Nach einem Herzinfarkt

Sie haben einen Herzinfarkt gehabt, der mit Hilfe eines Herzkatheters behandelt wurde. Was sollten Sie dazu wissen?

Was war passiert?

Ihr Herzinfarkt ist dadurch entstanden, daß sich 1 der 3 dünnen Schlagadern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen verschlossen hat. Dadurch hatte der Herzmuskel nicht mehr genügend Blut bekommen und war vom Absterben bedroht. Die verschlossene Schlagader (Herzkranzarterie) ist mit einem Ballon erweitert und mit einem Stent geschient worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach der akuten Behandlung des Infarktes sind sie noch einige Tage im Krankenhaus geblieben und haben nachfolgend wahrscheinlich eine Anschlußheilbehandlung durchgemacht. Am Ende der ganzen Behandlungen hat man Ihnen sicherlich sagen können, warum Sie den Herzinfarkt bekommen hatten, d.h. welche Risikofaktoren Sie haben.

Wahrscheinlich werden Sie nun wissen, ob Sie erhöhten Blutdruck oder Blutfettwerte haben, ob Sie zuckerkrank sind (Diabetes mellitus) oder andere Risikofaktoren haben; über die Schäden fortgesetzten Zigarettenrauchens sind Sie sicherlich informiert worden.

Die Aufgaben Ihres Hausarztes und Kardiologen bestehen nun darin, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Welche Folgen hat der Herzinfarkt hinterlassen?
  • Wie geht es mit Ihrem Leben weiter?
  • Sind Ihre Risikofaktoren gut eingestellt?

Wie werden diese Fragen beantwortet?

Sie sollten sich in bestimmten Abständen von einem Kardiologen und von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Ihr Hausarzt sollte etwa alle 3 Monate nach Blutdruck, Blutfettwerten und (wenn Sie zuckerkrank sind) auch nach der Einstellung des Blutdrucks sehen.

Lassen Sie sich die Laboruntersuchungen Ihrer Bluttests kopieren, nehmen Sie sie mit nach Hause, heften Sie sie in Ihrer Krankenakte ab und tragen Sie sie in den Infarktpaß ein, den Sie möglicherweise bekommen haben; tragen Sie diesen Infarktausweis immer bei sich.

Kontrollieren Sie selber zusammen mit Ihrem Hausarzt, ob Sie die Zielwerte für die einzelnen Werte erreicht haben. Welche Werte dies sind hat man Ihnen bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Anschlußheilbehandlung gesagt. Lesen Sie anderenfalls die Informationen über die „Sekundärprävention“, die Sie hier bekommen können.

In bestimmten Abständen sollten Sie sich auch vom Kardiologen untersuchen lassen. Er prüft z.B. mit EKG, Belastungs-EKG und vor allem Ultraschall, ob Ihr Herz nach dem Infarkt eine Narbe zurück behalten hat, wie groß diese Narbe ist, welche Auswirkungen die Infarktfolgen für ihr weiteres Leben haben werden und wie sie sich weiter verhalten sollten.

Die Zeitabstände, in denen Sie vom Kardiologen untersucht werden sind unterschiedlich: Während der ersten 6 Monate nach dem Infarkt werden wir Sie beispielsweise 3mal untersuchen, danach 1- bis 2mal im Jahr.

Damit Ihr Kardiologe Sie gut beraten kann ist es wichtig, daß Sie ihm die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Ihr Hausarzt durchgeführt hat mitbringen. Daher ist es so einfach und praktisch, eine eigene Krankenakte anzulegen und den Infarktausweis mit sich zu führen.

Was ist mit Medikamenten?

Nach einem solch schweren Ereignis wie einem Herzinfarkt ist es wichtig, daß Sie auf die richtigen Medikamente eingestellt werden. Einen großen Teil dieser Medikamente werden Sie nicht deshalb bekommen, damit es Ihnen besser geht oder damit Sie weniger Beschwerden haben (Sie werden nämlich keine oder nur wenige Beschwerden haben!). Die Medikamente sind vielmehr notwendig, um die oben erwähnten Risikofaktoren zu beseitigen und um damit einem neuen Herzinfarkt vorzubeugen.

Andere Medikamente sind dazu da, um das durch die Infarktnarbe vielleicht etwas geschwächte Herz zu kräftigen bzw. um seine Pumpkraft gut zu erhalten.

Wiederum andere Medikamente sollen die Entstehung neuer Blutgerinnsel in den Schlagadern des Herzens oder anderen Organen zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise Aspirin oder ASS. Diese Medikamente sollten Sie z.T. lebenslang einnehmen.

Andere äußerst wichtige Medikamente haben den Namen Iscover®, Plavix®, Clopidogrel, Brilique® oder Efient®. Diese Medikamente werden zusammen mit dem ASS oder Aspirin eingenommen und sollen verhindern, daß der bei Ihrem Herzinfarkt implantierte Stent von Ihrem Körper abgestoßen wird, daß im Stent ein neues Blutgerinnsel entsteht, daß sich der Stent dadurch verschließt und daß es dadurch zu einem neuen schlimmeren Herzinfarkt kommt. Nehmen Sie dieses Medikament über 1 Jahr regelmäßig jeden Tag ein und vergessen Sie es niemals und an keinem einzigen Tag!

Wer gibt Ihnen die Rezepte für die Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt oder (wenn dieser verhindert sein sollte) der Vertreter des Hausarztes oder Ihr Kardiologe, sprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt ab.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit, Ballonerweiterungen und Stents informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.

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Endokarditis-Prophylaxe

Was ist die Endokarditis? 

Die Endokarditis ist eine entzündliche Erkrankung der Innenwand des Herzens (Endokard), die sich vorwiegend an den Herzklappen abspielt und durch die Besiedlung mit Bakterien oder Pilzen zustande kommt. Diese Besiedlung kann dann eintreten, wenn Bakterien ins Blut gelangen und sich z.B. an künstlichen oder geschädigten Herzklappen festsetzen.

Was ist eine Endokarditis-Prophylaxe?

Durch die vorbeugende Gabe von Antibiotika soll die Ansiedlung von Bakterien immer dann verhindert werden, wenn damit zu rechnen ist, daß Bakterien ins Blut eingeschwemmt werden.

Risiko für eine Endokarditis 

Das Lebenszeitrisiko für eine Endokarditis variiert stark und ist abhängig von der zugrunde liegenden Herzerkrankung:

Das Risiko in der Normalbevölkerung ist sehr gering. Patienten mit Herzklappenfehlern und Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern haben schon ein etwas höheres, aber immer noch relativ niedriges Risiko.

Hingegen haben Träger von Herzklappenprothesen und Patienten, die wegen einer Endokarditis eine künstliche Herzklappe erhalten haben ein deutlich höheres Risiko auf eine Endokarditis.

Die größte Gefahr für eine erneut auftretende Endokarditis mit den entsprechend schwerwiegenden Folgeerscheinungen haben allerdings Patienten, die schon einmal eine Endokarditis durchgemacht hatten oder deren Kunstklappe wegen einer Entzündung gewechselt werden mußte.

Wer benötigt eine Endokarditis-Prophylaxe?

Alle Patienten mit dem höchsten Risiko für eine Endokarditis und solche, bei denen das Komplikationsrisiko am höchsten ist. Das sind:

  • Patienten mit Klappenersatz (mechanische und biologische Prothesen)
    Patienten mit „reparierten“ Herzklappen unter Verwendung von Fremdmaterial
  • Patienten, die schon eine Endokarditis durchgemacht haben
  • Patienten mit angeborenen Herzfehlern wie:
    • Herzfehler mit Blauverfärbung der Haut
    • Menschen, die mit einer Kurzschlußverbindung zwischen Lungenkreislauf und großem Kreislauf operiert wurden
    • Menschen, bei denen Conduits (künstliche Röhrchen) mit oder ohne Klappe eingesetzt wurden.

Wer benötigt keine Endokarditis-Prophylaxe?

Alle Patienten, die keinen der oben genannten Herzfehler haben brauchen keine Endokarditis-Prophylaxe. Das heißt zum Beispiel, daß Patienten mit unkomplizierten Fehlern der Mitral- oder Aortenklappe müssen keine Prophylaxe betreiben.

Menschen, bei denen nach einer Herzoperation keine Defekte verblieben sind benötigen eine Endokarditisprophylaxe nur für 6 Monate nach der Operation.

Bei welchen Eingriffen ist eine Endokarditis-Prophylaxe erforderlich?

Sie ist nötig bei Eingriffen, die zu einer Einschleppung von Bakterien ins Blut führen.

Das sind:

  • im Mund und Rachen: zahnärztliche Eingriffe, bei denen das Zahnfleisch verletzt wird, z.B. Zahnsteinentfernung, Zahnziehen und Zahnimplantation
  • Operationen an den oberen Luftwegen, bei denen die Schleimhaut verletzt wird, z.B. Entfernung von Gaumenmandeln oder Polypen 
  • bei Eingriffen im Magen-Darmtrakt, der Harnwege oder der Haut, aber nur dann, wenn es sich um Infektionen dieser Organe handelt.

Nicht notwendig ist eine Endokarditis-Prophylaxe bei:

  • einer Magen-, Dickdarm- oder Blasenspiegelung, auch mit Gewebeentnahme
  • einer Herzkatheteruntersuchung.

Wie wird die Prophylaxe durchgeführt?

Die Prophylaxe wird mit Medikamenten durchgeführt, die in aller Regel als Tablette eingenommen werden. Dieses Medikament, bei dem es sich um ein Antibiotikum handelt sollte innerhalb von 30 bis 60 Minuten vor einem Eingriff eingenommen werden. Nur für den Fall, dass jemand keine Prophylaxe vor einem Eingriff erhalten hat, kann diese noch bis zu zwei Stunden nach dem Eingriff sinnvoll sein.

Als Antibiotikum wird Amoxicillin empfohlen. Wenn jemand das Medikament nicht schlucken kann wird es auch in die Vene gespritzt.

Bei Penicillin- oder Ampicillin-Allergie kann auch ein anderes Medikament eingenommen oder in die Vene gespritzt werden.

Wenn Sie sich noch genauer über die Endokarditis und ihre Vorbeugung informieren möchten:

Besuchen Sie die Deutsche Herzstiftung im Internet unter der Adresse

www.herzstiftung.de.

Hier können Sie auch einen Endokarditispaß anfordern, den Menschen, die eine Endokarditisprophylaxe durchführen müssen immer bei sich tragen sollten.

Lesen Sie auch die ausführlicher Broschüre über Herzentzündungen, die Sie im Internet unter der Adresse:

www.meinherzdeinherz.info/Wissen

finden.

Hier erhalten Sie auch weitere kostenlose Broschüren über andere Krankheiten, Untersuchungen und Behandlungen.

Vorhofflimmern

Was ist Vorhofflimmern?

Normalerweise schlägt ein Herz regelmäßig, mal langsamer und mal schneller, so wie es gerade benötigt wird. Hierzu ist der natürliche Schrittmacher des Herzens, der Sinusknoten zuständig, der in regelmäßigen Abständen elektrische Impulse abgibt, die das Herz zum Schlagen anregen. Beim Vorhofflimmern haben sich in den Vorkammern des Herzens viele „Nebenschrittmacher“ gebildet, die den Sinusknoten überspielen. Durch dieses chaotische Nebeneinander solcher zahlreichen elektrischen Störenfriede gerät das Herz aus dem Takt. Es schlägt vollkommen unregelmäßig, sodaß man von einem „Stolperherzen“ spricht. 

Wodurch entsteht es?

Vorhofflimmern kann durch eine Durchblutungsstörung des Herzens, durch Herzklappenfehler oder Herzmuskelkrankheit, eine Überfunktion der Schilddrüse oder durch erhöhten Blutdruck entstehen, es gibt zahlreiche; jede Herzkrankheit kann irgendwann einmal zu Vorhofflimmern führen. Gott sei Dank sind andere Krankheiten als Ursache des Vorhofflimmerns selten, meistens entsteht die Rhythmusstörung ohne erkennbaren Grund. Vorhofflimmern tritt zudem bei älteren Menschen sehr viel häufiger auf als bei jungen.

Was bemerkt man?

In den meisten Fällen bemerken die Betroffenen ein unruhig  und manchmal unangenehm heftig klopfendes Herz, das oft als rasend schnell empfunden wird und Angst verursacht. Es kann Luftnot auftreten, die körperliche Belastbarkeit nimmt ab und man kann sich geschwächt fühlen. In wenigen Fällen können auch Schwindelgefühle oder sogar Ohnmachten auftreten. Die meisten Menschen haben allerdings nur sehr geringe Beschwerden und Manche bemerken die Herzrhythmusstörung sogar überhaupt nicht.

Ist Vorhofflimmern gefährlich?

Wenn schwere Herzklappenfehler, eine Herzmuskelkrankheit, eine Verengung der Herzkranzgefäße ohne andere schwere Herzkrankheiten ausgeschlossen werden konnten ist das eigentliche Vorhofflimmern in aller Regel nicht gefährlich, und zwar unabhängig davon, wie stark sie durch diese Herzrhythmusstörung belästigt werden. Es gibt aber 2 Ausnahmen:

  1. Vorhofflimmern kann die Neigung haben, die Herzkammern entweder zu schnell oder zu langsam schlagen zu lassen. Dies kann „nur“ unangenehm sein, kann aber auch zu Schwindel, Ohnmachtsanfällen oder zur Herzschwäche führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich regelmäßig vom Hausarzt und Kardiologen mit EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie und vielleicht auch einem Langzeit-EKG untersuchen zu lassen.
  2. Vorhofflimmern kann zur Entstehung von Blutgerinnseln innerhalb des Herzens führen, weshalb bestimmte 
  3. Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Man muß zunächst überlegen, ob man mit Medikamenten oder einem Elektroschock versucht, das Vorhofflimmern zu beseitigen und wieder regelmäßigen Herzschlag herzustellen. Keine dieser beiden Behandlungsformen ist besser oder schlechter als die andere, vielmehr müssen wir als Ihre Kardiologen zusammen mit Ihnen und Ihrem Hausarzt eine individuelle und die speziell für Sie beste Lösung finden. Dabei spielen Ihre Beschwerden eine ebenso wichtige Rolle wie die Frage, ob es eine andere Herzkrankheit gibt, die das Vorhofflimmern ausgelöst hat und ob es sich bei Ihnen um dauerhaftes („permanentes“) oder nur sporadisch auftretendes Vorhofflimmern („intermittierendes Vorhofflimmern“) handelt.

Seit neuer Zeit versucht man auch, das Auftreten sporadisch auftretenden Vorhofflimmerns mit bestimmten Herzkathetertechniken zu verhindern oder dauerhaft bestehendes Vorhofflimmern ebenfalls mit bestimmten Herzkathetertechniken zu beseitigen. Dies sind neuartige Verfahren, die nicht ganz ohne Risiken sind. Sprechen Sie uns ruhig auf eine solche Behandlung an und fragen Sie, ob dies eine Möglichkeit ist, die für Sie in Frage kommt.

Eine Elektroschockbehandlung zur Beseitigung des Vorhofflimmerns ist eine nur selten anzuwendende Behandlungsmöglichkeit, um die Herzrhythmusstörung sofort zu beenden. Die hat aber eine relativ hohe Rückfallquote, weshalb sie nicht immer sinnvoll ist. Wir werden diese Möglichkeit mit Ihnen besprechen!

Unabhängig vom evtl. Ausmaß Ihrer Beschwerden und auch unabhängig davon, ob es sich um dauerhaftes oder sporadisch auftretendes Vorhofflimmern handelt besteht bei einigen Menschen die Gefahr, daß sich innerhalb des Herzens Blutgerinnsel bilden.

Diese Blutgerinnsel können sich dann vom Herzen aus „auf die Reise in den Kreislauf“ machen und hier zu Verstopfungen der Blutgefäße führen. Solche Embolien können schwere Auswirkungen wie einen Schlaganfall oder die Erblindung eines Auges haben. Daher werden wir versuchen, Ihr persönliches Embolie zu ermitteln und Ihnen (je nachdem wie hoch Ihr Risiko ist:) unter Umständen die Einnahme von Marcumar zur Blutverdünnung empfehlen. Zu einer solchen Risikoabschätzung benutzen die Ärzte den sogenannten CHADT2-Risikowert. Dazu werden in Abhängigkeit von Ihrem Alter und 4 anderen Faktoren (Herzschwäche, Hochdruck- und Zuckerkrankheit und vorher abgelaufener Schlaganfall) Punkte vergeben. Wenn man in einer solchen Risikobewertung eine bestimmte Punktzahl erreicht hat wird das Embolierisiko so hoch angesehen, daß die Marcumarbehandlung unumgänglich ist, wir und auch Ihr Hausarzt werden mit Ihnen darüber sprechen).

Was muß ich beachten?

Das Wichtigste beim Vorhofflimmern sind:

  • Keine Panik, auch wenn das Herz gerade kräftig und unregelmäßig schlägt. Man stirbt am Vorhofflimmern nicht!
  • Wenn Sie bemerken, daß sich der Charakter Ihrer Herzrhythmusstörung ändert (z.B. indem das Herz plötzlich langsamer oder schneller schlägt als üblicherweise), wenn Sie öfters schwindelig werden oder Luftnot unter Belastung oder sogar in Ruhe auftreten: 
  • Suchen Sie sobald wie möglich Ihren Hausarzt auf.
  • Wenn Sie ohnmächtig werden, wenn Sie Sehstörungen (und seien sie nur vorübergehend), Sprachschwierigkeiten oder sogar Lähmungserscheinungen bemerken: Rufen Sie sofort den Notarzt unter der Tel.-Nr. 112, weil dies möglicherweise auf eine Gehirnembolie zu beziehen ist.
  • Nehmen Sie die Medikamente, die Ihr Hausarzt und Ihr Kardiologe Ihnen verschrieben haben gewissenhaft ein, auch wenn es Ihnen gut geht. Und beenden oder verändern Sie Ihre Macumar-Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Hausarzt oder mit Ihrem  Kardiologen, denn eine schlechte Marcumarbehandlung bei Risikopatienten bedeutet, daß Sie Gefahr laufen eine Embolie zu bekommen!

Wenn Sie mehr über Vorhofflimmern, eine Marcumar- bzw. Elektroschockbehandlung oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info.

Wenn Sie etwas lernen möchten

Sie sind Medizinstudent oder junger Arzt und möchten etwas über das EKG lernen?

Dann kann ich Ihnen meinen EKG-Kurs empfehlen. Sie lernen in diesem Kurs etwas darüber, was es mit der elektrischen Aktivität des Herzens auf sich hat, wie ein EKG entsteht, was man dort sehen kann und wie man es interpretiert. Wenn Sie interessiert sind: Ärzte klicken hier, Assistenten klicken hier.

Sie sind angehender Kardiologe und möchten sich über die Durchführung von Herzkatheteruntersuchungen informieren?

Ich habe mein „Corobuch“ fast vollständig fertig. Sie lesen hier in 23 Kapiteln etwas darüber, wie man die verschiedenen Untersuchungstechniken (Rechts-, Linksherzkatheter, transseptale Technik, JUDKINS-, SONES-, Radialis-Technik) durchführt, Sie lesen über Tricks und Schwierigkeiten der einzelnen Methoden, über Komplikationen, über die Bewertung Ihrer Befunde und die Auswertung von Katheteruntersuchungen und Sie erfahren etwas über erworbene und angeborene Herzfehler, deren Hämodynamik und deren invasive Untersuchung. Interessiert? Dann klicken sie hier.

Und schließlich das Wichtigste:

Wenn Sie an mehr oder weniger sinnlosen quälend langen Veranstaltungen teilnehmen müssen (z.B. Schnittstellenbesprechungen, QM-Sitzungen o.ä.) dann sollten Sie auf Ihrem Smartphone oder Tablet immer das Bullshit-Bingo gespeichert haben. Sie werden solche Besprechungen lieben!

Kleine Bitte: Wenn Ihnen neue Begriffe vom Typ Implementi-Sprache oder Wichtigtuer oder warme Luft begegnen, die die Aufnahme ins Bullshit-Bingo verdienen: Schicken Sie mir eine eMail unter andreaslauber@mac.com. Danke auch im Namen aller Besprechungsopfer.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

 

Bei der koronaren Herzkrankheit (oder Koronarkrankheit oder KHK)  handelt es sich um eine Krankheit, die zu Verengungen oder sogar Verschlüssen von Herzkranzgefäßen geführt hat. Die Betroffenen werden mit dieser Krankheit leben müssen. Und Sie werden gut damit leben können! Aber man muß verschiedene Dinge wissen:

WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

Herzkranzgefäße werden, wie alle anderen Schlagader des Körpers übrigens auch, nicht vor lauter Langeweile krank. Vielmehr ist es so, daß sich unter dem Einfluß sogenannter Risikofaktoren (Zigarettenrauchen, erhöhte Blutfettwerte, Blutzucker-, Bluthochdruckkrankheit oder Erbfaktoren) Ablagerungen aus Fett in den Gefäßwänden gebildet haben. Diese Ablagerungen sind über viele Monate und Jahre gewachsen, ohne daß Sie etwas davon bemerkt haben und haben zu Verengungen oder sogar Verschlüssen geführt.

WIE WIRD DIE KRANKHEIT BEHANDELT?

Egal ob man eine Ballonerweiterung (PTCA) haben über sich ergehen lassen müssen, ob Stents implantiert wurden oder sogar eine Bypass-Operation durchgeführt wurde oder nicht:

Das Grundprinzip der Behandlung ist immer gleich, denn sie verfolgt 3 Ziele:

  1. Sie soll Ihre Beschwerden lindern,
  2. Sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit keinen für Sie schlimmen Verlauf (wie z.B. einen Herzinfarkt) nimmt und
  3. Sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit nicht weiter fortschreitet und dabei vielleicht Gefäßstellen befällt, die heute noch gesund sind.

Diese Ziele werden durch Medikamente und durch das Verhalten der Betroffenen erreicht.

Mit der Feststellung der Krankheit werden Sie mit Medikamenten behandelt werden. Es wird nicht nur 1 Medikament sein, das Sie einnehmen müssen, sondern vielleicht viele. Alle diese Medikamente sind bei Menschen, die auch Ihre Krankheit haben seit vielen Jahren im Einsatz und wir Ärzte wissen, daß sie sicher und gut sind.

Einige Menschen fragen sich morgens, wenn sie vor ihrer Medikamentensammlung sitzen, die sie über den Tag einnehmen müssen, ob das wirklich alles sein muß. Und viele lehnen diese Medikamente auch ab, weil sie sagen: „Ich habe etwas gegen Chemie!“ Sie werden vielleicht auch einmal die eine oder andere Tablette weglassen, ohne daß irgendetwas passiert wäre. Aber wenn Sie das öfters machen müssen Sie wissen, daß Sie gefährlich leben! Denn die meisten der Medikamente, die Sie nehmen müssen dienen nicht dazu, Ihr Wohlbefinden zu steigern oder Beschwerden zu lindern, sondern Sie dienen dem Zweck, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Sie länger leben zu lassen. Und diesen Schutz verlieren Sie, wenn Sie die Medikamente weg lassen! Wenn Sie Zweifel an Ihren Medikamenten oder an der Menge, die Sie einnehmen müssen haben: Lassen Sie sie nicht einfach weg oder werfen Sie sie nicht in den Mülleimer, sondern fragen Sie Ihren Hausarzt oder Ihren Kardiologen. Es ist wichtig, wirklich!

Und dann sind da Ihre Risikofaktoren. Sie werden es ja sicherlich schon wissen, aber wir schreiben es hier trotzdem noch einmal auf:

Die strenge Einstellung Ihres Blutdruckes (mit Medikamenten!), die Normalisierung Ihrer Blutzuckerkrankheit und Ihrer Cholesterinwerte (mit Medikamenten!) wird Ihr Leben verlängern, daran gibt es auch nach vielen wissenschaftlichen Untersuchungen keinen Zweifel. Versuchen Sie, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, es gibt Beratungs- stellen und Hilfsangebote Ihrer Krankenkasse, es gibt Nikotinpflaster oder Rauchentwöhnungs-Tabletten und es gibt (auch für Frauen!) die Möglichkeit, die Entzugsphase durch Pfeiferauchen zu überbrücken (wenn schon etwas qualmen sein muß).

Ernähren Sie sich bewußt und gesund, auch hierzu gibt es Kurse bei den Krankenkassen oder bei der Volkshochschule. Vermindern Sie, wenn Sie übergewichtig sind langsam aber sicher Ihr Gewicht. Es ist mühsam und (mit Sicherheit) unerfreulich und es wird Rückschläge geben. Aber geben Sie nicht auf und starten Sie einen neuen Versuch. Und schließlich: Bewegen Sie sich. Kaufen Sie sich keinen Heimtrainer und fangen Sie nicht mit dem Joggen an! Aber gewöhnen Sie es sich an, mindestens 1mal am Tag über 20 – 30 Minuten zu laufen, gehen Sie an die frische Luft und lassen Sie für kurze Wege Ihr Auto einfach mal stehen. Und wenn Sie es besonders gut machen möchten: Gehen Sie 2mal wöchentlich ins Schwimmbad oder in Fitness-Studio und trainieren Sie hier Ihre Ausdauer.

Sie werden sehen: Automatisch werden Blutzuckerkrankheit, Bluthochdruck, Blutfettwerte und Gewicht besser. Und besser fühlen werden Sie sich auch noch. Sagen Sie nicht: „Das kann ich nicht, ich hab ́s nämlich am Knie, an der Hüfte, im Kreuz usw.“. Ich bitte Sie: Wir Ärzte kennen diese Ausreden, denn es sind wirklich Ausreden. Sie müssen kein Training für die Bundesliga oder die nächste Olympiade absolvieren und selbst wenn Sie sich nur ein wenig belasten können: Wenig ist mehr als nichts!

WAS MUß ICH BEACHTEN?

Trotz aller Medikamente und auch wenn Sie sich genau nach den Empfehlungen Ihrer Ärzte richten: Es kann immer sein, daß sich die Krankheit weiter entwickelt. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn Sie nicht gerade weiter sündigen, aber geschehen kann es trotzdem. Beachten Sie daher, daß es bestimmte Symptome gibt, die Sie alarmieren müssen:

  • Brustschmerzen, die Sie bis dahin nicht kannten,
  • Brustschmerzen, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • Luftnot bei Anstrengungen, die Ihnen bisher nicht ausgemacht haben,
  • starkes und angenehmes Herzklopfen,
  • Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Wenn Sie solche Veränderungen bemerken: Gehen Sie möglichst sofort zu Ihrem Hausarzt, zu Ihrem Kardiologen oder lassen Sie sich (wenn es nachts oder an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen passiert) ins das nächste Krankenhaus bringen. Es könnte ein Herzinfarkt sein! Niemand von Ihren Ärzten oder im Krankenhaus wird lachen oder mit Ihnen schimpfen, wenn es „falscher Alarm“ war. Aber wenn es kein falscher Alarm war retten Sie sich damit das Leben, denn Herzinfarkte, die ja die schlimmste Komplikation Ihrer Krankheit sind können heute gut und sicher behandelt werden, wenn Sie schnell genug (d.h. innerhalb von 4 Stunden nach Schmerzbeginn!) in die richtige Behandlung kommen.

MUß ICH NOCH EINMAL KONTROLLIERT WERDEN?

Ja, und zwar regelmäßig. Nicht mit dem Herzkatheter, denn der wird nur dann durchgeführt, wenn sich an Ihrem Zustand oder an Ihren Befunden etwas Grundlegendes verändert.

Die Kontrollen, denen Sie sich unterziehen sollten bestehen vielmehr aus einem Gespräch mit Ihnen darüber, wie es Ihnen geht und ob Sie Beschwerden haben, aus einer körperlichen Untersuchung, aus EKG, Belastungs-EKG, Ultraschalluntersuchung des Herzens und Laborwertkontrollen von Zucker und Cholesterin. Lassen Sie alle 3 Monate Blutdruck und Blutwerte durch Ihren Hausarzt kontrollieren und gehen Sie regelmäßig (z.B. alle 6-12 Monate (Hausarzt fragen!) zu Ihrem Kardiologen. Bringen Sie zum Kardiologen bitte die letzten Blutwerte mit, die der Hausarzt bestimmt hat.

Solche Kontrolluntersuchungen sind wichtig, denn Ihr Kardiologe will damit erkennen, ob die Krankheit bei Ihnen stabil verläuft oder ob sie sich verschlechtert, ob Sie ihre Medikamente gut vertragen oder ob Nebenwirkungen auftreten und ob Ihre Risikofaktoren gut eingestellt sind.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.

Nach einem Herzinfarkt mit Stent-Implantation

Sie haben einen Herzinfarkt gehabt, der mit Hilfe eines Herzkatheters behandelt wurde. Was sollten Sie dazu wissen?

Was war passiert?

Ihr Herzinfarkt ist dadurch entstanden, daß sich 1 der 3 dünnen Schlagadern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen verschlossen hat. Dadurch hatte der Herzmuskel nicht mehr genügend Blut bekommen und war vom Absterben bedroht. Die verschlossene Schlagader (Herzkranzarterie) ist mit einem Ballon erweitert und mit einem Stent geschient worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach der akuten Behandlung des Infarktes sind sie noch einige Tage im Krankenhaus geblieben und haben nachfolgend wahrscheinlich eine Anschlußheilbehandlung durchgemacht. Am Ende der ganzen Behandlungen hat man Ihnen sicherlich sagen können, warum Sie den Herzinfarkt bekommen hatten, d.h. welche Risikofaktoren Sie haben.

Wahrscheinlich werden Sie nun wissen, ob Sie erhöhten Blutdruck oder Blutfettwerte haben, ob Sie zuckerkrank sind (Diabetes mellitus) und auch über die Schäden fortgesetzten Zigarettenrauchens sind Sie sicherlich informiert worden.

Die Aufgaben Ihres Hausarztes und Ihres Kardiologen bestehen nun darin, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Welche Folgen hat der Herzinfarkt hinterlassen?
  • Wie geht es mit Ihrem Leben weiter?
  • Sind Ihre Risikofaktoren gut eingestellt?

Wie werden diese Fragen beantwortet?

Sie sollten sich in bestimmten Abständen von einem Kardiologen und von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Ihr Hausarzt sollte etwa alle 3 Monate nach Blutdruck, Blutfettwerten und (wenn Sie zuckerkrank sind) auch nach der Einstellung des Blutdrucks sehen. Lassen Sie sich die Laboruntersuchungen Ihrer Bluttests kopieren, nehmen Sie sie mit nach Hause, heften Sie sie in Ihrer Krankenakte ab und tragen Sie sie in den Infarktpaß ein, den Sie möglicherweise im Krankenhaus oder bei Ihrem Kardiologen erhalten haben; tragen Sie diesen Infarktausweis immer bei sich.

Kontrollieren Sie selber zusammen mit Ihrem Hausarzt, ob Sie die Zielwerte für die einzelnen Werte erreicht haben. Welche Werte dies sind hat man Ihnen bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Anschlußheilbehandlung gesagt. Lesen Sie anderenfalls unser Infoblatt über die „Vorbeugung bei Herzkrankheiten“.

In bestimmten Abständen sollten Sie sich auch vom Kardiologen untersuchen lassen. Er prüft z.B. mit EKG, Belastungs-EKG und vor allem Ultraschall, ob Ihr Herz nach dem Infarkt eine Narbe zurück behalten hat, wie groß diese Narbe ist, welche Auswirkungen die Infarktfolgen für ihr weiteres Leben haben werden und wie sie sich weiter verhalten sollten. Die Zeitabstände, in denen Sie vom Kardiologen untersucht werden sind unterschiedlich: Während der ersten 6 Monate nach dem Infarkt werden Sie meistens  3mal untersucht werden, danach 1- bis 2mal im Jahr.

Damit Sie gut beraten werden können ist es wichtig, daß Sie Ihrem Kardiologen die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Ihr Hausarzt durchgeführt hat mitbringen. Daher ist es so einfach und praktisch, eine eigene Krankenakte anzulegen und den Infarktausweis mit sich zu führen.

Was ist mit Medikamenten?

Nach einem solch schweren Ereignis wie einem Herzinfarkt ist es wichtig, daß Sie auf die richtigen Medikamente eingestellt werden. Einen großen Teil dieser Medikamente werden Sie nicht deshalb bekommen, damit es Ihnen besser geht oder damit Sie weniger Beschwerden haben (Sie werden nämlich keine oder nur wenige Beschwerden haben!).

Die Medikamente sind vielmehr notwendig, um die oben erwähnten Risikofaktoren zu beseitigen und um damit einem neuen Herzinfarkt vorzubeugen. Andere Medikamente sind dazu da, um das durch die Infarktnarbe vielleicht etwas geschwächte Herz zu kräftigen bzw. um seine Pumpkraft gut zu erhalten. Wiederum andere Medikamente sollen die Entstehung neuer Blutgerinnsel in den Schlagadern des Herzens oder anderen Organen zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise Aspirin oder ASS. Diese Medikamente sollten Sie lebenslang einnehmen. Andere äußerst wichtige Medikamente haben den Namen Iscover®, Plavix®, Clopidogrel, Prasugrel oder Efient®. Diese Medikamente werden zusammen mit dem ASS oder Aspirin eingenommen und sollen verhindern, daß der implantierte Stent von Ihrem Körper abgestoßen wird, daß im Stent ein neues Blutgerinnsel entsteht, daß sich der Stent dadurch verschließt und daß es dadurch zu einem neuen schlimmeren Herzinfarkt kommt. Nehmen Sie dieses Medikament über 1 Jahr regelmäßig jeden Tag ein und vergessen Sie es niemals und an keinem einzigen Tag!

Wer gibt Ihnen die Rezepte für die Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt oder (wenn dieser verhindert sein sollte) der Vertreter des Hausarztes oder Ihr Kardiologe, sprechen Sie das mit Ihren Ärzten ab.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit, Ballonerweiterungen und Stents informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie hier nach weiteren Informationen.

Was sollten Sie zum Besuch beim Kardiologen mitbringen?

  • Medikamentenplan
  • Ergebnisse der letzten Laboruntersuchungen beim Hausarzt (oder Infarktausweis)
  • Versichertenkarte

Koronare Herzkrankheit

Bei der „koronaren Herzkrankheit“ (oder abgekürzt: KHK) handelt es sich um eine Krankheit, die zu Verengungen oder sogar Verschlüssen von Herzkranzgefäßen geführt hat. Man wird mit dieser Krankheit leben müssen und man wird gut damit leben können! Aber man muß verschiedene Dinge wissen:

WIE IST ES DAZU GEKOMMEN?

Herzkranzgefäße werden, wie alle anderen Schlagader des Körpers übrigens auch, nicht vor lauter Langeweile krank. Vielmehr ist es so, daß sich unter dem Einfluß sogenannter Risikofaktoren (Zigarettenrauchen, erhöhte Blutfettwerte, Blutzucker-, Bluthochdruckkrankheit oder Erbfaktoren) Ablagerungen aus Fett in den Gefäßwänden gebildet haben. Diese Ablagerungen sind über viele Monate und Jahre gewachsen, ohne daß Sie etwas davon bemerkt haben und haben zu Verengungen oder sogar Verschlüssen geführt.

WIE WIRD WEITER BEHANDELT?

Egal ob Sie eine Ballonerweiterung (PTCA) haben über sich ergehen lassen müssen, ob Stents implantiert wurden oder sogar eine Bypass-Operation durchgeführt wurde oder nicht:

Das Grundprinzip der Behandlung ist immer gleich, denn sie verfolgt 3 Ziele:

  1. Sie soll Ihre Beschwerden lindern,
  2. sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit keinen für Sie schlimmen Verlauf (wie z.B. einen Herzinfarkt) nimmt und
  3. sie soll dafür sorgen, daß die Krankheit nicht weiter fortschreitet und dabei vielleicht Gefäßstellen befällt, die heute noch gesund sind.

Diese Ziele werden durch Medikamente und durch Ihr Verhalten erreicht.

Sie werden mit Medikamenten behandelt werden müssen. Es wird nicht nur 1 Medikament sein, das Sie einnehmen müssen, sondern vielleicht viele. Alle diese Medikamente sind bei Menschen, die auch Ihre Krankheit haben seit vielen Jahren im Einsatz und Ihre Ärzte wissen, daß sie sicher und gut sind.

Einige Menschen fragen sich morgens, wenn sie vor ihrer Medikamentensammlung sitzen, die sie über den Tag einnehmen müssen, ob das wirklich alles sein muß. Und viele lehnen diese Medikamente auch ab, weil sie sagen: „Ich habe etwas gegen Chemie!“ Sie werden vielleicht auch einmal die eine oder andere Tablette weglassen, ohne daß irgendetwas passiert wäre. Aber wenn Sie das öfters machen müssen Sie wissen, daß Sie gefährlich leben! Denn die meisten der Medikamente, die Sie nehmen müssen dienen nicht dazu, Ihr Wohlbefinden zu steigern oder Beschwerden zu lindern, sondern Sie dienen dem Zweck, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Sie länger leben zu lassen. Und diesen Schutz verlieren Sie, wenn Sie die Medikamente weg lassen! Wenn Sie Zweifel an Ihren Medikamenten oder an der Menge, die Sie einnehmen müssen haben: Lassen Sie sie nicht einfach weg oder werfen Sie sie nicht in den Mülleimer, sondern fragen Sie Ihren Hausarzt oder Ihren Kardiologen. Es ist wichtig, wirklich!

Und dann sind da Ihre Risikofaktoren. Sie werden es ja sicherlich schon wissen, aber wir schreiben es hier trotzdem noch einmal auf:

Die strenge Einstellung Ihres Blutdruckes (mit Medikamenten!), die Normalisierung Ihrer Blutzuckerkrankheit und Ihrer Cholesterinwerte (mit Medikamenten!) wird Ihr Leben verlängern, daran gibt es auch nach vielen wissenschaftlichen Untersuchungen keinen Zweifel.

Versuchen Sie, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören, es gibt Beratungs- stellen und Hilfsangebote Ihrer Krankenkasse, es gibt Nikotinpflaster, eZigaretten oder Rauchentwöhnungs-Tabletten und es gibt (auch für Frauen!) die Möglichkeit, die Entzugsphase durch Pfeiferauchen zu überbrücken (wenn schon etwas qualmen sein muß).

Ernähren Sie sich bewußt und gesund, auch hierzu gibt es Kurse bei den Krankenkassen oder bei der Volkshochschule. Vermindern Sie, wenn Sie übergewichtig sind langsam aber sicher Ihr Gewicht. Es ist mühsam und vielleicht unerfreulich und es wird Rückschläge geben. Aber geben Sie nicht auf und starten Sie einen neuen Versuch. Und schließlich:

Bewegen Sie sich. Kaufen Sie sich keinen Heimtrainer und fangen Sie nicht mit dem Joggen an! Aber gewöhnen Sie es sich an, mindestens 1mal am Tag über 20 – 30 Minuten zu laufen, gehen Sie an die frische Luft und lassen Sie für kurze Wege Ihr Auto einfach mal stehen. Und wenn Sie es besonders gut machen möchten: Gehen Sie 2mal wöchentlich ins Schwimmbad oder in Fitness-Studio und trainieren Sie hier Ihre Ausdauer. Sie werden sehen: Automatisch werden Blutzuckerkrankheit, Bluthochdruck, Blutfettwerte und Gewicht besser. Und besser fühlen werden Sie sich auch noch. Sagen Sie nicht: „Das kann ich nicht, ich hab ́s nämlich am Knie, an der Hüfte, im Kreuz usw.“. Ich bitte Sie: Wir Ärzte kennen diese Ausreden, denn es sind wirklich Ausreden. Sie müssen kein Training für die Bundesliga oder die nächste Olympiade absolvieren und selbst wenn Sie sich nur ein wenig belasten können: Wenig ist mehr als nichts!

WAS MUß ICH BEACHTEN?

Trotz aller Medikamente und auch wenn Sie sich genau nach den Empfehlungen Ihrer Ärzte richten: Es kann immer sein, daß sich die Krankheit weiter entwickelt. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn Sie nicht gerade weiter sündigen, aber geschehen kann es trotzdem. Beachten Sie daher, daß es bestimmte Symptome gibt, die Sie alarmieren müssen:

  • Brustschmerzen, die Sie bis dahin nicht kannten,
  • Brustschmerzen, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • Luftnot bei Anstrengungen, die Ihnen bisher nicht ausgemacht haben,
  • starkes und angenehmes Herzklopfen,
  • Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Wenn Sie solche Veränderungen bemerken: Gehen Sie möglichst sofort zu Ihrem Hausarzt, zu Ihrem Kardiologen oder lassen Sie sich (wenn es nachts oder an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen passiert) ins das nächste Krankenhaus bringen. Es könnte ein Herzinfarkt sein!

Niemand von Ihren Ärzten oder im Krankenhaus wird lachen oder mit Ihnen schimpfen, wenn es „falscher Alarm“ war. Aber wenn es kein falscher Alarm war retten Sie sich damit das Leben, denn Herzinfarkte, die ja die schlimmste Komplikation Ihrer Krankheit sind können heute gut und sicher behandelt werden, wenn Sie schnell genug (d.h. innerhalb von 4 Stunden nach Schmerzbeginn!) in die richtige Behandlung kommen.

MUß ICH KONTROLLIERT WERDEN?

Ja, und zwar regelmäßig. Nicht mit dem Herzkatheter, denn der wird nur dann durchgeführt, wenn sich an Ihrem Zustand oder an Ihren Befunden etwas Grundlegendes verändert.

Die Kontrollen, denen Sie sich unterziehen sollten bestehen vielmehr aus einem Gespräch mit Ihnen darüber, wie es Ihnen geht und ob Sie Beschwerden haben, aus einer körperlichen Untersuchung, aus EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall- untersuchung des Herzens und Laborwertkontrollen von Zucker und Cholesterin. Lassen Sie alle 3 Monate Blutdruck und Blutwerte durch Ihren Hausarzt kontrollieren und gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Kardiologen (die Intervalle, in denen Sie kommen sollten wird er Ihnen sagen). Bringen Sie dazu bitte die letzten Blutwerte mit, die der Hausarzt bestimmt hat.

Solche Kontrolluntersuchungen sind wichtig, denn wir wollen damit erkennen, ob die Krankheit bei Ihnen stabil verläuft oder ob sie sich verschlechtert, ob Sie ihre Medikamente gut vertragen oder ob Nebenwirkungen auftreten und ob Ihre Risikofaktoren gut eingestellt sind.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.