Über Herzschrittmacher

Heute leben etwa 3.000.000 Menschen weltweit mit Herzschrittmachern und jährlich werden 600.000 neue Geräte implantiert. Mit ganz wenigen Ausnahmen leben Menschen mit Herzschrittmachern völlig normal. Obwohl die meisten Schrittmacher Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren eingepflanzt werden werden solche Geräte aber grundsätzlich Menschen jeden Alters, manchmal sogar Kindern implantiert.

Warum muß ein Schrittmacher eingepflanzt werden?

Der normale Herzschlag eines Menschen wird durch einen natürlichen Herzschrittmacher gesteuert. Dieser natürliche Schrittmacher wird „Sinusknoten“ genannt und befindet sich in der rechten Herzvorkammer (= rechter Vorhof). Vom Sinusknoten aus werden elektrische Impulse über spezielle Leitungsbahnen über das ganze Herz verteilt, wodurch sie es zum Schlagen anregen. In den meisten Fällen müssen Schrittmacher implantiert werden, weil der Sinusknoten zu langsam arbeitet. Dies kann infolge fortgeschrittenen Lebensalters, bestimmter Herzerkrankungen geschehen, aber auch Folge verschiedener Medikamenten sein.

Ein anderer Grund, einen Schrittmacher einpflanzen zu müssen ist die Unterbrechung der normalen elektrischen Leitungsbahnen innerhalb des Herzens („Herzblock“). Hierbei gelangen die elektrischen Impulse nicht mehr vom Sinusknoten zu den Herzkammern, sodaß die Kammern entweder garnicht mehr oder zu langsam schlagen. In beiden Fällen sorgt der künstliche Schrittmacher, den die Ärzte implantieren dafür, daß das Herz wieder mit der richtigen Geschwindigkeit arbeitet.

Normalerweise schlägt ein Herz in Ruhe 50 – 70mal pro Minute und unter Belastung 2- bis 3mal so schnell. Ist die Herzfrequenz (= Geschwindigkeit des Herzschlages) zu langsam werden Gehirn und alle anderen Organe des Körpers zu wenig mit Blut versorgt. Eine solche Verlangsamung des Herzschlages nennt man „Bradykardie“. Eine solche Bradykardie verursacht verschiedene Beschwerden, die die Einpflanzung eines Herzschrittmachers nötig machen können:

  • Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Luftnot
  • körperliche Leistungsschwäche
  • Kraftlosigkeit

Eine extreme Verlangsamung des Herzschlages kann tödlich sein, der Herzschrittmacher beseitigt diese Gefahr. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die keinerlei Beschwerden haben, bei denen aber wegen einer Störung des elektrischen Systems des Herzens die Gefahr einer solchen extremen Herzverlangsamung besteht. Bei diesen Menschen müssen Schrittmacher schon vorsorglich eingepflanzt werden, bevor Beschwerden aufgetreten sind.

Die Implantation

Ein Schrittmachersystem besteht aus dem eigentlichen Schrittmachergerät und Kabeln (= Elektroden), die das Gerät mit dem Herzen verbinden. Das Schrittmachergerät selber hat etwa die Größe einer Armbanduhr und beinhaltet eine Batterie und elektronische Bauteile. Die Elektronik überwacht die eigene elektrische Aktivität des Herzens, mißt die Geschwindigkeit der Herzschläge und sendet nur dann elektrische Impulse an das Herz, wenn die eigene Herzfrequenz zu langsam ist. Einen solchen Schrittmacher nennt man „Bedarfs-Schrittmacher“. Durch diese Arbeitsweise sorgt das Gerät dafür, daß das Herz immer mit der notwendigen Geschwindigkeit schlägt. Viele Schrittmacher sind heute mit der Fähigkeit ausgestattet, die körperliche Aktivität eines Menschen zu erkennen und dadurch bei körperlichen Anstrengungen (z.B. Spazierengehen, Laufen, Treppe steigen) eine höhere Herzfrequenz zu erzeugen als in Ruhe. Hierdurch wird der Normalzustand des Herzens nachgeahmt.

1-Kammer-Schrittmacher sind mit 1 Elektrode mit dem Herzen verbunden, 2-Kammer-Geräte benutzen 2 Elektroden, die mit der rechten Vor- und der rechten Hauptkammer verbunden sind. Wir werden Ihnen vorschlagen, welches dieser beiden Geräte das für Sie Beste ist.

Die Implantation eines Schrittmachers erfolgt im Rahmen eines kleinen Eingriffes in lokaler Betäubung. Unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins legt der Chirurg eine Vene frei, durch die er die Elektroden in das Herz vorführt. Man liegt dabei unter einem Röntgengerät, mit dessen Hilfe der Arzt die richtige Stelle innerhalb des Herzens erkennen kann, an der er die Elektrodenspitze verankert. Die Elektroden werden dann mit dem Schrittmacher-“Kästchen“ verbunden und das Gerät wird unter die Haut geschoben. Bis auf das leichte Brennen der Spritze mit dem lokalen Betäubungsmittel verläuft der Eingriff ohne Schmerzen.

Ein solcher Eingriff dauert ca. 1-2 Stunden, das Risiko einer solchen Operation ist äußerst gering.

Nach der Implantation sieht man meistens nur eine kleine Vorwölbung unter der Stelle, an der sich das Gerät befindet. In den ersten Wochen nach der Implantation sollte man nichts Schweres heben und keine extremen Bewegungen mit dem Arm machen, damit die kleine Operationswunde gut verheilen kann. Ansonsten kann man ein normales Leben ohne wichtige Einschränkungen führen. Es ist ratsam, daß Menschen mit Herzschrittmachern einen Schrittmacherausweis mit sich führen. In diesem Ausweis sind die technischen Einzelheiten des implantierten Gerätes, der Grund für die Einpflanzung, aber auch die Ergebnisse regelmäßiger technischer Kontrollen des Gerätes vermerkt. Mit der Hilfe dieses Ausweises können sich Ärzte, aber beispielsweise auch das Sicherheitspersonal am Flugplatz über den Schrittmacher informieren.

Nach der Schrittmacherimplantation

Man kann mit einem Schrittmacher ein normales Leben führen. Flugreisen, Sauna- oder Schwimmbadbesuche usw. sind ohne weiteres möglich. Es gibt nur wenige Einschränkungen: Vermieden werden sollten Sportarten, die mit Remplern verbunden sind, weil diese das Schrittmachergerät mechanisch beschädigen können. Vermieden werden sollte auch Elektroschweißen oder die Benutzung von Laubbläsern mit Benzinmotoren und die Annäherung an starke Funksender (z.B. Radiosender Langenberg oder Funkleitfeuer der Bundesmarine) oder Transformatorenhäuschen. Streng verboten sind Untersuchungen mit einem Kernspintomographen, weil dessen starker Magnet den Schrittmacher vorübergehend oder dauerhaft beschädigen kann. Untersuchungen mit normalen Röntgen-, Röntgen-CT-Geräten oder Mammographien sind aber problemlos möglich.

Wenn Sie mehr über Herzschrittmacher, seine Geschichte, Arbeitsweise, über eine Implantation, den Wechsel eines Schrittmachers und über das Leben mit einem Schrittmacher erfahren möchten:

Wenn Sie mehr über Herzschrittmacher, das Leben mit einem solchen Gerät oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info und klicken Sie auf „Wissen“. Hier können Sie auch eine ausführliche Schrittmacher-Broschüre bekommen, in der auch Filme zu sehen sind, damit Sie sich die verschiedenen Herzrhythmusstörungen, deretwegen Schrittmacher implantiert werden müssen besser vorstellen können.

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Nach einem Herzinfarkt

Sie haben einen Herzinfarkt gehabt, der mit Hilfe eines Herzkatheters behandelt wurde. Was sollten Sie dazu wissen?

Was war passiert?

Ihr Herzinfarkt ist dadurch entstanden, daß sich 1 der 3 dünnen Schlagadern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen verschlossen hat. Dadurch hatte der Herzmuskel nicht mehr genügend Blut bekommen und war vom Absterben bedroht. Die verschlossene Schlagader (Herzkranzarterie) ist mit einem Ballon erweitert und mit einem Stent geschient worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach der akuten Behandlung des Infarktes sind sie noch einige Tage im Krankenhaus geblieben und haben nachfolgend wahrscheinlich eine Anschlußheilbehandlung durchgemacht. Am Ende der ganzen Behandlungen hat man Ihnen sicherlich sagen können, warum Sie den Herzinfarkt bekommen hatten, d.h. welche Risikofaktoren Sie haben.

Wahrscheinlich werden Sie nun wissen, ob Sie erhöhten Blutdruck oder Blutfettwerte haben, ob Sie zuckerkrank sind (Diabetes mellitus) oder andere Risikofaktoren haben; über die Schäden fortgesetzten Zigarettenrauchens sind Sie sicherlich informiert worden.

Die Aufgaben Ihres Hausarztes und Kardiologen bestehen nun darin, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Welche Folgen hat der Herzinfarkt hinterlassen?
  • Wie geht es mit Ihrem Leben weiter?
  • Sind Ihre Risikofaktoren gut eingestellt?

Wie werden diese Fragen beantwortet?

Sie sollten sich in bestimmten Abständen von einem Kardiologen und von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Ihr Hausarzt sollte etwa alle 3 Monate nach Blutdruck, Blutfettwerten und (wenn Sie zuckerkrank sind) auch nach der Einstellung des Blutdrucks sehen.

Lassen Sie sich die Laboruntersuchungen Ihrer Bluttests kopieren, nehmen Sie sie mit nach Hause, heften Sie sie in Ihrer Krankenakte ab und tragen Sie sie in den Infarktpaß ein, den Sie möglicherweise bekommen haben; tragen Sie diesen Infarktausweis immer bei sich.

Kontrollieren Sie selber zusammen mit Ihrem Hausarzt, ob Sie die Zielwerte für die einzelnen Werte erreicht haben. Welche Werte dies sind hat man Ihnen bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Anschlußheilbehandlung gesagt. Lesen Sie anderenfalls die Informationen über die „Sekundärprävention“, die Sie hier bekommen können.

In bestimmten Abständen sollten Sie sich auch vom Kardiologen untersuchen lassen. Er prüft z.B. mit EKG, Belastungs-EKG und vor allem Ultraschall, ob Ihr Herz nach dem Infarkt eine Narbe zurück behalten hat, wie groß diese Narbe ist, welche Auswirkungen die Infarktfolgen für ihr weiteres Leben haben werden und wie sie sich weiter verhalten sollten.

Die Zeitabstände, in denen Sie vom Kardiologen untersucht werden sind unterschiedlich: Während der ersten 6 Monate nach dem Infarkt werden wir Sie beispielsweise 3mal untersuchen, danach 1- bis 2mal im Jahr.

Damit Ihr Kardiologe Sie gut beraten kann ist es wichtig, daß Sie ihm die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Ihr Hausarzt durchgeführt hat mitbringen. Daher ist es so einfach und praktisch, eine eigene Krankenakte anzulegen und den Infarktausweis mit sich zu führen.

Was ist mit Medikamenten?

Nach einem solch schweren Ereignis wie einem Herzinfarkt ist es wichtig, daß Sie auf die richtigen Medikamente eingestellt werden. Einen großen Teil dieser Medikamente werden Sie nicht deshalb bekommen, damit es Ihnen besser geht oder damit Sie weniger Beschwerden haben (Sie werden nämlich keine oder nur wenige Beschwerden haben!). Die Medikamente sind vielmehr notwendig, um die oben erwähnten Risikofaktoren zu beseitigen und um damit einem neuen Herzinfarkt vorzubeugen.

Andere Medikamente sind dazu da, um das durch die Infarktnarbe vielleicht etwas geschwächte Herz zu kräftigen bzw. um seine Pumpkraft gut zu erhalten.

Wiederum andere Medikamente sollen die Entstehung neuer Blutgerinnsel in den Schlagadern des Herzens oder anderen Organen zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise Aspirin oder ASS. Diese Medikamente sollten Sie z.T. lebenslang einnehmen.

Andere äußerst wichtige Medikamente haben den Namen Iscover®, Plavix®, Clopidogrel, Brilique® oder Efient®. Diese Medikamente werden zusammen mit dem ASS oder Aspirin eingenommen und sollen verhindern, daß der bei Ihrem Herzinfarkt implantierte Stent von Ihrem Körper abgestoßen wird, daß im Stent ein neues Blutgerinnsel entsteht, daß sich der Stent dadurch verschließt und daß es dadurch zu einem neuen schlimmeren Herzinfarkt kommt. Nehmen Sie dieses Medikament über 1 Jahr regelmäßig jeden Tag ein und vergessen Sie es niemals und an keinem einzigen Tag!

Wer gibt Ihnen die Rezepte für die Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt oder (wenn dieser verhindert sein sollte) der Vertreter des Hausarztes oder Ihr Kardiologe, sprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt ab.

Wenn Sie sich genauer über Ihre Herzkrankheit, Ballonerweiterungen und Stents informieren möchten: Besuchen Sie uns im Internet unter www.meinherzdeinherz.info und sehen Sie in dem Kapitel „Wissen“ nach weiteren Informationen, die Sie hier kostenlos bekommen.

Endokarditis-Prophylaxe

Was ist die Endokarditis? 

Die Endokarditis ist eine entzündliche Erkrankung der Innenwand des Herzens (Endokard), die sich vorwiegend an den Herzklappen abspielt und durch die Besiedlung mit Bakterien oder Pilzen zustande kommt. Diese Besiedlung kann dann eintreten, wenn Bakterien ins Blut gelangen und sich z.B. an künstlichen oder geschädigten Herzklappen festsetzen.

Was ist eine Endokarditis-Prophylaxe?

Durch die vorbeugende Gabe von Antibiotika soll die Ansiedlung von Bakterien immer dann verhindert werden, wenn damit zu rechnen ist, daß Bakterien ins Blut eingeschwemmt werden.

Risiko für eine Endokarditis 

Das Lebenszeitrisiko für eine Endokarditis variiert stark und ist abhängig von der zugrunde liegenden Herzerkrankung:

Das Risiko in der Normalbevölkerung ist sehr gering. Patienten mit Herzklappenfehlern und Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern haben schon ein etwas höheres, aber immer noch relativ niedriges Risiko.

Hingegen haben Träger von Herzklappenprothesen und Patienten, die wegen einer Endokarditis eine künstliche Herzklappe erhalten haben ein deutlich höheres Risiko auf eine Endokarditis.

Die größte Gefahr für eine erneut auftretende Endokarditis mit den entsprechend schwerwiegenden Folgeerscheinungen haben allerdings Patienten, die schon einmal eine Endokarditis durchgemacht hatten oder deren Kunstklappe wegen einer Entzündung gewechselt werden mußte.

Wer benötigt eine Endokarditis-Prophylaxe?

Alle Patienten mit dem höchsten Risiko für eine Endokarditis und solche, bei denen das Komplikationsrisiko am höchsten ist. Das sind:

  • Patienten mit Klappenersatz (mechanische und biologische Prothesen)
    Patienten mit „reparierten“ Herzklappen unter Verwendung von Fremdmaterial
  • Patienten, die schon eine Endokarditis durchgemacht haben
  • Patienten mit angeborenen Herzfehlern wie:
    • Herzfehler mit Blauverfärbung der Haut
    • Menschen, die mit einer Kurzschlußverbindung zwischen Lungenkreislauf und großem Kreislauf operiert wurden
    • Menschen, bei denen Conduits (künstliche Röhrchen) mit oder ohne Klappe eingesetzt wurden.

Wer benötigt keine Endokarditis-Prophylaxe?

Alle Patienten, die keinen der oben genannten Herzfehler haben brauchen keine Endokarditis-Prophylaxe. Das heißt zum Beispiel, daß Patienten mit unkomplizierten Fehlern der Mitral- oder Aortenklappe müssen keine Prophylaxe betreiben.

Menschen, bei denen nach einer Herzoperation keine Defekte verblieben sind benötigen eine Endokarditisprophylaxe nur für 6 Monate nach der Operation.

Bei welchen Eingriffen ist eine Endokarditis-Prophylaxe erforderlich?

Sie ist nötig bei Eingriffen, die zu einer Einschleppung von Bakterien ins Blut führen.

Das sind:

  • im Mund und Rachen: zahnärztliche Eingriffe, bei denen das Zahnfleisch verletzt wird, z.B. Zahnsteinentfernung, Zahnziehen und Zahnimplantation
  • Operationen an den oberen Luftwegen, bei denen die Schleimhaut verletzt wird, z.B. Entfernung von Gaumenmandeln oder Polypen 
  • bei Eingriffen im Magen-Darmtrakt, der Harnwege oder der Haut, aber nur dann, wenn es sich um Infektionen dieser Organe handelt.

Nicht notwendig ist eine Endokarditis-Prophylaxe bei:

  • einer Magen-, Dickdarm- oder Blasenspiegelung, auch mit Gewebeentnahme
  • einer Herzkatheteruntersuchung.

Wie wird die Prophylaxe durchgeführt?

Die Prophylaxe wird mit Medikamenten durchgeführt, die in aller Regel als Tablette eingenommen werden. Dieses Medikament, bei dem es sich um ein Antibiotikum handelt sollte innerhalb von 30 bis 60 Minuten vor einem Eingriff eingenommen werden. Nur für den Fall, dass jemand keine Prophylaxe vor einem Eingriff erhalten hat, kann diese noch bis zu zwei Stunden nach dem Eingriff sinnvoll sein.

Als Antibiotikum wird Amoxicillin empfohlen. Wenn jemand das Medikament nicht schlucken kann wird es auch in die Vene gespritzt.

Bei Penicillin- oder Ampicillin-Allergie kann auch ein anderes Medikament eingenommen oder in die Vene gespritzt werden.

Wenn Sie sich noch genauer über die Endokarditis und ihre Vorbeugung informieren möchten:

Besuchen Sie die Deutsche Herzstiftung im Internet unter der Adresse

www.herzstiftung.de.

Hier können Sie auch einen Endokarditispaß anfordern, den Menschen, die eine Endokarditisprophylaxe durchführen müssen immer bei sich tragen sollten.

Lesen Sie auch die ausführlicher Broschüre über Herzentzündungen, die Sie im Internet unter der Adresse:

www.meinherzdeinherz.info/Wissen

finden.

Hier erhalten Sie auch weitere kostenlose Broschüren über andere Krankheiten, Untersuchungen und Behandlungen.

Podcasts

Hallo Welt,

ich habe damit begonnen, zu einigen Themen Podcasts zu sprechen. Sie sollen es Ihnen ermöglichen, sich zu diesen Themen auch akustisch zu informieren, z.B. wenn Sie spazieren gehen oder Auto fahren. erschienen sind bisher:

  • Über eine Bypass-Operation
  • Über eine Herzklappen-Operation und
  • Über Marcumar®

In Vorbereitung habe ich das Thema „Herzschrittmacher“.

Sie kommen zu den Podcasts, wenn Sie hier klicken.

Nach der Implantation eines Herzschrittmachers

Sie haben einen Herzschrittmacher erhalten, der Ihren Herzschlag beschleunigen soll. Ihr Wohlbefinden oder in vielen Fällen sogar Ihr Leben hängen davon ab, daß dieser Herzschrittmacher richtig funktioniert.

Herzschrittmacher bestehen aus einer Batterie, einer komplizierten elektronischen Schaltung, die den Schrittmacher steuert und arbeiten läßt und Kabeln, über die elektrische Impulse an den Herzmuskel abgegeben werden. Alle diese Teile eines Schrittmachers müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Diese Überprüfung erfolgt im Rahmen einer „Schrittmacherkontrolle“.

Bei einer solchen Kontrolle wird neben einem normalen EKG auch eine elektronische Kontrolle des Schrittmachers durchgeführt. Hierzu legt der Arzt ein klobig aussehendes Gerät, den sog. „Programmierkopf“, der an einen Computer angeschlossen wird von außen auf den Schrittmacher. Mit Hilfe dieses Programmierkopfes kann der Arzt den unter der Haut liegenden Schrittmacher über Funk abfragen, ob die Batterie noch ausreichend gefüllt ist und in welcher Weise der Schrittmacher arbeitet. Bei den modernen Schrittmachern kann er sogar EKG-Kurven auslesen, die im Inneren des Schrittmachers gespeichert worden sind. Vor allem ermöglicht dieser Programmierkopf es dem Arzt aber, den Schrittmacher nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen umzuprogrammieren und ihn so einzustellen, daß er möglichst wenig Strom benötigt, damit die Batterie lange hält. Alle diese Vorgänge sind vollkommen schmerzfrei und dauern (je nach Schrittmachertyp) zwischen 20 und 30 Minuten.

Was darf ich und was nicht?

Wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen dürfen Sie eigentlich alles machen, was Sie möchten, es gibt nur ganz wenige Verbote. Sie können ohne Sorgen Sport treiben, mit der Mikrowelle kochen, spazierengehen, die Sauna besuchen, Auto fahren oder in Urlaub fliegen. Auch ein Einkauf in großen Kaufhäusern, die an den Ein- und Ausgängen Diebstahlsicherung haben, durch die man durchgehen muß ist kein Problem. Vorsichtig sein müssen Sie nur in folgenden Situationen:

  • Am Flugplatz bei der Waffen- und Sprengstoffkontrolle: Hier müssen Sie durch einen Metalldetektor gehen, der manchmal zu Störungen des Schrittmachers führen kann. Sagen Sie daher dem Sicherheitspersonal, daß Sie Schrittmacherträger sind, damit Sie mit der Hand abgetastet werden.
  • An starken Radiosendern: Starke Rundfunk-, Fernseh- oder militärische Funksender strahlen sehr starke elektromagnetische Wellen ab, die zu Störungen der Schrittmacherfunktion führen können. Alle diese Sender sind in ausreichendem Abstand durch Warnschilder gekennzeichnet, die Herzschrittmacherträger  über die mögliche Gefahr informieren. Halten Sie sich an die Informationen auf diesen Schildern!
  • Arbeiten Sie nicht am laufenden Motor eines Autos und benutzen Sie keine Kettensägen mit Benzinmotor (Benzin-Rasenmäher ist erlaubt), denn die Zündfunken des Motors bzw. der Kettensäge können den Schrittmacher beeinflussen.
  • Führen Sie Ihren Schrittmacherausweis immer mit sich!

Wenn Sie spezielle Fragen haben, was Sie mit Ihrem Herzschrittmacher tun dürfen und was nicht: Fragen Sie Ihren Kardiologen, der normalerweise die Schrittmacherkontrolle durchführt! Fragen Sie auch dann nach, wenn Sie irgendetwas Anders im Zusammenhang mit dem Schrittmacher wissen möchten.

Wann muß ich zum Arzt?

Das hängt davon ab, welches Problem Sie haben. Wenn es nur um den Schrittmacher geht sind einmal jährliche Schrittmacherkontrollen ausreichend. Lediglich dann, wenn der Arzt bei einer solchen Kontrolle erkennt, daß sich die Batterie Ihres Schrittmachers langsam leert wird er kürzere Kontroll-Abstände (z.B. alle 3-6 Monate) empfehlen.

Wenn Sie das Gefühl haben, daß irgendetwas mit dem Schrittmacher nicht stimmen könnte suchen Sie Ihren Kardiologen auch außerhalb der normalen Schrittmacherkontrollen auf. Dies gilt z.B. dann, wenn Sie Herzklopfen verspüren, wenn Sie das Gefühl haben, der Schrittmacher schlägt zu langsam, wenn Sie schwindelig oder sogar ohnmächtig werden oder wenn die Gegend Ihres Körpers, in die der Schrittmacher eingepflanzt wurde schmerzt, rot oder warm wird. Vor allem gilt dies aber dann, wenn Sie Luftnot bekommen oder Herzschmerzen verspüren, denn solche Beschwerden können andere Ursachen als Ihren Herzschrittmacher haben und vielleicht Ausdruck einer anderen Herzkrankheit (Herzschwäche.

Durchblutungsstörung des Herzens o.ä.) sein. Denken Sie daran, daß der Herzschrittmacher Ihr Herz beschleunigen soll, daß er aber kein Mittel ist, um z.B. einen Herzinfarkt oder eine fortschreitende Herzschwäche zu verhindern.

Scheuen Sie sich nicht, in solchen unklaren Fällen auch „außerplanmäßigen“ Kontrollen in Anspruch zu nehmen: Sie haben den Schrittmacher bekommen, damit Sie ein normales Leben führen können und manchmal benötigt man etwas Zeit und Sicherheit, bis man das Gerät als natürlicher „neuer Bestandteil“ seines Körpers akzeptiert und überhaupt nicht mehr wahrnimmt.

Wenn Sie eine Herz- oder Gefäßkrankheit (z.B. Herzinfarkt, Bypass- oder Herzklappenoperation, Herzklappenfehler oder Herzmuskelschwäche) haben müssen Sie diese Grundkrankheit Ihres Herzens unabhängig vom Herzschrittmacher überwachen lassen. Damit Sie nicht allzu oft zum Arzt laufen müssen: Fragen Sie bei der Anmeldung zur Untersuchung immer nach, ob wir bei dieser Gelegenheit nicht auch den Schrittmacher prüfen können.

Wann muss der Schrittmacher ausgetauscht werden?

Im Prinzip nur dann, wenn die Batterie leer ist oder wenn es ein technisches Problem mit dem Gerät gibt. Der Arzt kann den „Füllungszustand“ der Batterie bei den regelmäßigen Schrittmacherkontrollen überprüfen und wird den Austausch des Gerätes rechtzeitig veranlassen. Normalerweise halten moderne Herzschrittmacher (wenn sie ordentlich und Strom-sparend eingestellt wurden) weit über 10 Jahre.

Der Austausch eines Schrittmachers ist ein einfacher Eingriff, der in lokaler Betäubung im Krankenhaus vorgenommen wird. Für einen solchen Schrittmacherwechsel wird nur die Haut über dem Schrittmacher eröffnet, der verbrauchte Schrittmacher entnommen und das neue Gerät wieder an die Kabel angeschlossen. Ein Wechsel der Kabel (= Elektroden) ist üblicherweise nicht nötig. 

Wenn Sie mehr über Herzschrittmacher, aber auch über Herzrhythmusstörungen, eine Marcumarbehandlung (die in vielen Fällen trotz der Einpflanzung eines Herzschrittmachers notwendig ist) oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info und klicken Sie auf „Wissen“.

Hier finden Sie auch eine ausführliche Broschüre über Herzschrittmacher und viele andere Herzkrankheiten und deren Untersuchung und Behandlung.

Vorhofflimmern

Was ist Vorhofflimmern?

Normalerweise schlägt ein Herz regelmäßig, mal langsamer und mal schneller, so wie es gerade benötigt wird. Hierzu ist der natürliche Schrittmacher des Herzens, der Sinusknoten zuständig, der in regelmäßigen Abständen elektrische Impulse abgibt, die das Herz zum Schlagen anregen. Beim Vorhofflimmern haben sich in den Vorkammern des Herzens viele „Nebenschrittmacher“ gebildet, die den Sinusknoten überspielen. Durch dieses chaotische Nebeneinander solcher zahlreichen elektrischen Störenfriede gerät das Herz aus dem Takt. Es schlägt vollkommen unregelmäßig, sodaß man von einem „Stolperherzen“ spricht. 

Wodurch entsteht es?

Vorhofflimmern kann durch eine Durchblutungsstörung des Herzens, durch Herzklappenfehler oder Herzmuskelkrankheit, eine Überfunktion der Schilddrüse oder durch erhöhten Blutdruck entstehen, es gibt zahlreiche; jede Herzkrankheit kann irgendwann einmal zu Vorhofflimmern führen. Gott sei Dank sind andere Krankheiten als Ursache des Vorhofflimmerns selten, meistens entsteht die Rhythmusstörung ohne erkennbaren Grund. Vorhofflimmern tritt zudem bei älteren Menschen sehr viel häufiger auf als bei jungen.

Was bemerkt man?

In den meisten Fällen bemerken die Betroffenen ein unruhig  und manchmal unangenehm heftig klopfendes Herz, das oft als rasend schnell empfunden wird und Angst verursacht. Es kann Luftnot auftreten, die körperliche Belastbarkeit nimmt ab und man kann sich geschwächt fühlen. In wenigen Fällen können auch Schwindelgefühle oder sogar Ohnmachten auftreten. Die meisten Menschen haben allerdings nur sehr geringe Beschwerden und Manche bemerken die Herzrhythmusstörung sogar überhaupt nicht.

Ist Vorhofflimmern gefährlich?

Wenn schwere Herzklappenfehler, eine Herzmuskelkrankheit, eine Verengung der Herzkranzgefäße ohne andere schwere Herzkrankheiten ausgeschlossen werden konnten ist das eigentliche Vorhofflimmern in aller Regel nicht gefährlich, und zwar unabhängig davon, wie stark sie durch diese Herzrhythmusstörung belästigt werden. Es gibt aber 2 Ausnahmen:

  1. Vorhofflimmern kann die Neigung haben, die Herzkammern entweder zu schnell oder zu langsam schlagen zu lassen. Dies kann „nur“ unangenehm sein, kann aber auch zu Schwindel, Ohnmachtsanfällen oder zur Herzschwäche führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich regelmäßig vom Hausarzt und Kardiologen mit EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie und vielleicht auch einem Langzeit-EKG untersuchen zu lassen.
  2. Vorhofflimmern kann zur Entstehung von Blutgerinnseln innerhalb des Herzens führen, weshalb bestimmte 
  3. Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Man muß zunächst überlegen, ob man mit Medikamenten oder einem Elektroschock versucht, das Vorhofflimmern zu beseitigen und wieder regelmäßigen Herzschlag herzustellen. Keine dieser beiden Behandlungsformen ist besser oder schlechter als die andere, vielmehr müssen wir als Ihre Kardiologen zusammen mit Ihnen und Ihrem Hausarzt eine individuelle und die speziell für Sie beste Lösung finden. Dabei spielen Ihre Beschwerden eine ebenso wichtige Rolle wie die Frage, ob es eine andere Herzkrankheit gibt, die das Vorhofflimmern ausgelöst hat und ob es sich bei Ihnen um dauerhaftes („permanentes“) oder nur sporadisch auftretendes Vorhofflimmern („intermittierendes Vorhofflimmern“) handelt.

Seit neuer Zeit versucht man auch, das Auftreten sporadisch auftretenden Vorhofflimmerns mit bestimmten Herzkathetertechniken zu verhindern oder dauerhaft bestehendes Vorhofflimmern ebenfalls mit bestimmten Herzkathetertechniken zu beseitigen. Dies sind neuartige Verfahren, die nicht ganz ohne Risiken sind. Sprechen Sie uns ruhig auf eine solche Behandlung an und fragen Sie, ob dies eine Möglichkeit ist, die für Sie in Frage kommt.

Eine Elektroschockbehandlung zur Beseitigung des Vorhofflimmerns ist eine nur selten anzuwendende Behandlungsmöglichkeit, um die Herzrhythmusstörung sofort zu beenden. Die hat aber eine relativ hohe Rückfallquote, weshalb sie nicht immer sinnvoll ist. Wir werden diese Möglichkeit mit Ihnen besprechen!

Unabhängig vom evtl. Ausmaß Ihrer Beschwerden und auch unabhängig davon, ob es sich um dauerhaftes oder sporadisch auftretendes Vorhofflimmern handelt besteht bei einigen Menschen die Gefahr, daß sich innerhalb des Herzens Blutgerinnsel bilden.

Diese Blutgerinnsel können sich dann vom Herzen aus „auf die Reise in den Kreislauf“ machen und hier zu Verstopfungen der Blutgefäße führen. Solche Embolien können schwere Auswirkungen wie einen Schlaganfall oder die Erblindung eines Auges haben. Daher werden wir versuchen, Ihr persönliches Embolie zu ermitteln und Ihnen (je nachdem wie hoch Ihr Risiko ist:) unter Umständen die Einnahme von Marcumar zur Blutverdünnung empfehlen. Zu einer solchen Risikoabschätzung benutzen die Ärzte den sogenannten CHADT2-Risikowert. Dazu werden in Abhängigkeit von Ihrem Alter und 4 anderen Faktoren (Herzschwäche, Hochdruck- und Zuckerkrankheit und vorher abgelaufener Schlaganfall) Punkte vergeben. Wenn man in einer solchen Risikobewertung eine bestimmte Punktzahl erreicht hat wird das Embolierisiko so hoch angesehen, daß die Marcumarbehandlung unumgänglich ist, wir und auch Ihr Hausarzt werden mit Ihnen darüber sprechen).

Was muß ich beachten?

Das Wichtigste beim Vorhofflimmern sind:

  • Keine Panik, auch wenn das Herz gerade kräftig und unregelmäßig schlägt. Man stirbt am Vorhofflimmern nicht!
  • Wenn Sie bemerken, daß sich der Charakter Ihrer Herzrhythmusstörung ändert (z.B. indem das Herz plötzlich langsamer oder schneller schlägt als üblicherweise), wenn Sie öfters schwindelig werden oder Luftnot unter Belastung oder sogar in Ruhe auftreten: 
  • Suchen Sie sobald wie möglich Ihren Hausarzt auf.
  • Wenn Sie ohnmächtig werden, wenn Sie Sehstörungen (und seien sie nur vorübergehend), Sprachschwierigkeiten oder sogar Lähmungserscheinungen bemerken: Rufen Sie sofort den Notarzt unter der Tel.-Nr. 112, weil dies möglicherweise auf eine Gehirnembolie zu beziehen ist.
  • Nehmen Sie die Medikamente, die Ihr Hausarzt und Ihr Kardiologe Ihnen verschrieben haben gewissenhaft ein, auch wenn es Ihnen gut geht. Und beenden oder verändern Sie Ihre Macumar-Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Hausarzt oder mit Ihrem  Kardiologen, denn eine schlechte Marcumarbehandlung bei Risikopatienten bedeutet, daß Sie Gefahr laufen eine Embolie zu bekommen!

Wenn Sie mehr über Vorhofflimmern, eine Marcumar- bzw. Elektroschockbehandlung oder über andere Herzkrankheiten wissen möchten besuchen Sie uns im Internet unter der Adresse www.meinherzdeinherz.info.

Über Medikamente

Niemand nimmt gerne Medikamente ein, es sei denn er hat Schmerzen oder fühlt sich schlecht. Es gibt aber eine Reihe von Krankheiten, die gefährlich sind, obwohl sie nicht wehtun. Dazu gehören beispielsweise erhöhter Blutdruck, die Blutzuckerkrankheit (Diabetes) oder erhöhte Blutfettwerte. Diese Krankheiten gehören zu den sogenannten Risikofaktoren für Blutgefäße. Sie können zu Verengungen der Schlagadern und damit beispielsweise zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden führen. Um diese „Folgekrankheiten“ zu verhindern werden Sie von Ihrem Hausarzt und Kardiologen mit bestimmten Medikamenten behandelt.

Wenn jemand erhöhten Blutdruck hat, ansonsten aber gesund ist versucht man mit diesen Medikamenten, das Auftreten eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes schon im voraus zu verhindern. Wenn jemand aber schon erkrankt ist und zum Beispiel einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erlitten hat, wenn er Durchblutungsstörungen der Beine oder des Herzmuskels hat dann versuchen die Ärzte zu verhindern, daß die Krankheit weiter fortschreitet und vielleicht Gefäße oder Organe befällt, die bis dahin noch gesund waren. In allen diesen Fällen behandelt man mit Medikamenten also Krankheiten (z.B. Zuckerkrankheit, Blutfett- oder Blutdruckerhöhung), die nicht weh tun, von denen Sie vielleicht garnichts merken und die dennoch auf die Dauer der Zeit ihr Leben bedrohen.

Und dann gibt es andere Krankheiten wie Herzklappenfehler, Durchblutungsstörungen des Herzens („Angina pectoris“) oder Herzschwäche, die Ihnen Beschwerden wie Brustschmerzen, Herzstolpern oder Luftnot verursachen.

In diesen Fällen versuchen Ihre Ärzte mit Medikamenten, nicht nur das weitere Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, sondern auch Ihre Beschwerden zu lindern. Leider verhält es bei Herz- und Gefäßkrankheiten so, daß man sie nicht mit Medikamenten „heilen“ kann. Eine Mandelentzündung behandelt man beispielsweise über 1-2 Wochen mit Antibiotika; danach ist die Krankheit ausgeheilt und man kann die Medikamente wieder absetzen. Bei Herz- und Gefäßkrankheiten ist das anders, denn hier hält man die Krankheit mit Medikamenten  „nur“ in Schach. Ein geschwächtes Herz kann man mit bestimmten Medikamenten stärken, aber wenn man die Behandlung beendet wird das Herz wieder schwach. Brustschmerzen kann man mit Medikamenten gut lindern oder sogar völlig beseitigen, aber wenn man die Medizin absetzt treten sie wieder auf. Oder Herzstolpern: Man kann es mit Medikamenten oft lindern; wenn man die Medizin aber beendet oder ihre Dosis vermindert treten sie wieder auf. Die medikamentöse Behandlung von Herz- und Gefäßkrankheiten ist also in der Regel eine lebenslange Behandlung.

Ich schreibe dies, weil ich viele Patienten kennen, die ihre Medikamente nur unregelmäßig einnehmen, sie aus eigenem Entschluß absetzen oder ihre Dosis vermindern (Motto: „Ich habe etwas gegen Medikamente!“). In einigen Fällen geht das ja kurzfristig gut, aber in vielen Fällen leider nicht, denn, oft ohne daß man es bemerkt schreitet die Krankheit fort und wenn sie sich dann mit Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenschwäche oder Durchblutungsstörung der Beine bemerkbar macht ist es oft für eine optimale Behandlung schon zu spät.

Es ist daher von großer Bedeutung, daß Sie die Medikamente, die Ihr Hausarzt oder Ihr Kardiologe Ihnen empfehlen bzw. verschreiben gewissenhaft so einnehmen, wie dies angeordnet wurde, auch dann, wenn Sie sich vielleicht gut fühlen.

Es gibt Gründe, warum Patienten ihre Medikamente absetzen oder absetzen möchten:

  • Sie haben Angst vor den Nebenwirkungen: Alle Medikamente haben Wirkungen und Nebenwirkungen. Jedes Medikament, daß zum Verkauf in Apotheken zugelassen ist hat ist zuvor aber auf seine Nebenwirkungen untersucht worden und nur dann gesetzlich zugelassen worden, wenn diese Nebenwirkungen überschaubar und im Vergleich zu der zu behandelnden Krankheit von untergeordneter Bedeutung sind. Dennoch sollten Sie vor dem Beginn der Behandlung mit Ihrem Hausarzt und Ihrem Kardiologen besprechen, welche Untersuchungen Sie durchführen lassen sollten, um das evtl. Auftreten der Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen (z.B. Blutuntersuchungen der Leber- und Nierenfunktion, Muskelwerte o.ä.). Mit diesen regelmäßigen Untersuchungen ist die Medikamentenbehandlung sicher.
  • Sie haben Schlechtes über die Medikamente gehört: Dies betrifft vor allem sogenannte beta-Blocker oder alle Medikamente, die mit dem Begriff „Hemmer“ oder „Blocker“ versehen sind. Denken Sie daran, daß die Begriffe an und für sich nichts besagen und daß das, was man so an der Supermarktkasse zu bestimmten Medikamenten hört nicht immer wahr ist, es kursieren immer viele Gerüchte. Lassen Sie sich lieber von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!
  • „Ich bin doch schon operiert (oder mit einem Ballonkatheter oder Stent) behandelt worden; wozu benötige ich da noch Medikamente?“ Ganz einfach: Damit der Erfolg der Operation oder Ballonerweiterung möglichst lange hält, denn auch Bypass-Gefäße können sich bei erhöhten Blutfettwerten wieder verschließen oder eine perfekt aufgedehnte Herzkranzarterien kann bei schlecht eingestelltem Blutzucker wieder eng werden.

Wenn Sie sich also

  • unsicher sind, ob Sie wirklich Medikamente einnehmen einnehmen müssen,
  • wenn Sie glauben, daß Sie zuviele Medikamente einnehmen,
  • wenn Sie viele verschiedene Medikamente in Kombination einnehmen und nicht wissen, ob sie sich alle miteinander vertragen,
  • wenn Sie Nebenwirkungen beobachten (oder glauben, daß Sie Nebenwirkungen haben),
  • wenn Sie sich unter den Medikamenten unwohl fühlen oder wenn Sie die Behandlung gerne beenden würden:

Werfen Sie die Medikamente keinesfalls einfach weg, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrem Hausarzt oder mit Ihrem Kardiologen.

Wer gibt Ihnen die Rezepte für die Medikamente?

Das macht in aller Regel Ihr Hausarzt.

Medikamente für Herz und Kreislauf sind aber oft teuer und belasten dadurch das Medikamentenbudget Ihres Hausarztes. Um sein Budget zu schonen Ihnen aber auch Ihr Kardiologe diese Medikamente verschreiben.

Dies bezieht sich nicht nur auf Medikamente, die er Ihnen zu Beginn einer Behandlung verordnet hat, sondern auch auf solche, die Sie schon länger einnehmen (z.B. Blutdruck-, Cholesterinsenker, Aspirin oder andere „Blutverdünner“). Sprechen Sie daher Ihren Hausarzt und auch Ihren Kardiologen darauf an, wer Ihnen „Folgerezepte“ ausstellt.

Ein Letztes:

Wir Ärzte dürfen nicht immer diejenigen Medikamente von denjenigen Firmen verschreiben, die wir möchten. Es gibt viele gesetzliche Regelungen, die uns beispielsweise „zwingen“, ASS anstelle von Aspirin® zu verschreiben. Wundern Sie sich daher nicht darüber, daß Ihr Kardiologe oder Hausarzt Medikamentennamen aufschreiben, die Ihnen vielleicht fremd sind oder die Sie nicht kennen. Ihr Hausarzt und Kardiologe ist immer bemüht, Ihnen die beste Medizin, die erhältlich und erschwinglich ist aufzuschreiben. Auch hier gilt: Wenn Sie Fragen haben sprechen Sie Ihre Ärzte an.