Herzmuskelkrankheiten

Es gibt mehrere Herzmuskelerkrankungen, die alle ganz verschiedener Natur sind und die vollkommen unterschiedlich behandelt werden müssen:

DILATATIVE KARDIOMYOPATHIE (DCM)

Bei dilatativen Kardiomyopathien ist es zu einer Vergrößerung oder Pumpschwäche des Herzmuskels gekommen. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig:

Es kann sich z.B. um den

  • Folgezustand einer Herzmuskelentzündung handeln,
  • der Herzmuskel kann infolge von Durchblutungsstörungen geschädigt sein
  • es kann im Gefolge großer Narben nach Herzinfarkten zu Schädigungen des Herzmuskels gekommen sein,
  • der Herzmuskel kann durch Arbeitsüberlastung infolge von Herzklappenfehlern ermüden,
  • er kann durch ein permanent zu schnell schlagendes Herz bei bestimmten Herzrhythmusstörungen
  • oder durch langjährigen Alkoholkonsum geschädigt sein.
  • Eine Herzmuskelschädigung kann aber auch z.B. durch eine Chemotherapie bei bösartigen Krankheiten auftreten,
  • durch allgemeine Muskelerkrankungen (Muskeldystrophie),
  • durch Funktionsstörungen der Schilddrüse und Nebenniere entstehen oder
  • bei bestimmten anderen Erkrankungen (z.B. Lupus erythematodis, Panarteriitis nodosa) auftreten.
  • Und schließlich gibt es noch eine genetisch bedingte Form.

Die Folge einer solchen Krankheit ist in der Regel eine Pumpschwäche der linken Herzkammer, die den Körper nicht mehr mit ausreichenden Mengen frischen Blutes versorgen kann.

Die betroffenen Menschen verspüren hiervon die Symptome der Herzschwäche (Herzinsuffizienz), d.h. sie bemerken Wasseransammlungen in den Beinen und Luftnot zunächst nur bei stärkeren Anstrengungen und dann immer weiter zunehmend schließlich auch in körperlicher Ruhe.

Festgestellt wird eine DCM im Echokardiogramm (= Ultraschalluntersuchung des Herzens), das eine mehr oder weniger stark erweiterte linke Herzkammer zeigt, die sich nur müde bewegt. Im EKG sieht man oft einen sog. Linksschenkelblock, der aber für die DCM nicht beweisend ist.

Nach Feststellung einer Vergrößerung und Pumpschwäche der Herzkammer muß nach der Ursache gesucht werden. Dazu wird es meistens notwendig sein, eine Herzkatheteruntersuchung durchführen. Sie hat die Aufgabe, nach Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und schwerwiegenden Herzklappenfehlern zu suchen. In einigen wenigen Fällen kann man mit Hilfe des Herzkatheters auch kleine Stücke des erkrankten Herzmuskels entnehmen (Biopsie) und diese dann speziell untersuchen oder man kann eine Kernspintomographie durchführen, um nach bestimmten Vernarbungsmustern des Herzmuskels zu suchen.

Wenn man eine spezielle Ursache für die DCM gefunden hat wird man natürlich das Grundproblem behandeln (z.B. durch eine Herzklappen- oder Bypass-Operation, Schilddrüsen- oder Nebennierenbehandlung), in allen anderen Fällen wird man eine medikamentöse Behandlung durchführen, wie sie auch für Menschen mit Herzschwäche erforderlich ist. Dazu kann es auch gehören, daß bestimmte Herzschrittmacher eingepflanzt werden oder daß man die Möglichkeit einer Herztransplantation prüft.

HYPERTROPHE KARDIOMYOPATHIE (HCM)

Bei der hypertrophen Kardiomyopathie kommt es zu einer unnatürlichen Verdickung des Herzmuskels. Von einer solchen Kardiomyopathie darf man daher nur dann sprechen, wenn „natürliche“ Ursachen für die Herzverdickung (z.B. Bluthochdruckkrankheit oder bestimmte Herzklappenfehler) ausgeschlossen sind.

Gesunder Herzmuskel ist weich, sodaß sich die Herzkammern leicht mit Blut, das durch die Herzklappen hinströmt füllen können. Verdickter Herzmuskel hingegen wird steif und unelastisch, sodaß er sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann.

Menschen mit HCM haben also das Problem, daß das Herz nicht genügend Blut pumpen kann. Anders als bei der DCM liegt dies aber nicht an einer Muskelschwäche, sondern daran, daß die Kammer sich nicht mit genügendem Blut füllen konnte.

Die Ursache für die Herzmuskelverdickung bei der HCM ist unbekannt, es scheint sich um einen angeborenen Defekt der Herzmuskelzellen zu handeln.

Es gibt 2 Unterformen der HCM:

  • Bei der obstruktiven Form (HOCM) bildet die Muskelverdickung einen Wulst, der sich in die linke Herzkammer vorwölbt und hier das Blut bei Verlassen der Kammer behindert;
  • bei der nicht obstruktiven Form (HNCM) entsteht keine solche Vorwölbung, hier findet die Verdickung hauptsächlich in der Spitze der linken Herzkammer statt.

Die Auswirkungen für den betroffenen Menschen sind für alle Formen der HCM dieselben wie für die DCM und für die Herzschwäche beschrieben:

Es kommt zum Auftreten von Luftnot und evtl. Wasseransammlungen in Lungen und Beinen.

Festgestellt werden die hypertrophen Kardiomyopathien mit EKG, Echokardiographie und Herzkatheteruntersuchung. Manchmal wird man auch Blutuntersuchungen durch- führen, um nach bestimmten Stoffwechselkrankheiten zu suchen, die zu einer „Aufblähung“ der Herzmuskelzellen führen (FABRY-Krankheit).

Behandelt werden die hypertrophen Kardiomyopathien entweder durch die Gabe von Medikamenten, mit denen ein gewisser Herzmuskelschwund und eine Verbesserung der Elastizität des Muskelgewebes bewirkt werden soll. Bei den obstruktiven Formen kann man den störenden Muskelwulst auch durch eine Operation, eine gezielte Zerstörung und Vernarbung des Wulstes entfernen oder durch spezielle Herzschrittmachertherapie behandeln, mit der die Pumpbewegungen des Herzens so verändert werden, daß sich der störende Herzmuskelwulst erst dann zusammenzieht, wenn das Blut schon vorbei geflossen ist.

RESTRIKTIVE KARDIOMYOPATHIE

Bei der sog. restriktiven Kardiomyopathie handelt es sich um eine Erkrankung, bei das Herz auch ohne eine Verdickung des Herzmuskels dick, steif und unelastisch wird. Die Ursache sind in der Regel Ablagerungen von körpereigenen Substanzen (Eiweiße, bestimmte Zuckerformen oder Fett) zwischen den einzelnen Herzmuskelzellen. Solche Kardiomyopathien sind relativ selten und sollen in dieser kurzen Info nicht genauer behandelt werden.

WAS IST WICHTIG FÜR SIE?

Für alle Kardiomyopathien gilt, daß sie relativ selten auftreten. Die notwendigen Untersuchungen und später auch die Behandlung sind sehr individuell auf die einzelnen Patienten zugeschnitten, eine „Standarduntersuchung und -behandlung“

gibt es nicht. Ihr Kardiologe wird also im Verlauf der Behandlung sehr ausführlich mit Ihnen über alle Untersuchungs- und Behandlungsschritte sprechen.

Wichtig ist für Sie, daß Sie Ihre Krankheit verstehen und lernen, mit ihr umzugehen. Auch wenn es heute in vielen Fällen nicht möglich ist, die Krankheit grundlegend zu behandeln und zu beseitigen können die verschiedenen Behandlungsformen Ihnen ein weitgehend normales Leben mit wenigen oder sogar gar keinen Beschwerden ermöglichen. Auch wenn es Ihnen gut geht und sie keine Beschwerden haben: Lassen Sie sich regelmäßig in den Intervallen, die Ihr Kardiologe Ihnen empfehlen kontrollieren, denn jede Kardiomyopathie kann fortschreiten und dann evtl. eine Veränderung der Behand- lung erforderlich machen.

Diese Broschüre kann Sie über die verschiedenen Formen der Kardiomyopathien nur sehr grob informieren. Wenn Sie mehr wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info. Wählen Sie hier die Rubrik „Wissen“, wo viele Informationsmaterialien für Sie bereit stehen. Hier finden Sie auch eine sehr viel detailliertere Broschüre, in der die verschiedenen Formen der Kardiomyopathien, ihre Auswirkungen und ihre Behandlung beschrieben werden.

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Herzklappenfehler

WAS SIND HERZKLAPPENFEHLER?

Herzklappen sind Ventile, die dafür sorgen, daß das Blut immer in der richtigen Richtung in das Herz hineinfließt und es wieder verläßt. Am Ein- und am Ausgang jeder Hauptkammer gibt es eine Herzklappe, die dafür zu sorgen haben, daß das Blut nur aus 1 Richtung in die Kammer einfließen und auch nur in 1 Richtung ausgepumpt werden kann. Weil das Herz aus einem rechten und einem linken Teil besteht und jede Herzseite 1 Hauptkammer hat gibt es insgesamt 4 Herzklappen. Man nennt sie Aorten-, Mitral-, Tri- cuspidal- und Pulmonalklappe.

WIE KÖNNEN HERZKLAPPEN ERKRANKEN?

Herzklappen können auf 2 Arten erkranken:

  • Sie können verengt und
  • undicht sein.

In einigen Fällen liegt auch eine Kombination beider Störungen vor, sodaß man hier von einem „kombinierten Herzklappenfehler“ spricht. Verengungen der Klappe nennt man „Stenose“, Undichtigkeiten heißen „Insuffizienz“. Es gibt also beispielsweise eine Aortenklappenstenose (= Verengung der Aortenklappe) und eine Mitralinsuffizienz (= Undichtigkeit der Mitralklappe).

WAS BEMERKT MAN VON HERZKLAPPENFEHLERN?

Klappenfehler bedeuten für den Herzmuskel viel Arbeit: Bei einer Verengung muß er Blut „mit Gewalt“ durch die verengte Herzklappe pressen. Bei starken Undichtigkeiten der Klappen, wenn nämlich Blut durch die undichte Klappe dorthin zurückfließt, woher es gerade gekommen ist, muß der Herzmuskel also einen großen Teil seiner Arbeit dazu aufwenden, das Blut unnötigerweise ein 2. Mal pumpen zu müssen.

Durch diese Arbeitsbelastung kann der Muskel und damit das gesamte Herz ermüden. Der betroffene Mensch verspürt diese Herzmuskelmüdigkeit als Luftnot, denn das Herz kann nun die Organe des Körpers nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgen. Wenn sich Blut vor einer verengten Herzklappe oder einer ermüdeten Herzkammer anstaut kann es zur Wasseransammlung (Ödem) in Lungen oder den Beinen kommen. Und schließlich können gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten und man kann an bestimm- ten Herzklappenfehlern sogar plötzlich sterben.

Die häufigsten Beschwerden bei Herzklappenfehlern sind Luftnot unter Belastung, Leistungsschwäche, Wasseransammlungen in den Bei- nen, Brustenge oder Schwindelerscheinungen. Nicht jeder Mensch hat alle diese Beschwerden; welche Beschwerden auftreten hängt vielmehr davon ab, welche der 4 Herzklappen undicht oder verengt ist und wie stark dieser Herzklappenfehler ist.

WIE WERDEN HERZKLAPPENFEHLER UNTERSUCHT ?

Herzklappenfehler verursachen in der Regel bestimmte Geräusche. Ein geübter Arzt kann aus deinem solchen Herzgeräusch erkennen, welche Herzklappe erkrankt ist, ob sie verengt oder undicht ist und wie schwerwiegend der Fehler ist. Er wird dann möglicherweise zusätzliche Untersuchungen durchführen, um sich ein genaueres Bild machen zu können und um entscheiden zu können, wie die weitere Behandlung sein sollte.

Zu diesen Untersuchungen gehören neben einem normalen EKG auch ein Röntgenbild. Die wichtigste Untersuchung ist eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie).

Hierbei kann man nicht nur die Herzklappen sehen, sondern auch feststellen, ob der Herzmuskels kräftig oder schon geschädigt arbeitet. Mit bestimmten Ultraschalltechniken (Farb-DOPPLER und Fluß-DOPPLER) kann man auch die Flußrichtung des Blutes sehen und dadurch Undichtigkeiten der Klappe erkennen und man kann auch die Schwere eines Herzklappenfehlers genau feststellen. Aus der bildlichen Darstellung dieses Blutflusses durch die Herzklappe am Bildschirm kann der Arzt auch recht genaue Aussagen dazu machen, wie schwer der Klappenfehler ist.

Wenn der Klappenfehler nach diesen völlig harmlosen Untersuchungen als geringfügig erkannt wurde sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig, sondern es wird eine medikamentöse Behandlung eingeleitet oder fortgeführt und der Klappenfehler wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

Ist der Klappenfehler aber hochgradig wird man eine Herzkatheteruntersuchung durchführen müssen.

Bei dieser Untersuchung geht es weniger darum, den Schweregrad des Klappenfehlers festzustellen, sondern vielmehr darum, um nun die Entscheidung treffen zu können, welche die beste der möglichen Behandlungsformen ist:

WIE WERDEN HERZKLAPPENFEHLER BEHANDELT?

Es gibt 2 Behandlungsformen: Die medikamentöse und die chirurgische. Welche dieser beiden Behandlungsformen die beste ist hängt davon ab, wie schwerwiegend der Klappenfehler ist, welche Beschwerden er verursacht, ob er zu Herzrhythmusstörungen oder einer Blutstauung geführt hat, ob der Herzmuskel schon Schaden genommen hat oder ob ein solcher Schaden in absehbarer Zeit eintreten wird.

Die leichten Formen der Herzklappenfehler kann man mit Medikamenten behandeln, die den Herzmuskel entlasten und damit indirekt stärken sollen, die Herzrhythmusstörungen beseitigen oder dämpfen und die evtl. Wasseransammlungen im Körper ausschwemmen sollen.

In den schwerwiegenden Fällen wird man die erkrankte Herzklappe allerdings mit einer Herzklappenoperation austauschen müssen. Bei einer solchen Operation wird die erkrankte Herzklappe entfernt und gegen eine neue Herzklappe ersetzt.

Bei diesen Herzklappen-“Prothesen“ handelt es sich entweder um Klappen „aus der Fabrik“, die aus Kunststoff und Stahl gefertigt werden („Kunstklappe“) oder um sogenannte biologische Herzklappen, die aus einer Herzklappe des Schweins hergestellt werden.

In letzter Zeit werden zunehmend Techniken entwickelt, mit denen man erkrankte Herzklappen auch ohne die Im- plantation künstlicher oder biologischer Klappenprothesen behandeln kann. Dabei kann man Klappen manchmal „reparieren“, wobei dies im Rahmen einer „großen“ Herzoperation, manchmal aber auch mit Kathetertechniken möglich ist.

Und seit neuestem versucht man sogar, eine verengte Aortenklappe durch eine spezielle Herzkathetertechnik ohne eine „große“ Herzoperation auszutauschen. Solche Behandlungsmethoden befinden sich aber zum Teil noch in der Entwicklung und sind noch nicht für jeden Patienten einsetzbar.

Manchmal wird es notwendig sein, daß man wegen des Herzklappenfehlers, ist er nun operiert oder nicht ein Medi- kament mit Namen Marcumar zur Blutverdünnung ein- nehmen muß (Siehe hierzu auch die ausführlichen Informationen und die Broschüre unter www.meinherzdeinherz.info.

WAS MÜSSEN SIE BEACHTEN?

Alle Menschen mit erkrankten Herzklappen sollten sich in regelmäßigen Abständen vom Kardiologen untersuchen und kontrollieren lassen, denn Herzklappenfehler können sich im Laufe der Zeit verschlechtern.

Bei solchen Kontrollen wird der Arzt danach suchen, ob Anzeichen für die gefährlichste Auswirkung der Klappenerkrankung, die Herzmuskelschwäche zu erkennen sind. Es ist daher wichtig, daß Sie sich in bestimmten Abständen, die Ihr Kardiologe Ihnen rät zu solchen Kontrolluntersuchungen melden.

Unabhängig davon, welches Ausmaß der Klappenfehler bislang hatte :

  • Wenn Sie plötzlich ohne erkennbaren Grund schwindelig werden oder wenn sich Luftnot oder Wasseransammlungen in den Beinen einstellen oder sich ver- schlechtern: Suchen Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen bei der allernächsten Gelegenheit auf.
  • Wenn Sie sogar ohnmächtig werden: Rufen Sie den Notarzt der Feuerwehr (Tel.: 112), denn in diesen Fällen kann sich ein bedrohlicher und gefährlicher Klappenfehler entwickelt haben, der unbedingt weiter abgeklärt und untersucht werden muß!

Wenn Sie sich genauer über Herzklappenfehler, eine Marcumarbehandlung, eine Herzklappenoperation oder die ver-schiedenen Untersuchungsmethoden informieren möchten besuchen Sie uns auch im Internet unter www.meinherzdeinherz.info.

Nach dem Herzinfarkt

 

Wie kommt es zum Herzinfarkt?

Das Herz ist ein Muskel, der über 3 Gefäße (den sog. Herzkranzarterien) mit Blut versorgt wird, damit er Minute für Minute, Tag für Tag und Monat für Monat kräftig arbeiten kann.

Bei einem Herzinfarkt verschließt sich nun eine dieser Gefäße plötzlich. Das Ergebnis ist, daß derjenige Teil des Herzmuskels, der von dieser Arterie versorgt wurde nicht mehr mit Blut versorgt wird und vom Absterben bedroht ist.

Wenn ein solcher Verschluß lange andauert stirbt der betroffene Herzmuskelanteil ab und es entsteht eine Narbe innerhalb des Herzmuskels. Diese Narbe kann nicht mehr an der Pumparbeit des Herzens teilnehmen, was natürlich dazu führen kann, daß der verbliebene Herzmuskel überlastet wird und über kurz oder lang geschädigt und geschwächt wird.

Die Entstehung der Infarktnarbe ist irreparabel, d.h. daß sie für den Rest des Lebens bestehen bleibt. Daher hat man versucht, das verstopfte Herzkranzgefäß schnell, d.i. vor der Entstehung der Narbe wieder zu öffnen. Dazu benutzt man in der Regel bestimmte Kathetertechniken (Ballonerweiterung, PTCA oder Stent), in anderen (selteneren) Fällen, z.B. wenn eine Herzkatheterabteilung nicht schnell erreicht werden kann wurden  Gerinnsel-auflösende Medikamente eingesetzt. In einigen Fällen war diese Behandlung erfolgreich und hat die Gefäßverstopfung beseitigt, in anderen Fällen ist dies vielleicht nicht gelungen.

Je nachdem, wie erfolgreich die Behandlung war und wie schnell das Gefäß nach dem Infarkt wieder geöffnet werden konnte wird der Herzmuskel einen mehr oder weniger großen Schaden genommen haben. Am Ende der Krankenhausbehandlung und vielleicht nach der folgenden AHB-Maßnahme wird man diesen Schaden am Herzmuskel durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) genau „vermessen“ haben.

Es ist nun wichtig für Sie, daß Sie nach dem Infarkt 2 Dinge wissen und berücksichtigen:

Wie groß ist der Schaden am Herzmuskel?

Wie Antwort auf die Frage nach der Größe des Herzinfarktes ist wichtig, wenn es darum geht, die weitere Behandlung festzulegen. Bei Menschen mit großen Infarktnarben besteht die Gefahr, daß das ganze Herz im Laufe der Zeit geschwächt wird. Wenn 3 Herzwände die Arbeit der ausgefallenen und vernarbten Infarktwand mit übernehmen müssen können Sie sich vorstellen, daß das auf Dauer zum Problem werden wird, weil die 3 übrig gebliebenen Herzwände durch diese Mehrarbeit überfordert sind. Sie werden daher Medikamente bekommen, um diese Überlastung Ihres Herzens zu verhindern. In der Regel handelt es sich dabei um Medikamente mit dem Namen „beta-Blocker“ und „ACE-Hemmer“. Es ist wichtig, daß Sie diese Medikamente auch dann gewissenhaft und zuverlässig einnehmen, wenn es Ihnen eigentlich gut geht und Sie keine großen Beschwerden haben. Diese Medikamente haben nicht die Aufgabe, Ihr Wohlbefinden zu steigern (es wird Ihnen ja wahrscheinlich schon gut gehen), sondern sie sollen dafür sorgen, daß es Ihnen noch lange gut geht.

Warum sind die Herzkranzarterien überhaupt krank geworden?

Dies ist eine sehr wichtige Frage. Am Ende des Krankenhausaufenthaltes bzw. am Ende der AHB-Kur wird man auch diese Frage beantwortet haben und Ihnen gesagt haben, ob Sie erhöhte Blutfettwerte, erhöhten Blutdruck oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) haben (daß Rauchen zum Herzinfarkt führen kann werden Sie ja schon wissen, es steht zudem auf jeder Packung.)

Es wird nun für Ihr weiteres Leben von großer Bedeutung sein, daß Sie diese sogenannten „Risikofaktoren“ in den Griff bekommen. In den meisten Fällen wird es sich nicht vermeiden lassen, zu diesem Zweck Medikamente einzunehmen. Blutdruck-senkende Tabletten, Aspirin® (oder ASS) und Cholesterin-Senker sind einige Beispiele dafür. Auch für diese Medikamente gilt: Sie bekommen Sie nicht, daß es Ihnen besser geht, sondern damit Ihr guter Zustand möglichst ein langes Leben lang anhält.

In der Regel werden Sie keinen Unterschied bemerken, wenn Sie diese Tabletten einmal weglassen, aber Sie werden sich keinen Gefallen damit tun, denn die koronare Herzkrankheit, die ja zum Herzinfarkt geführt hat schwelt dann weiter unbemerkt vor sich hin und ruiniert langsam aber sicher (!) alle Schlagadern Ihres Körpers: Die schon kranken Herzgefäße, die Gehirngefäße (mit der Folge eines Schlaganfalls), die Nieren- und Beingefäße. Also: Nehmen Sie die Medikamente so wie Ihre Ärzte Ihnen das empfehlen.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, daß Sie nicht alles den Ärzten überlassen. Sie können Ihnen erklären, wie Sie gehen können, laufen müssen Sie aber selber. Mit anderen Worten: Betrachten Sie den Herzinfarkt als einen Schuß vor den Bug und ändern Sie Ihr Leben. Versuchen Sie abzunehmen und mit dem Rauchen aufzuhören, bewegen Sie sich und gehen Sie spazieren und versuchen Sie, sich gesund zu ernähren. Und versuchen Sie (soweit das geht:) Streß, Termindruck und Ärger zu vermeiden. Klar, das geht nicht immer, aber Sie sollten es wenigstens versuchen!

Kann ich noch einen Herzinfarkt bekommen?

Leider ja, denn auch mit der besten Medizin kann sich die Krankheit weiter entwickeln und fortschreiten. Wenn Sie den Empfehlungen Ihrer Ärzte folgen und Ihre Risikofaktoren so gut es geht vermindern ist die Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung aber nur sehr gering, das heißt: Es wird Ihnen lange sehr gut gehen. Man muß die Lage aber im Auge behalten. Nehmen Sie daher regelmäßig Ihre Arzttermine zu Kontrolluntersuchungen war.

Wann muß ich wieder zum Arzt?

Normalerweise, wenn alles (wie meistens) gut verläuft sollten Sie etwa alle 3 Monate Ihre Risikowerte vom Hausarzt bestimmen lassen und in den vorgeschlagenen Intervallen zum Kardiologen gehen, um ein EKG, Belastungs-EKG und vielleicht eine Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen. Am Ende dieser Untersuchungen wird der Kardiologe Ihnen sagen, wann Sie zur nächsten Kontrolle kommen sollten. Bringen Sie zu diesen Terminen immer Ihre letzten Blutwerte und Ihre Medikamente mit!

Kommen Sie umgehend und sofort zum Hausarzt oder zum Kardiologen, wenn

  • Sie Brustschmerzen haben, die Sie bis dahin nicht kannten,
  • wenn Sie Brustschmerzen haben, die schlimmer und heftiger sind als bisher,
  • wenn Sie Luftnot bei Anstrengungen haben, die Ihnen bisher nicht ausgemacht haben,
  • wenn Sie starkes und angenehmes Herzklopfen verspüren.

Kommen Sie in diesen Fällen ohne Voranmeldung in die Praxis Ihres Kardiologen, damit er sofort sehen kann, was die Ursache dieser Probleme ist.

Sie sollten sich allerdings umgehend ins Krankenhaus bringen lassen, wenn Sie

  • Brustschmerzen bekommen, die nicht nach 2maligem Gebrauch von Nitro-Spray innerhalb von 20 Minuten wieder verschwunden sind oder
  • wenn Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle haben.

Gehen oder fahren Sie in diesen Fällen nicht selber ins Krankenhaus, sondern rufen Sie den Notarzt der Feuerwehr unter der Telephonnummer 112.

Fragen Sie Ihren Kardiologen bei Ihrem 1. Besuch nach der Reha, ob eine solche Möglichkeit der sofortigen Vorstellung im Notfall auch ohne Termin möglich ist und (falls das nicht geht) wie Sie sich verhalten sollen.

Welche Medikamente muß ich einnehmen?

Damit Sie nichts vergessen benutzen Sie einen Medikamentenzettel, den Sie von Ihrem Hausarzt oder Kardiologen sicherlich bekommen werden und lassen Sie den Arzt hier Ihre Medikamente eintragen.

Woher bekomme ich meine Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt. In einigen Fällen übernimmt aber auch der Kardiologe diese Aufgabe, sprechen Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen bei Ihrem 1. Besuch nach der Reha ebenfalls darauf an.

 

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit informieren möchten: Besuchen Sie meine Website im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen.

Luftnot

Was bedeutet Luftnot?

Luftnot (medizinisches Wort: Dyspnoe (sprich: Düsspnö)) ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, eine Beschwerde. Die betroffenen Menschen beschreiben dieses Symptom teilweise sehr unterschiedlich: So als habe man „Luftmangel“ oder nicht genügend Sauerstoff, als sei man außer Atem, als würde das Atmen schwer fallen, als würde man ersticken oder als müsse man dringend frische Luft haben und das Fenster öffnen müsse. Und manche Menschen wiederum bezeichnen mit Luftnot das Gefühl, sich körperlich nicht ausreichend belasten zu können. Dabei wird unterschieden zwischen der Luftnot unter körperlicher Belastung (= Belastungs-Dyspnoe), Luftnot in Ruhe (= Ruhe-Dyspnoe oder Dyspnoe beim Sprechen.

Wodurch wird Luftnot verursacht?

Dyspnoe kann durch eine krankhafte Schwächung des Kreislaufes und des Herzens, durch eine Lungen- oder Bronchialerkrankung oder beispielsweise durch Blutarmut verursacht werden. Sie ist aber oft „nur“ Ausdruck geringen körperlichen Trainings und wird den Betroffenen irgendwann einmal bewußt, sodaß sie von nun an darauf achten. Der Autor dieser Zeilen beispielsweise ist körperlich untrainiert; wenn er mit schnellem Tempo Treppe steigen muß dann bleibt er nach der 3. oder 4. Etage stehen und empfindet Luftnot und auch vorbei gehende Personen werden feststellen, daß er kräftig atmet und schnauft. Dies ist aber kein Ausdruck einer bestimmten Krankheit oder Funktionsstörung des Herzens oder der Lungen, sondern einfach auf seinen geringen körperlichen Trainingszustand (und sein Übergewicht) zu beziehen.

Am Anfang der Untersuchungen, die der Arzt zur Abklärung von Dyspnoe durchführt steht also die Frage, ob es sich tatsächlich um krankhafte Luftnot handelt.

Was muß man untersuchen?

Die Betroffenen können 2 Wege einschlagen, indem sie sich zunächst beim Kardiologen oder beim Pneumologen (= Lungenfacharzt) vorstellen.

Der Kardiologe wird bestimmte Untersuchungen durchführen und (wenn er keine erklärende Ursache finden sollte) weitere Untersuchungen durch den Lungenarzt vorschlagen. Und der Pneumologe würde (wenn seine Untersuchungen nichts ergeben) den Kardiologen einschalten.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Kardiologen sind eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) und ein Belastungs-EKG. Mit dem Echo kann er die Pumpfähigkeit des Herzens beurteilen (schlagen die Herzkammern kräftig oder müde?), er kann die Funktionsfähigkeit der Herzklappen (sind die Klappen verengt oder undicht?) überprüfen, er kann nachsehen, ob die Füllung der Herzkammern ungestört verläuft und ob sich Wasser im Herzbeutel befindet. Das Belastungs-EKG  dient einerseits der Suche nach Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, wird in dieser Situation aber vielmehr dazu benutzt, um die körperliche Belastbarkeit eines Menschen zu untersuchen. Verspürt ein 82 Jahre alter Mann beispielsweise nach 100 Watt Luftnot so ist dies ein normaler Zustand; 100 Watt bei einem 30 Jahre alten Mann sind allerdings eindeutig zu wenig, was bedeutet, daß dieser Mensch ein körperliches Problem hat, das das Empfinden von Luftnot tatsächlich erklären kann.

Der Lungenfacharzt wiederum wird neben einem Röntgenbild der Lungen auch eine Lungenfunktionsprüfung durchführen. Hierbei handelt es sich um eine harmlose Untersuchung, bei der man in einer engen Kabine sitzt und durch ein Schlauchsystem atmet. Durch bewußtes tiefes Ein- und Ausatmen kann der Arzt aus dem Luftfluß in den Schläuchen, aus dem Druck, mit dem ein Mensch die Atemluft ein- und ausatmet und aus der Menge der bewegten Luft Rückschlüsse auf die Funktion der Bronchien und Lungen ziehen. Schließlich kann er auch messen, wieviel Sauerstoff und Kohlendioxid sich im Blut befinden, was wiederum Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit der Lungen zuläßt.

Und schließlich kann man bestimmte Blutuntersuchungen durchführen, um nach körpereigenen Stoffen zu suchen, die für das Vorliegen einer Herzschwäche sprechen oder man kann eine Lungenfunktionsprüfung auch unter körperlicher Belastung durchführen.

Am Ende dieser Untersuchungen steht die Antwort auf die Frage fest, ob es sich bei der empfundenen Dyspnoe um den Ausdruck einer Erkrankung z.B. des Herzens, der Lungen oder der Bronchien handelt oder ob diese Organe ordentlich und ungestört arbeiten.

Und wenn das Herz in Ordnung ist?

Wenn wie bei Ihnen eine körperliche Ursache der Luftnot ausgeschlossen werden konnte bedeutet dies nicht, daß0 Sie ein Simulant wären. Es heißt dann nur, daß andere Ursachen vorliegen. Die beiden wichtigsten „anderen“ Ursachen für Luftnot sind der oben schon angesprochene körperliche Trainingszustand und die Psyche, wobei „Psyche“ in diesem Zusammenhang nicht abwertend gemeint ist: Ärger oder Streß können Luftnot verursachen (der Volksmund spricht von „dicker Luft“) und seelische Anspannung kann ebenfalls Luftnot verursachen (man spricht ja auch von „atemloser Spannung“). Menschen, die Luftnot beim Sprechen verspüren, deren körperliche Belastbarkeit aber im Fahrrad-Belastungstest normal ist können keine „organische“ Ursache für Luftnot haben, sondern sollten vielmehr daran denken, daß sie vielleicht eine falsche Atemtechnik beim Sprechen haben. Ansonsten gibt es aber die Erklärung: „Vielleicht atme ich ja falsch“ nicht, denn die Atmung ist eine derjenigen Körperfunktionen, über die man nicht bewußt nachdenken muß: Der Körper regelt das schon von alleine und wenn man beginnt, darüber nachzudenken, wie man atmet hat man schon ein Problem:

Im 1. Semester des Medizinstudiums wurden (nur um ein Beispiel zu nennen) alle Studenten des Jahrgangs des Verfassers dieser Broschüre gebeten, beim Einschlafen abends auf die Atmung zu achten und über die Beobachtung am nächsten Tag zu berichten. Fast alle (jungen und kerngesunden) Studenten berichteten über Schwierigkeiten oder Unregelmäßigkeiten beim Atmen, was man als Beweis dafür ansehen kann, daß auch die gesündesten und normalsten Körperfunktionen bei entsprechender Beachtung als Problem empfunden werden können.

Welche Ursache bei Ihnen verantwortlich ist sollten Sie mir dem Kardiologen, dem Lungenfacharzt oder Ihrem Hausarzt besprechen, vielleicht kennen Sie die Antwort ja auch schon selber. Und ebenfalls sollten Sie mit Ihren Ärzten darüber sprechen, wie Sie Ihr Empfinden von Luftnot beseitigen können, vielleicht durch körperliches Training und Ausübung von „Ausgleichssport“ oder durch ein beruhigendes Gespräch.

Wichtig für Sie ist an dieser Stelle, daß letztlich keine bedeutsame Erkrankung Ihres Herzens festgestellt wurde und daß daher auch keine spezielle Behandlung notwendig ist. Lassen sie sich, wenn Sie dort noch nicht waren, vom Lungenarzt untersuchen, wobei wir Ihnen bei der Besorgung eines Termins gerne helfen oder sprechen Sie, wenn auch der Lungenarzt nichts hatte finden können einmal mit Ihrem Hausarzt über Ausgleichssport, körperliche Fitness oder eine Gesprächstherapie.

Wenn Sie mehr über die Herzschwäche oder andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info und klicken Sie auf „Wissen“.

Herzkatheter oder Szintigraphie?

Ich möchte Sie hier kurz über 2 Untersuchungsmethoden informieren, die in der Kardiologie sehr wichtig sind:

Herzkatheteruntersuchung

Eine Herzkatheteruntersuchung wird meistens durchgeführt, um Herzkranzgefäße genau untersuchen zu können.

Die Herzkranzarterien sind dafür zuständig, daß der Herzmuskel mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Es gibt eine Arterie, die die Vorderwand des Herzens, eine weitere Arterie, die die Hinterwand und eine weitere Arterie, die die Seitenwand des Herzens versorgt. Diese 3 Gefäße sind sehr dünn (am Ursprung ca. 4 mm dick) und liegen auf der Außenseite des Herzens. Man kann sie weder auf einem normalen Röntgenbild des Herzens noch im Ultraschall erkennen.

Um diese Gefäße sehen zu können muß man sie mit Kontrastmittel anfüllen und sie dann röntgen. Genau hierzu ist die Herzkatheteruntersuchung da:

Der Arzt führt einen dünnen Plastikschlauch (= „Herzkatheter“) von einer kräftigen Schlagader in der rechten Leiste aus bis zum Herzen vor. Um den Katheter in die Leistenarterie einführen zu können wird die Haut über der Arterie betäubt, damit der Einstich in das Gefäß mit einer Nadel nicht weh tut. Den Weg des Katheters von der Leiste zum Herzen spürt man nicht, denn die Adern, durch die der Katheter „läuft“ sind an den Innenseiten taub und gefühllos. Der Arzt beobachtet den Lauf des Katheters im Röntgenbild und kann den Katheter dadurch stets in die richtige Richtung lenken. Am Herzen angekommen wird die Spitze des Katheters in die Herzkranzgefäße eingeführt. Danach spritzt der Arzt das Kontrastmittel in das Gefäß und filmt, wie sich die Adern anfärben. Indem er diese Kontrastmittelanfüllung aus verschiedenen Richtungen filmt kann er Verengungen oder Verschlüsse der Gefäße genau erkennen. Ebenfalls wird er die linke Herzkammer mit Kontrastmittel anfüllen, damit er genau sehen kann, ob der Herzmuskel überall kräftig arbeitet, ob er durch verengte Gefäße bereits geschädigt ist und wie die Herzklappen arbeiten.

Man spürt von einer Herzkatheteruntersuchung nur 3 Dinge: Den Einstich zur lokalen Betäubung in der Leiste, die Kontrastmittelfüllung der Herzkammer in Gestalt eines „sonderbaren“ (keinesfalls unangenehmen) Wärmegefühls im ganzen Körper einschließlich in Blase und Darm sowie in manchen Fällen Herzstolpern oder Herzklopfen, das auftritt, wenn der Arzt die Herzkammer von innen mit dem Katheter berührt. Alle anderen Dinge, d.h. den Weg des Katheters von der Leiste zum Herzen oder die Einspritzung nur kleiner Kontrastmittelmengen in die Herzkranzgefäße werden Sie nicht bemerken!

Während der gesamten Untersuchung werden laufend Ihr Blutdruck und Ihr EKG überwacht. Dennoch sind Komplikationen wie Entzündungen des Herzens, Blutergüsse in der Leistengegend, Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerwiegende Herzrhythmusstörungen möglich. Bedrohliche Untersuchungskomplikationen treten aber nur sehr selten (weniger als 1mal bei 1.000 Untersuchungen) auf.

Herzkatheteruntersuchungen sind heute Routineuntersuchungen, die sehr sicher sind und jeden Tag viele Tausend Mal durchgeführt werden. Ob eine solche Untersuchung ambulant durchgeführt werden kann (Sie kommen 4 Stunden nach der Untersuchung wieder nach Hause) oder ob sie im rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden sollte wird der Arzt vor der Untersuchung mit Ihnen besprechen.

Szintigraphie

Im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung ist eine Szintigraphie vollkommen harmlos. Man kann bei dieser Untersuchung allerdings keine Herzkranzgefäße sehen, sondern man untersucht „nur“ die Durchblutung des Herzmuskels und sucht nach vielleicht bislang unentdeckten Narben.

Hierzu wird zunächst ein Belastungs-EKG durchgeführt. Am Ende der Belastung wird eine geringe radioaktiven Kontrastmittels in eine Vene des Armes eingespritzt.

Dieses Kontrastmittel ist so beschaffen, daß es mit dem Blutstrom zum Herzen und durch die Herzkranzarterien in den Herzmuskel fließt. Hier sammelt es sich nach ca. 1 Stunde an und hält sich für etwa 1-2 Stunden im Herzmuskel fest. Nach der „Verteilungsphase“ von etwa 1 Stunde werden Sie unter eine Spezialkamera gelegt, die im Verlauf von etwa 20 Minuten um Ihren Brustkorb fährt und dabei photographiert, wie sich das Kontrastmittel im Herzmuskel verteilt hat. Hierdurch stellt man die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung dar.

Am folgenden Tag wird man die Untersuchung wiederholen, dieses Mal jedoch ohne Belastungstest, d.h. es wird Kontrastmittel in die Vene eingespritzt und nach etwas 2 Stunden wiederum photographiert, wie es sich im Herzmuskel verteilt hat.

Die Grundüberlegung dieser Untersuchung besteht darin, daß sich das Kontrastmittel im Normalfall gleichmäßig in allen Teilen des Herzmuskels verteilen sollte. Wenn eine der Herzkranzgefäße verengt ist fließt durch diese verengte Ader weniger Kontrastmittel zum Herzmuskel als in den anderen gesunden Gefäßgebieten. Man kann dann auf den Photographien sehen, daß an bestimmten Stellen weniger Kontrastmittel ankommt als an deren Stellen. Dies ist keinesfalls ein Beweis dafür, daß die in dieses vermindert angefärbte Gebiet führende Herzkranzarterien verengt ist, aber ist ein dringender Verdachtsmoment, der dann in der Regel unbedingt durch eine Herzkatheteruntersuchung geklärt werden muß.

Eine Szintigraphie liefert anders als eine Herzkatheteruntersuchung keine 100%ige Gewissheit über den Zustand Ihrer Kranzgefäße. Es gibt Menschen, bei denen die Untersuchung Durchblutungsstörungen „vortäuscht“, obwohl die Herzkranzgefäße vollkommen gesund sind und es gibt Menschen, bei denen die Untersuchung eine vielleicht tatsächlich vorliegende Gefäßverengung und Durchblutungsstörung fälschlicherweise nicht erkennt. Die Treffsicherheit einer Szintigraphie liegt daher im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung (100%) nur bei 80 – 85%.

Gibt´s da nicht noch etwas anderes?

Gibt es und zwar in Form einer „Streß-Echokardiographie“, einer MRT- oder CT-Untersuchung:

Beim Streß-Echo wird der Patient belastet. Die ideale Belastungsform ist die auf dem Fahrradergometer (ebenso wie beim Belastungs-EKG), ist dies aber nicht möglich verwendet man Medikamente, die man während der Untersuchung als Infusion gibt und die das Herz „chemisch“ antreiben. Man sieht sich die linke Herzkammer dann im Ultraschall an und beobachtet, ob sich bestimmte Herzwände unter der Belastung schlechter bewegen als in Ruhe. In einem solchen Fall geht man davon aus, daß diese Wand schlechter mit Blut versorgt wird und daß die Ader, die diese wand mit Blut versorgt verengt oder sogar verschlossen ist. Die Ader selber kann man nicht sehen.

Ein MRT (Magnet-resonance-Tomographie) ist die bildliche Darstellung des Herzens mit einem speziellen CT-Gerät. Dieses Gerät arbeitet ohne Röntgenstrahlen und stellt das Herz (und viele andere Organe und Körperteile) mit Hilfe eines sehr starken Magneten dar. wird der Magnet eingeschaltet so richten sich alle Atome des Körpers in einer bestimmten Richtung aus; schaltet man den Magneten ab so trudeln die Atome wieder in ihre ursprüngliche Bewegungsrichtung. Bei dieser Rückbewegung werden winzige Energiemengen frei, die von anderen großen Magneten aufgefangen und dann nachfolgend elektronisch verarbeitet werden. Aus dieser elektronischen Verarbeitung entstehen die MRT-Bilder.

Mit einer MRT-Untersuchung kann man die Adern sehen, die Qualität der Bilder ist allerdings nicht sehr gut. Der Hauptgrund zur Durchführung der Untersuchung ist ebenso wie beim Streß-Echo die Beobachtung der Bewegungen der einzelnen Herzwände unter Belastung. Aus einer evtl. Bewegungsstörung kann man (ebenso wie beim Streß-Echo) folgern, daß die Durchblutung dieser Wand durch eine verengte oder verschlossene Ader gestört ist. Weil ein Fahrradergometer in der Nähe der starken Magneten eines MRT-Gerätes nicht funktionieren würde benutzt man für die Belastung des Herzens bei dieser Untersuchung ausschließlich Medikamente.

Man kann zudem auch für eine MRT-Untersuchung Kontrastmittel einspritzen. Mit Hilfe dieses Kontrastmittels kann man Narben des Herzmuskels (z.B. nach Entzündungen oder Herzinfarkten) sehen und auch Durchblutungsstörungen feststellen, wenn man nämlich sieht, daß das Kontrastmittel verlangsamt von der Außen- zur Innenschicht des Herzens wandert.

Und dann gibt es schließlich noch das Röntgen-CT. Ich möchte nicht genauer darauf eingehen, denn es erfordert den Einsatz eines „normalen“ Röntgenkontrastmittels ud ist mit einer relativ hohen Röntgen-Strahlenblastung verbunden. Die Technik des Röntgen-CTs wird aber immer besser, denn die großen Hersteller dieser Geräte arbeiten mit Hochdruck daran.

Ja was denn nun? Herzkatheter, Streß-Echo oder MRT?

Man kann diese Frage nicht pauschal beantworten, denn sie hat etwas mit „Wahrscheinlichkeit“ zu tun:

Jeder Arzt setzt bei seiner Suche nach der Ursache von Beschwerden solche „Wahrscheinlichkeiten“ ein. Kommt man beispielsweise zum Arzt und klagt über Schmerzen im linken Daumen dann fragt der Arzt danach, wobei diese Schmerzen angefangen haben und er wird sich ansehen, die der Daumen aussieht. Berichtet der Patient darüber, daß die Schmerzen angefangen hätten als er versucht hat ein Bild an der Wand aufzuhängen und dabei mit dem Hammer gearbeitet habe und sieht der Arzt einen roten Daumennagel dann ist die Sache klar: Hammerschlag auf den Daumen = Diagnose klar.

Berichtet aber jemand z.B. über Schmerzen in der linken Brustseite dann kann dies verschiedene Ursachen haben: Natürlich das Herz, aber es könnte ebenso eine Wirbelsäulenkrankheit, eine Säure-Reizung der Speiseröhre infolge eines undichten Ventils zwischen Magen und Speiseröhre, eine Reizung der Knorpelstückchen zwischen Rippen und Brustbein oder eine Reizung der weiblichen Brust sein. Aus verschiedenen Informationen wird der Arzt nun versuchen, die Wahrscheinlichkeit dafür zu bestimmen, daß eine der in Frage kommenden Ursachen verantwortlich ist.

Ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es das Herz ist sehr groß wird er keine andere Untersuchung anordnen müssen als eine Herzkatheteruntersuchung, denn nur hier sieht man mit 100%iger Gewissheit die Herzkranzgefäßverengung und kann sofort auch die notwendige Behandlung (Medikamente, Ballonerweiterung mit Stent-Einpflanzung oder Bypass-Operation) festlegen.

Ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkrankheit sehr gering wird wahrscheinlich keine der genannten Untersuchung erforderlich sein.

Ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkranzgefäßerkrankung aber mittelmäßig groß dann kommt eine der genannten Untersuchung (Streß-Echo, MRT oder CT) in Betracht. In dieser Situation dienen diese Untersuchungen zu nichts anderem als zur Klärung der Frage, ob die Herzkranzgefäße ein Problem haben oder nicht. Welche dieser Untersuchungen der Kardiologe empfiehlt oder sogar selber durchführt hängt sehr stark davon ab, welche Erfahrung er mit den einzelnen Untersuchungen hat und welches Risiko (auch Strahlenrisiko) die einzelnen Untersuchungen haben. Ist die Untersuchung auffällig und deutet auf ein Problem mit den Herzkranzadern hin dann muß die Herzkatheteruntersuchung stets der nächste Schritt sein. Es hat also keinen Sinn, z.B. ein Streß-echo durchführen zu lassen, wenn man (aus welchen Gründen auch immer) nachfolgend nicht ggfs. auch eine Herzkatheteruntersuchung durchführen ließe.

Und à propos Streß-Echo:

In vielen Fällen kann das Streß-Echo keine vernünftigen Ergebnisse liefern, denn Herzpatienten sind oft schwer zu beschallen. Dies liegt daran, daß die Lungen oft durch langjähriges Rauchen geschädigt sind und viel lufthaltige Lunge über dem Herzen liegt, was für eine Ultraschalluntersuchung sehr ungünstig ist. Oder daß die Patienten stark übergewichtig sind, sodaß die Ultraschallstrahlen auf dem Weg zum und vom Herzen weg durch die Fettschicht stark abgeschwächt werden und dadurch schlechte Bilder erzeugt werden. Auch solche Faktoren müssen berücksichtigt werden, wenn man sich entscheiden muß, welche Untersuchung man anwenden muß, um zu Klären, ob das Herz krank ist oder nicht. Man sollte solche Untersuchungen daher immer mit einem Kardiologen besprechen und sich dabei die Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen erklären lassen.

Wenn Sie mehr über die erwähnten Untersuchung wissen möchten und vielleicht auch kurze Filme über das Aussehen der Herzkranzgefäße oder die typischen bunten Szintigraphiebilder gesunder und kranker Herzen sehen möchten gehen Sie doch mal auf die website „www.meinherzdeinherz.info“ und klicken Sie auf „wissen“.

 

Brustschmerzen

Brustschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Auch wenn man Schmerzen in der Gegend des Herzens verspürt bedeutet dies noch nicht automatisch, daß das Herz auch die Ursache ist. Auch Sodbrennen, die Erhöhung des Blutdrucks oder Reizungen der Muskeln, Knochen oder Bänder des Brustkorbes und der Schultern können Ursache für Schmerzempfindung im Brustkorb sein.

Weil Brustschmerzen aber auch Ausdruck einer Herzkrankheit (z.B. bei verengten Herzkranzarterien) sein können und weil solche Herzkrankheiten zu Herzinfarkt oder Herzschwäche führen können muß man solche Beschwerden weiter klären. Dabei muß man versuchen, eine Herzkrankheit als Ursache der Schmerzen zu finden, gefährliche Krankheiten zu beseitigen und die Schmerzen nach Möglichkeit abzustellen.

Diese Abklärung erfordert meistens mehrere ärztliche Fachrichtung, z.B. die Kardiologie, Orthopädie oder Magen-Darm-Heilkunde. In der Regel wird man, weil dies die gefährlichsten Ursachen wäre zunächst einen Kardiologen einschalten.

Hier werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die man in ein „Basis-“ und ein „erweitertes“ Programm einteilt:

Das Basis-Programm besteht zunächst in einer Unterhaltung zwischen Ihnen und dem Kardiologen (Erhebung der Anamnese). Hierbei befragt er sie nach der Art Ihrer Beschwerden, wann Sie auftreten, wie lange Sie sie schon haben, wodurch sie ausgelöst werden, welche Krankheiten Sie schon einmal hatten und ob es Risikofaktoren für eine Durchblutungsstörung des Herzens gibt.

Bei einer körperlichen Untersuchung wird Ihr Herz abgehorcht und dabei nach Herzgeräuschen gesucht, die Lunge wird ebenfalls abgehört und die Pulse der Schlagadern an Armen, Beinen und am Hals werden betastet und abgehört. Und schließlich untersucht der Arzt, ob sich Ihre Schmerzen dadurch auslösen lassen, daß bestimmte Stellen der Brustwand und der Gegend vor dem Herzen auf Druck schmerzen.

Im Ruhe-EKG sucht der Kardiologe nach der Art, wie Ihr Herz elektrisch arbeitet, ob es Narben nach früheren (vielleicht unbemerkt aufgetretenen) Herzinfarkten gibt oder ob die Wände des Herzens z.B. durch hohen Blutdruck verdickt sind.

Besonders wichtig ist das Belastungs-EKG, denn mit dieser Untersuchung kann der Kardiologe nicht nur Ihre körperliche Verfassung abschätzen, sondern er kann u.U. Veränderungen der Kurve sehen, wie man sie typischerweise bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels findet.

Wenn dies nicht schon kurz vorher durch den Hausarzt durchgeführt worden war wird er auch Blut abnehmen, um das sog. Risikofaktoren (z.B. Cholesterin, Blutzucker, Nierenfunktion, Gehalt des Blutes an Blutfarbstoff) zu erfassen.

Am Ende dieser Untersuchungen hat der Kardiologe einen Eindruck davon, ob tatsächlich eine Herzkrankheit vorliegen könnte oder zunächst erst nach anderen Ursachen (undichtes Ventil schwachen Magen und Speiseröhre mit Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre oder Wirbelsäulenerkrankungen mit Reizung der Brustwandnerven) vorliegen.

Hält er eine Herzkrankheit für wenig wahrscheinlich wird er vorschlagen, daß zunächst Ärzte anderer Fachrichtungen untersuchen, hält er aber eine Herzkrankheit für möglich und wahrscheinlich wird er ein „erweitertes“ Untersuchungsprogramm einleiten.

Zu den Untersuchungen dieses erweiterten Programm gehören u.U. eine Myokardszintigraphie, ein Streß-Echo, eine CT- oder MRT-Untersuchung des Herzens  oder auch eine Herzkatheteruntersuchung.

Welche Untersuchungen notwendig sind, wie sie durchgeführt werden, was Sie davon spüren und welche Risiken, aber auch welchen Nutzen sie haben haben wird der Arzt ausführlich mit Ihnen besprechen.

Es versteht sich von selbst, daß Sie Fragen, die Sie haben mit Ihrem Kardiologen oder Hausarzt besprechen sollten. Stimmen Sie keiner Untersuchung zu, bevor Sie deren Sinn nicht verstehen. Es ist aber wichtig, daß Sie die folgenden Dinge wissen:

  • Solange die Untersuchungen, die Ihnen der Arzt vorgeschlagen haben nicht durchgeführt worden sind ist die Ursache Ihrer Brustschmerzen noch unklar.
  • Erst wenn er die Diagnose kennt (und sei es, daß es das Herz nicht ist) kann er mit der Behandlung beginnen. Solange die Ursache Ihrer Schmerzen noch unklar ist kann man nicht sagen,
    • ob eine schwerwiegende, d.h. gefährliche Krankheit vorliegt
    • wie Ihre Beschwerden gelindert oder beseitigt werden können und
    • was man tun kann und muß, um evtl. Gefahren für Ihre Gesundheit und Ihr Leben zu beseitigen.

Vor einigen Untersuchungen, die Ihnen der Kardiologe vorschlägt (z.B. die Herzkatheteruntersuchung oder die Myokardszintigraphie mit Einspritzung radioaktiven Kontrastmittels) werden Sie sich vielleicht fürchten, weil Sie diese Untersuchungen für gefährlich halten. Sicherlich haben solche Spezialuntersuchungen tatsächlich gewissen Risiken. Verglichen mit den Gefahren, die Ihre Herzkrankheit hat, wenn sie ohne weitere Untersuchungen nicht behandelt werden kann sind die Risiken der Untersuchung aber verschwindend klein. Die Untersuchungen sind somit „das kleinere Übel“.

Alle Untersuchungen, die gerade erwähnt wurden sind heutzutage „medizinischer Standard“, d.h. sie sind schon bei vielen Tausend Menschen mit großer Sicherheit angewandt worden und die Ärzte, die sie durchführen sind geübt und erfahren.

Vielleicht sind Sie am Ende des Gespräches mit dem Kardiologen noch unsicher und müssen es sich noch überlegen, ob Sie die vorgeschlagenen Untersuchungen durchführen lassen oder nicht. Vielleicht möchten Sie sich mit Menschen Ihres Vertrauens (z.B. mit Familienmitgliedern, Verwandten, Bekannten, mit Ihrem Hausarzt) besprechen oder einen anderen Kardiologen um seine Meinung fragen.

Sie müssen sich wegen dieser Unsicherheit nicht schämen und Sie müssen keineswegs das Gefühl haben, als würde sich der Kardiologe nicht mehr um Sie kümmern, wenn Sie seinem Rat nicht sofort folgen. Sagen Sie dem Arzt , wenn er Ihnen eine solche Untersuchung vorschlägt ruhig, daß Sie für Ihre Zustimmung noch Zeit benötigen. Wenn Sie diese Zeit nicht haben (z.B. weil das Problem Ihres Herzens bereits nach den 1. Untersuchungen offenkundig und dringend ist) wird Ihnen der Arzt das sofort sagen. Ansonsten wird jeder vernünftige Arzt Verständnis dafür haben, wenn Sie überlegen müssen oder eine Zweitmeinung einholen möchten. (Wenn er dafür kein Verständnis hat: Wechseln Sie den Arzt!).

Bitten Sie ihn auch, einen Bericht anzufertigen, der entweder per Fax oder per Post an Ihren Hausarzt geschickt wird oder den Sie sofort mitnehmen können. Mit Hilfe dieses Berichtes kann sich Ihr Hausarzt dann über Ihre Untersuchungsergebnisse informieren, sodaß Sie sich mit ihm beraten können.

Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, sich über das Internet zu informieren. Besuchen Sie dazu einfach meine Internet-Seite (www.meinherzdeinherz.info) und sehen Sie hier unter der Rubrik „Wissen“ nach, welche ausführlichen Broschüren ich hier für Sie schon geschrieben haben. Interessant könnten für Sie die folgenden Broschüren sein:

  • Was Sie über die koronare Herzkrankheit wissen sollten
  • Was Sie über einen Herzinfarkt wissen sollten
  • Untersuchungsmethoden des Herzens