unterdrücken. Ich selber (Dr. Lauber) beispielsweise bekomme meine Herzstolperschläge fast jeden Abend zwischen 21:00 und 23:00 Uhr und nehme keine Medikamente dagegen ein, weil ich mir sage, daß es sich nicht lohnt, für solche Harmlosigkeiten ß-Blocker einzunehmen und daß ich doch eigentlich schon längst tot wäre, wenn es sich um gefährliche Rhythmusstörungen handeln würde (und ich lebe noch immer!).

Also: Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrem Kardiologen, ob eine Medikamentenbehandlung sein muß oder nicht. Und wenn es nicht sein muß: Überlegen Sie es sich selber, ob Sie Medikamente haben möchten oder nicht.

Nur als kleine Ergänzung: Es macht in den allermeisten Fällen keinen Sinn, die Medikamente nur dann einzunehmen, wenn Sie Herzstolpern bemerken, denn die Stolperschläge sind längst wieder von selber verschwunden, bevor das Medikament aus dem Magen ins Blut gekommen ist.

WAS MÜSSEN SIE BEACHTEN?

  1. Herzrhythmusstörungen kann man nur dann im EKG sehen, wenn sie auftreten. Schon Sekunden, nachdem sie verschwunden sind ist das EKG wieder völlig normal. Wenn Sie oder Ihr Arzt also wissen müssen, welche Art von Herzrhythmusstörung Sie haben wird man entweder ein 24-Stunden-Langzeit-EKG schreiben müssen oder Sie müssen sofort zu einem Arzt oder (am Wochenende oder nachts) in ein Krankenhaus gehen, damit dort sofort (!) ein EKG geschrieben werden kann.
  2. Unabhängig davon, welche Ergebnisse die Untersuchungen Ihres Arztes oder Kardiologen gehabt haben: Wenn Sie plötzlich ohne erkennbaren Grund schwindelig werden: Suchen Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen bei der allernächsten Gelegenheit auf. Wenn Sie sogar ohnmächtig werden, wenn Herzstolpern im Zusammenhang mit Anfällen von Herzschmerzen oder Luftnot auftreten: Rufen Sie den Notarzt der Feuerwehr (Tel.: 112), denn in diesen Fällen können wirklich bedrohliche und gefährliche Herzrhythmusstörungen vorliegen, die unbedingt weiter abgeklärt und untersucht werden müssen!

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